Aragonien: 95,8 % der Minderjährigen waren Erwachsene
Wie viele derer, die angeben, minderjährig zu sein, sind es wirklich? In der spanischen Region Aragonien ist die offizielle Antwort eindeutig: 95,8 % der Migranten, die angaben, unter 18 Jahre alt zu sein, waren es nicht. Die von Okdiario veröffentlichten Daten reißen eine Lücke in das Narrativ, dass Altersbestimmungstests ein garantierter Schutzmechanismus seien. Die Staatsanwaltschaft räumt ein, dass nur 45 % der Personen, die Tests unterzogen wurden, tatsächlich minderjährig sind. Das bedeutet, dass mehr als die Hälfte derer, die den Scanner passieren, keine Minderjährigen sind. Und auf den Kanarischen Inseln liegt ein Gerät zur Altersmessung seit einem Monat ungenutzt in einer Kiste.
Die Angelegenheit ist nicht trivial. Andalusien hat in weniger als einem Jahr fast 500 Migranten aufgenommen, die sich als Erwachsene ausgaben, denselben Quellen zufolge, und die Regierung weigert sich, die Minderjährigkeit von 454 von ihnen anzuerkennen. Das Europäische Parlament hat festgestellt, dass die Hälfte derer, die sich auf den Kanarischen Inseln als Minderjährige ausgeben, Erwachsene sind. Marokko lehnt 92 % der Rückführungen ab. Der Kreislauf staut sich an beiden Enden: Sie kommen ohne Kontrolle hinein und können nicht hinaus, wenn der Betrug entdeckt wird.
Die Falle der Alterstests
Das System stützt sich auf radiologische Tests, um festzustellen, ob jemand minderjährig ist. Doch die Staatsanwaltschaft gibt zu, dass nur 45 % der Getesteten minderjährig sind. Der Rest sind Erwachsene, die sich als Jugendliche ausgeben, um Zugang zu Schutzressourcen zu erhalten. Diese Zahl widerlegt die Vorstellung, dass der Filter funktioniert. In Aragonien waren 95,8 % derer, die angaben, minderjährig zu sein, keine Minderjährigen. Es ist kein Berechnungsfehler: Es ist ein Muster.
Einige behaupten, dass die Tests sparsam angewendet werden, um Rechte nicht zu verletzen. Dieses Argument kollidiert mit der Realität: Auf den Kanarischen Inseln gibt es ein Gerät zur Altersfeststellung, das seit einem Monat ungenutzt in einer Kiste liegt. Die Maschinerie existiert. Der politische Wille fehlt.
Zusammenbruch der Aufnahmezentren
Andalusien hat in weniger als einem Jahr fast 500 Migranten empfangen, die sich als Erwachsene tarnten. Die Region klagt über einen „Zusammenbruch“. Die Regierung weigert sich, die Minderjährigkeit von 454 von ihnen anzuerkennen, was sie in ein administratives Limbo stellt: Sie sind weder betreute Minderjährige noch abschiebbare Erwachsene. Währenddessen nehmen die Zentren für unbegleitete ausländische Minderjährige weiterhin Menschen auf, die dort nicht sein sollten.
Die Situation wiederholt sich in anderen Regionen. Extremadura stellte fest, dass es einen 19-Jährigen aufnahm, der als 17-Jähriger registriert war. Die Polizei glaubt, dass der Migrante, der ein Mädchen in Hortaleza sens missbraucht hat, volljährig ist. Ein weiterer Fall: Der vermeintliche Minderjährige, der ein Mädchen in Hortaleza angegriffen hatte, war 23 Jahre alt. Dies sind Einzelfälle, aber sie zeichnen ein Muster.
Stehende Radare und nicht angewandtes Gesetz
Die Regierung Sánchez lagert das vom PP gekaufte SIVE-Radar in einem Lagerhaus, das dazu dient, Boote der Mafia zu erkennen, die Menschen auf die Kanarischen Inseln schmuggeln. Das Anti-Mafia-Radar auf Lanzarote ist trotz des Andrangs von Pateras (kleinen Booten) immer noch nicht installiert. Die Paradoxie ist offensichtlich: Die Ausrüstung wird gekauft, in eine Kiste gelegt und das Ausmaß des Problems geleugnet.
Währenddessen haben die Regierung und Coalición Canaria die Reform des Ausländergesetzes registriert, ohne auf den PP zu warten. Die Norm zielt darauf ab, Rückführungen und Kontrollen zu beschleunigen. Aber ohne systematische Alterstests bleibt der Flaschenhals bestehen. Das Europäische Parlament hat bereits gewarnt, dass die Hälfte derer, die sich auf den Kanarischen Inseln als Minderjährige ausgeben, Erwachsene sind. Marokko lehnt 92 % der Rückführungen ab. Der Kreis schließt sich.
Ausbleibende Arbeitsmarktintegration
Nur 10 % der fast 3.000 Minderjährigen im Alter von 16 bis 17 Jahren mit Arbeitserlaubnis in Spanien sind beschäftigt. Offizielle Daten entkräften den Triumphalismus bezüglich der Arbeitsmarktintegration. Hundert ehemalige Schützlinge protestierten gegen das schlechte Management ihrer Leistungen. Das System verspricht Integration, aber die Zahlen sagen etwas anderes.
Das Scheitern der Integration nährt den Kreislauf: Keine Arbeit, keine klaren Papiere, keine mögliche Rückführung. Diejenigen, die sich als Minderjährige ausgeben, suchen Ressourcen, keine Beschäftigung. Und das System, das zum Schutz von Kindern konzipiert wurde, endet damit, Erwachsene zu verwalten.
Was noch zu lösen bleibt
Die Frage ist nicht, ob es Erwachsene unter denen gibt, die angeben, minderjährig zu sein. Die Frage ist, wie viele es sind und warum das System sie nicht herausfiltert. Aragonien liefert einen Datenpunkt: 95,8 %. Die Staatsanwaltschaft liefert einen anderen: 55 % der Getesteten sind Erwachsene. Die Kanarischen Inseln haben ein Gerät in einer Kiste. Andalusien ist überlastet. Die Regierung leugnet die Größe des Problems. Und währenddessen füllen sich die Zentren weiter mit Menschen, die in vielen Fällen dort nicht sein sollten. Der Ball liegt nun beim Feld der Ausländerrechtsreform. Wenn keine systematischen Tests durchgeführt werden, wird Aragoniens 95,8 % erst der Anfang sein.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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