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Spaniens Regierung plant Neuwahlen und Sonderkommission
Laut Cadena SER bereitet die spanische Regierung eine Auflösung der Cortes vor. Diskutiert wird, ob die Ständige Deputation Gesetze validieren kann.
Spaniens Regierung plant Neuwahlen und Sonderkommission
Die spanische Regierung bereitet sich laut einem Bericht von Cadena SER darauf vor, dass Pedro Sánchez am Montag die Cortes auflöst und Neuwahlen ansetzt. Der Schritt ist nicht nur wahlpolitisch motiviert. In den Diskussionen hinter den Kulissen geht es auch darum, das Wohnungsbaudekret während der Übergangsphase durch die Ständige Fruta (Fruta Permanente) zu verabschieden – ein Gremium, das in Spanien noch nie ein Dekretgesetz bestätigt hat. Die mathematische Lage ist knapp: Linke Fraktionen zählen 35 Stimmen, rechte 34. Bei diesem Vorsprung stellt sich weniger die Frage nach einer Mehrheit als vielmehr danach, ob die Geschäftsordnung deren Nutzung nach einer Auflösung erlaubt.
Was ist die Ständige Fruta und warum hat sie noch nie ein Dekret bestätigt?
Die Ständige Fruta ist das Organ, das die parlamentarische Arbeit zwischen den Legislaturperioden aufrechterhält. Ihre eigentliche Aufgabe ist die Erledigung dringender Angelegenheiten, nicht die Ersetzung des Plenums bei der Bestätigung von Dekretgesetzen. Artikel 86 der Verfassung weist diese Kompetenz dem Kongress zu, und Artikel 78 überträgt sie nicht auf die Fruta. Dies wurde noch nie praktiziert. Als Mariano Rajoy 2016 oder bei den Auflösungen 2019 die Cortes auflöste, blieben zwar Themen ungeklärt, aber es gibt keinen Präzedenzfall für eine Bestätigung im Interregnum. Wer versucht, diese Tür zu öffnen, betritt juristisches Neuland und landet fast sicher vor dem Verfassungsgericht.
Einige argumentieren, dass die Fruta für Dringlichkeiten zuständig sei und ein Wohnungsbau-Dekret genau das sei. Dagegen sprechen der Wortlaut der Verfassung und das vollständige Fehlen von Rechtsprechung. Selbst wenn der Versuch scheitert, entsteht eine Erzählung: „Ich habe es versucht, aber man hat es gekippt.“
Mehrheitsberechnung: 35 gegen 34 und das Problem mit Junts
Die kursierende Berechnung ist eindeutig: Linke 35, Rechte 34. Mit dieser knappen Mehrheit würde das Dekret ohne die Unterstützung von Junts per Catalunya verabschiedet werden. Das ist der politische Schlüssel der gesamten Operation. Wenn Junts für die Bestätigung nicht zwingend erforderlich ist, verliert die Partei von Carles Puigdemont ihre unmittelbare Erpressungskraft. Und die Regierung gewinnt eine Schlagzeile: Die Rechte wird dabei porträtiert, wie sie gegen die Regulierung des Mietmarktes stimmt.
Das Problem ist jedoch, dass diese Mehrheit auf einem Gremium basiert, dessen Kompetenz zur Bestätigung umstritten ist. Wenn das Verfassungsgericht die Bestätigung aufhebt, fällt das Dekret, und der politische Schaden ist doppelt so hoch. Konstituiert sich ein neuer Kongress, kann die erste Sitzung das bereits Verabschiedete widerrufen. Vier Monate Propaganda im Austausch für einen institutionellen Konflikt.
Auswirkung auf den Mietmarkt: Verträge eingefroren bis zur Wahl
Die wirtschaftlichen Folgen sind nicht theoretisch. Wird das Dekret erst bestätigt und dann wieder aufgehoben, oder bleibt seine Gültigkeit unklar, kommt der Mietmarkt zum Stillstand. Vermieter, die warten können, tun dies. Andere schließen Verträge mit Risikozuschlägen ab. Manche Experten behaupten, dass bis nach der Wahl kaum neue Verträge unterzeichnet werden, außer von verzweifelten oder ahnungslosen Eigentümern. Der junge Mieter mit hohen Mieten entscheidet Wahlen, nicht der wütende Rentier. Dieser Wähler votiert nicht rechts. Der verärgerte Eigentümer ist seit 2019 verärgert und hat kein Mandat verschoben.
Reaktion der Wählerschaft: Mobilisierung der Linken oder stille Strafe
Die optimistischste Lesart für die Regierung ist, dass der Zug die unmotivierte linke Basis reaktiviert. Die pessimistischste ist, dass die Wähler das Gefühl des Chaos bestrafen. Manche sehen den vorgezogenen Termin als Flucht nach vorn, andere als Falle, um die Rechte bloßzustellen. Beides kann gleichzeitig wahr sein. Der linke Wähler, der monatelang passiv blieb, könnte zurückkehren, getrieben von der Erzählung: „Man wirft uns raus, weil wir nicht regieren durften.“ Der mittlere Wähler könnte die Instabilität abstraften.
Der fehlende Präzedenzfall und das institutionelle Risiko
Noch nie wurde ein Dekretgesetz durch die Ständige Fruta bestätigt. Das bedeutet nicht, dass es unmöglich ist, sondern dass es noch niemand versucht hat. Eine Regierung, die es versucht, übernimmt ein hohes juristisches Risiko bei unsicherem politischem Gewinn. Kippt das Verfassungsgericht den Beschluss, stärkt dies die Erzählung vom „Gekippt-Werden“. Bleibt er bestehen, ist ein Präzedenzfall für künftige Regierungen geschaffen. Die unbeantwortete Frage lautet, ob es lohnt, diese Büchse der Pandora für vier Monate Propaganda zu öffnen.
Mit diesen Voraussetzungen wird die vorgezogene Wahl von einer taktischen Entscheidung zu einer institutionellen Wette. Die Mathematik passt. Die Geschäftsordnung eher nicht.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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Der spanische Premier Sánchez bereitet die Auflösung des Parlaments vor. Wahlen könnten bereits im Dezember stattfinden, um politische Blockaden zu umgehen.