Aran eröffnet Bar in Madrid: 150.000 € Investition, kein Gehalt

Der 21-jährige Aran eröffnet das Pipilacha im Madrider Viertel Salamanca mit über 150.000 € und gibt zu, dass die Köche diesen Monat nicht bezahlt werden.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Aran eröffnet Bar in Madrid: 150.000 € Investition, kein Gehalt
150.000 € für eine Bar-Eröffnung und im ersten Monat ohne Gehalt

Aran ist 21 Jahre alt und hat gerade das Pipilacha eröffnet, eine Bar-Restaurant-Kombination im Madrider Viertel Salamanca. Er tat dies zusammen mit einem 24-jährigen Partner und mit finanzieller Unterstützung seiner Familie. Die Anfangsinvestition: etwas mehr als 150.000 Euro für die Übernahme des Lokals, die komplette Renovierung, die Profiküche, die Möbel und die Lizenzen. Das Lokal ist groß, die Lage gut und laut Aran selbst lief der Deal „sehr, sehr, sehr gut“. Sogar günstig, sagt er.

Aber die eigentliche Schlagzeile ist nicht, was die Eröffnung gekostet hat. Es ist, was es kostet, sie am Laufen zu halten. In seinen eigenen Worten: „Diesen Monat werden wir beide, die Köche, kein Gehalt bekommen.“ Der Traum wurde, wie so oft, von anderen bezahlt: von der Familie, die lange Zeit in eine Wohnung oder ein Haus investieren wollte und am Ende ihr Geld in ein Restaurant steckte.

Woher das Geld kommt und wohin es fließt

Das Projekt entstand nicht aus einem Businessplan. Es entstand aus einer vagen Idee. Aran begann mit dem Kochen, seine Mutter suchte schon länger nach Möglichkeiten, die familiären Ersparnisse anzulegen, und die Restaurant-Idee setzte sich gegen Immobilien durch. So entstand das Pipilacha: Ein altes Lokal, das in einen modernen Raum umgewandelt wurde, mit neuen Böden, aktualisierter Elektroinstallation, einer Theke und einer Profiküche, die einen großen Teil des Budgets verschlingt.

Die genaue Aufschlüsselung – wie viel für die Übernahme, wie viel für Bauarbeiten, wie viel für Ausstattung – ist nicht öffentlich. Was bekannt ist, ist die Gesamtsumme: mehr als 150.000 Euro. In einem Sektor, in dem die meisten Neueröffnungen durch persönliche Schulden oder lebenslanges Sparen finanziert werden, stellt sich die offensichtliche Frage, wie viele Abendessen serviert werden müssen, um dieses Geld zurückzuverdienen. Niemand im Umfeld des Projekts hat dies laut ausgesprochen.

Die Branche, die junge Gründer verschlingt

Die Gastronomie ist ein Fleischwolf. Wer drin war, fasst es gut zusammen: Man kann viel Geld verdienen, aber auf Kosten der körperlichen und geistigen Gesundheit, oder man verdient gar nichts. Es gibt keinen bequemen Mittelweg. Die Kosten sind explodiert, der Wettbewerb ist hart und die bürokratischen Hürden scheinen darauf ausgelegt zu sein, Mutlosigkeit zu erzeugen. Für einen Gründer ohne Vorerfahrung besteht das Risiko nicht nur darin, die Investition zu verlieren: Es besteht darin, die Familie, die sie getätigt hat, mitzureißen.

Einige behaupten, das wahre Problem sei nicht mangelnder Ehrgeiz, sondern das Umfeld: Steuern, Genehmigungen, Inspektionen, Arbeitsgesetzgebung und eine Kostenstruktur, die jedes kleine Geschäft unwirtschaftlich macht. Andere sehen es anders: Ein Restaurant in einer teuren Gegend ohne Erfahrung oder finanzielles Polster zu eröffnen, sei keine Heldentat, sondern Leichtsinn.

Das Viertel Salamanca verzeiht nichts

Die Lage ist Fluch und Segen zugleich. Das Viertel Salamanca steht synonym für hohe Mieten und kaufkräftige Kundschaft, aber auch für brutalen Wettbewerb. Ein großes Lokal an einer Seitenstraße, nahe der M-30 (Ringautobahn), ist nicht dasselbe wie eine Ecke an der Calle Serrano. Der durchschnittliche Preis pro Person auf der Karte des Pipilacha liegt bei etwa 70–80 Euro, mit Menüs, die poetische Namen tragen, und Portionen, die manche als knapp empfinden. Dies ist eine riskante Positionierung: Weder eine lokale Stammkneipe noch Haute Cuisine.

Die Bauphase ist vorbei. Nun kommt der Teil, den niemand in Videos zeigt: Überleben in den ersten Monaten, wenn die Ausgaben weiterlaufen und die Einnahmen noch nicht stabil sind. Aran gibt es ohne Dramatik zu: Sie erleben einen schwierigen Start. Die Motivation, sagt er, sei ungebrochen.

Was dir niemand vor der Unterschrift unter den Mietvertrag sagt

Ein Restaurant von Grund auf zu gründen bedeutet weit mehr als Enthusiasmus und Illusion. Böden, Elektrik, Küche, Möbel, Lizenzen, Genehmigungen und eine Geschäftsübernahme, die nicht immer so vorteilhaft ist, wie sie scheint. Jeder Posten frisst einen Teil des Budgets, und wenn man alles zusammenzählt, erschreckt die Endsumme. Wer das durchgemacht hat, weiß es: Das Anfangsbudget reicht nie aus.

Aran’s Geschichte ist keine Ausnahme. Sie ist das Porträt einer Generation, die versucht, etwas Eigenes aufzubauen, in einem Land, in dem Unternehmertum zu einem Extremsport geworden ist. Und die Frage, die offen bleibt, ist nicht, ob das Pipilacha funktionieren wird. Es ist, wie viele Arans es sich noch leisten können, es zu versuchen, bevor das Geld der Eltern ausgeht.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (167 Antworten).

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