Lieferverzug bei Amazon Prime in Spanien: Die 24-Stunden-Garantie bröckelt
Warum dauert meine Bestellung jetzt doppelt so lange? Diese Frage stellen sich seit Wochen viele Kunden, und die Antworten der Brancheninsider sind ernüchternd: „Kein Anbieter ist fehlerfrei“, fasst ein Nutzer zusammen, der mit allen Diensten arbeitet. Verbraucher berichten von Verzögerungen, die etablierte Logistiker, große Plattformen und Subunternehmer im Last-Mile-Bereich gleichermaßen treffen. Wer viel versendet, warnt vorab. Ein Verkäufer, der mehr als 1.000 Pakete pro Jahr verschickt, reduziert das Problem auf drei Variablen: geografische Zone, Jahreszeit und vor allem den konkreten Zusteller des Tages. Was vor vier oder fünf Monaten reibungslos lief, funktioniert heute nicht mehr. Und niemand ist sich über die Ursache einig.
Vom 24-Stunden-Service zum siebentägigen Warten
Der häufigste Fall betrifft Amazon. Premium-Kunden beschreiben eine seit dem Sommer anhaltende Verschlechterung: Statt des Pakets am nächsten Tag mit Prime kommt es nun mit fünf bis sieben Tagen Verspätung. Andere bemerken eine weniger dramatische, aber ebenso ärgerliche Änderung: Die Lieferzeit für Prime-Artikel stieg von 24 auf 48 Stunden. Eine Hypothese führt dies auf Schließungen von Logistikzentren zurück, die ein ohnehin belastetes Netz weiter strapazierten. Das Schweizer Uhrwerk, das Express-Lieferungen versprach, hat seinen Aufwind verloren.
Und es ist nicht nur die große Plattform. Manche behaupten, der Einbruch sei branchenweit: „Ich habe seit über 15 Tagen Probleme mit Sendungen und Zustellungen, ich arbeite mit mehreren Agenturen und alle machen Schwierigkeiten“, sagt ein täglicher Versender. Die Beschwerden wiederholen sich an verschiedenen Orten in Spanien, ohne dass sich ein klarer gemeinsamer Nenner außer dem Kalender finden lässt.
Ist der Black Friday schuld oder steckt mehr dahinter?
Die Erklärung, die beim Kunden ankommt, ist die Verkaufskampagne: Ein Black Friday, der Anfang November beginnt und direkt in die Weihnachtszeit übergeht, sodass die Spitzenlast der Bestellungen nicht mehr nur ein Wochenende, sondern fast zwei Monate andauert. Dieses Argument hat jedoch einen Haken, wie Online-Shopper täglich feststellen: Im Vorjahr gab es denselben Kalender, aber die Lieferungen fielen nicht ab. „Letztes Jahr gab es das auch, und ich kann nur für Amazon sprechen, aber da lief alles wie am Schnürchen. Dieses Jahr ist es anders, obwohl die Daten gleich sind“, merkt ein Stammkunde an.
Mindestens ein Käufer datiert den Wendepunkt auf vier bis fünf Monate zurück: Seitdem verschlechterte sich der Service stetig, wobei die letzten Wochen die schwarze Phase waren. Für diesen Nutzer begannen die Verzögerungen also, bevor es Geschenke zu kaufen gab.
Das Zusteller-Los: Correos funktioniert, Correos Express nicht
Ein Vergleich der Unternehmen zeichnet ein ungleiches Bild. Ein Verkäufer mit über tausend jährlichen Sendungen beschreibt Correos als schnell und zuverlässig, mit gelegentlichen Vorfällen pro Jahr, gutem Service in der Filiale und einer verbesserungswürdigen Website; seine Express-Variante bezeichnet er hingegen als Desaster. Der Betreiber mit dem schlechtesten Ruf in den Diskussionen ist GLS, der als problematischster Dienst gilt – und das nicht nur in einer Region: Manche warten acht Tage auf ein Paket, während die App jeden Tag das Lieferdatum ändert und das Absenderunternehmen keine Antwort erhält, bis hin zur Rückerstattung an den Kunden.
Am anderen Ende steht die Sofortlieferung von El Corte Inglés, die reibungslos funktioniert. Wer dort gearbeitet hat, hebt solide Arbeitsbedingungen hervor – Fahrzeug und Kraftstoff inklusive sowie eine erträglichere Auftragslast als bei klassischen Kurierdiensten –, was allerdings damit einhergeht, samstags zu arbeiten. Die unterschiedliche Behandlung der Zusteller, so heißt es, macht sich im Ergebnis bemerkbar.
Zusteller fehlen, Pakete nehmen zu
Der Engpass hat ein menschliches Gesicht. Mehrere Unternehmen räumen Probleme bei der Suche nach Fahrern ein: Die Schicht beginnt um sechs Uhr morgens und zieht sich bis spät in die Nacht, und der Lohn ist nicht angemessen. „Niemand will jeden Tag von 6 Uhr morgens bis spät abends für einen Hungerlohn arbeiten, und das finde ich okay. Zusteller sein ist genauso würdevoll wie Arzt sein“, fasst eine Nachricht zusammen. Einige aus der Branche geben zu, dass sie den Job nicht einmal ihrem ärgsten Feind empfehlen würden.
Zum Personalmangel kommt die Zunahme der Pakete. Immer mehr Bestellungen kommen nach Hause für Artikel, die früher im Laden um die Ecke gekauft wurden: Manche bestellen online einen Euro-Füller, statt zum Kiosk nebenan zu gehen. Die Vermehrung von Abholstationen – eine Straße kann drei Stationen verschiedener Firmen haben – entlastet teilweise das Problem, hilft aber nicht bei sperrigen, teuren oder unterschriftspflichtigen Sendungen.
Wer zahlt die Rechnung für die Heimlieferung?
Die Kosten der letzten Meile trägt niemand. Wer extra für eine Lieferung am selben Tag zahlt, beklagt, dass der Betrag nicht erstattet wird, wenn die Zusage gebrochen wird; wer die Ausgaben überwacht, schlägt vor, die Messlatte höher zu legen: einen Mindestbestellwert von 50 Euro festzulegen, damit die Ware nach Hause geliefert wird. Ein weiterer Aspekt der Analyse weist auf den Druck auf die urbane Mobilität hin, da Verkehrsbeschränkungen in Innenstädten auch die Zustellung beeinträchtigen.
Nach den verfügbaren Daten zeigt sich das Bild eines Sektors, dessen Nachfrage gewachsen ist, ohne dass die Belegschaft im gleichen Maß expandierte, und der dies nun mit nicht eingehaltenen Lieferungen bezahlt. Die Beschwerden stapeln sich genau wie die Pakete in den Lagern.
Es gibt genug Stimmen, die beteuern, dass alles schnell und in gutem Zustand ankommt, und andere, die das Problem beim jeweiligen Zusteller sehen. Zwischen der offiziellen Darstellung und der Erfahrung der Portale kommt das Paket, wann es will. Den Aufpreis für die Eilzustellung bekommt man allerdings nicht zurück.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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