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Baskenland: Stagnierende Bevölkerung und ausbleibendes Wirtschaftswachstum
Das Baskenland verzeichnet seit 40 Jahren nur etwa 100.000 zusätzliche Einwohner, während sein BIP im Vergleich zu anderen Regionen nicht mehr heraussticht.
Das Baskenland stagniert: Weniger Menschen, mehr Alte und ein BIP, das nicht mehr wächst
Das Baskenland gewinnt seit Jahrzehnten kaum noch an Bevölkerung hinzu, was früher oder später Konsequenzen hat. Die These vom Niedergang der Region, die in der Debatte von mehreren Seiten vertreten wird, ist zwar eine vereinfachende Schlagzeile, stützt sich jedoch auf einige unbequeme Daten: Überalterung, schwaches Wirtschaftswachstum und ein Provinzvergleich, der für die Basken nicht mehr günstig ausfällt. Andere Teile dieser Diagnose sind schlichtweg Propaganda. Es gilt, diese voneinander zu trennen.
Warum wächst die baskische Bevölkerung kaum noch?
Die Demografie des Baskenlandes basiert auf einer Pyramide, die nach unten hin immer schmaler wird. Den Analysedaten zufolge stammen rund 30 % der Geburten von Müttern mit ausländischer Herkunft, was darauf hindeutet, dass der Generationenwechsel nicht durch die einheimische Geburtenrate getragen wird. Die Überalterung ist kein Phänomen, das nur Euskadi betrifft; sie trifft den gesamten Norden der Iberischen Halbinsel.
Einige sehen die Ursache rein wirtschaftlich — stagnierende Löhne, unerschwinglicher Wohnraum —, andere nennen kulturelle Faktoren und Lebensentwürfe als Gründe. In Asturien liegt das Durchschnittsalter laut einem Teilnehmer bereits bei 50 Jahren, und der baskische Trend bewegt sich in dieselbe Richtung. Auf dieser Basis hat jede Zukunftsvision ein Ablaufdatum.
Das BIP, das keinen Abstand mehr schafft: Von Bizkaia nach Sevilla
Hier wird die Erzählung unbequem. Im Jahr 2000 lag das BIP von Bizkaia bei 21.002.391 gegenüber 20.697.080 in Sevilla. Zwei Jahrzehnte später, 2019, übertraf Sevilla Bizkaia bereits: 40.798.763 gegenüber 37.163.674. Im anderen Vergleich lag Gipuzkoa schon 2000 hinter Málaga (13.501.200 gegenüber 14.963.520) und beendete die Reihe weit abgeschlagen, mit 24.853.484 gegenüber den 32.207.050 von Málaga.
Die Schlussfolgerung ist klar und bedarf keiner Ausschmückung: Die baskischen Provinzen halten ihr Niveau, haben aber aufgehört, der Motor der Entwicklung zu sein. Málaga oder Sevilla wachsen schneller. Das ist kein Untergang. Es ist Stillstand, während andere laufen.
Die historische Lücke: Vom Vorsprung 1960 zur Stagnation
Um den Ausgangspunkt zu verstehen, muss man zurückblicken. Zu Preisen von 1995 lag das Pro-Kopf-BIP des Baskenlandes 1960 bei 948.000 Peseten, verglichen mit 434.000 in Andalusien. Zehn Jahre später, 1970, bestand der Abstand weiter: 1,42 Millionen gegenüber 792.000, und dies trotz eines Bevölkerungszuwachses von 40 % in zehn Jahren — eine halbe Million Menschen.
Das war der Maßstab. Heute hat das Baskenland in vier Jahrzehnten kaum 100.000 Einwohner zugenommen, während Andalusien fast zwei Millionen hinzukamen. Das Pro-Kopf-Einkommen hält sich, aber nur dank fehlenden Wachstums und Verjüngung durch Immigration. Es ist ein fragiles Gleichgewicht und vor allem abhängig von Faktoren, die nicht vom Schreibtisch aus kontrolliert werden können.
Industrie, Concierto Económico und die Erzählung vom Niedergang
Der zweite große Schwerpunkt ist die Industrie. Fabriken allein reichen nicht aus: Was Wertschöpfung bringt, sind Patente und Design. Dies ist die wiederkehrende Kritik: Man prahlt mit Produktion, während die Margen anderswo bleiben. In diesem Kontext wird die Erwartung, dass TALGO an seinen Standort in Álava zurückkehrt, wie sie von einem Teilnehmer geäußert wurde, als Hinweis auf Reindustrialisierung gelesen.
Dann gibt es die identitäre Ebene, die jede Debatte vergiftet. Ein Teil des Diskurses überschreitet die Grenze und driftet in Beleidigungen gegenüber Basken und Migranten ab; dieser Teil liefert keine einzigen Daten, nur Lärm. Der reale politische Konflikt — das Concierto Económico (das besondere Steuersystem), die Selbstverwaltung, die Last der gewaltsamen Vergangenheit — wird hingegen mit Zahlen am Tisch ausgetragen.
Was erwartet Euskadi, wenn der Trend anhält?
Wenn die Bevölkerungs- und BIP-Daten auf diesem Kurs bleiben, geht das Baskenland in die nächste Dekade mit weniger Händen, um mehr Renten zu finanzieren, und einer immer kleineren industriellen Lücke. Nichts davon garantiert den Untergang, den einige vorzeitig feiern. Aber es schließt ihn auch nicht aus. Und wer vorgibt, das Endergebnis zu kennen, lügt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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Die spanische Zeitung El País veröffentlicht einen Beitrag des marokkanischen Autors Tahar Ben Jelloun, der die Rückgabe der Enklaven an Marokko befürwortet.