Estás usando un navegador desactualizado. Es posible que no muestre este u otros sitios web correctamente. Debe actualizar o usar un navegador alternativo.
Alvise und das Telegramm 700: angeblicher CIA-Befehl zur Ermordung Carreros
Eine Leckage schreibt einem CIA-Telegramm von 1971 den Befehl zur Tötung Carrero Blancos zu. Anachronismen und fehlende Belege schwächen die Version.
Alvise und das Telegramm 700: angeblicher CIA-Befehl zur Ermordung Carreros
Die Ermordung Carrero Blancos am 20. Dezember 1973 kehrt durch eine Leckage in die Schlagzeilen zurück, die vor Ende 2023 „unveröffentlichte Dokumente und Informationen zur Geschichte Spaniens“ verspricht. Der von Alvise Pérez verbreitete Bericht behauptet, die CIA habe die Beseitigung des Admirals bereits im Januar 1971 per streng geheimem Telegramm angeordnet. Dieses sei vom US-Botschafter an Außenminister William P. Rogers gesendet worden und ein Agent hätte es im fünften Stock der Botschaft in der Calle Serrano abgefangen. Der Text, als Vollstreckungsbefehl interpretiert, lautete: „Das beste Ergebnis dieser Situation wäre, dass Carrero Blanco von der Bühne verschwindet, mit möglicher Nachfolge durch General Díez Alegría oder Castañón de Mena.“
Die Leckage kommt im üblichen Gewand: Ein baskischer Geheimdienst, gegründet im Oktober 1936 auf Anordnung von Joseba Aguirre, baskische Agenten nach dem Bürgerkrieg, Kontakte zum britischen SIS und zum OSS sowie eine Liste von mehr als fünfzehn ETA-Mitgliedern, die in den Anschlag verwickelt sein sollen. Genannt werden unter anderem Mendizabal Benito „Txikia“, Múgica Arregui „Ezkerra“, Abaitua Gomeza „Gorki“, Iturbe Abasolo „Txomin“, Larreategui Cuadra „Atxulo“, Pagoaga Gallastegui „Peixoto“ und Zugarramurdi „Kixkur“.
Das Zielfernrohr-Gewehr, das die ETA ablehnte
Der Bericht fügt einen auffälligen Vorfall hinzu: Tage vor dem Attentat soll die CIA einem Mitglied über einen falschen französischen Kommunisten ein Gewehr mit Zielfernrohr angeboten haben, um auf Carrero zu schießen wie bei Kennedy. Die ETA-Führung hätte das Angebot verworfen. Solche Details machen aus einer Leckage eine geschlossene Erzählung: Wenn die Waffe nicht genutzt wurde, bleibt die physische Tat lokal, während der fremde Schatten für den Befehl reserviert wird.
Die präsentierte Chronologie datiert die Vorbereitungen Monate vor dem Attentat. Das Telegramm vom Januar 1971 liegt fast drei Jahre vor der Ausführung. Die Verbindung zu SIS und OSS reicht bis in die Nachkriegszeit zurück, als baskische Dienste Beziehungen knüpften, die den Konflikt überdauerten und sich laut dieser Version in den 1970er Jahren wieder belebten.
Diskussionspunkte: CNI, SECED und das Datum des Telegramms
Das erste offensichtliche technische Problem ist institutioneller Natur. 1971 existierte der CNI (Centro Nacional de Inteligencia), gegründet 2002, noch nicht. Damals operierte der SECED, der Geheimdienst des späten Franco-Regimes. Wer die Staatsstruktur jener Zeit kennt, erkennt den Anachronismus: Ein CNI-Agent konnte nicht auf ein Telegramm von 1971 zugreifen, da seine Behörde noch gar nicht existierte. Allein dieses Detail diskreditiert die Version für Teile der Öffentlichkeit, die meinen, die Leckage vermische Akronymen verschiedener Epochen.
Der zweite Einwand ist inhaltlicher Natur. Das Kissingersche Memorandum zur Nachfolgefrage, oft als Beweis für das US-Interesse an Carreros Verschwinden zitiert, beschränkt sich darauf, das Dekret-Law zur Nachfolge zu beschreiben und den Admiral als ultrakonservativ einzustufen. Von dort bis zu einem Hinrichtungsbefehl ist es ein weiter Weg, den die Leckage nicht mit verifizierbaren Dokumenten belegt. Laut Lesern enthält der Bericht keine Empfehlung, Carrero zu eliminieren.
Die Kernthese: Carrero als Hindernis für die NATO
Jenseits des Telegramms stützt sich die Leckage auf ein geopolitisches Argument. Carrero Blanco wäre für die USA ein Hindernis gewesen, weil er Verhandlungen auf Augenhöhe bezüglich der seit 1953 bestehenden Basen forderte und betonte, Spanien könne nur auf gleichberechtigter Basis mit der westlichen Verteidigung kooperieren. Dieser Satz, im Material wiederholt, liest sich als Souveränitätserklärung, unvereinbar mit der Blocklogik des Kalten Krieges.
Die These lautet, Washington habe ein handhabbareres Regime mit Juan Carlos als Ansprechpartner bevorzugt und das Attentat habe den Weg für die Transición und den schnellen NATO-Beitritt geebnet. In dieser Lesart war der 20. Dezember 1973 nicht nur ein terroristischer Anschlag, sondern eine Operation zum Elitenwechsel innerhalb des Systems selbst.
Der baskische Kontext: Fueros, Provinzen und die Rolle der PNV
Die Diskussion lenkt den Blick auf die institutionelle Landkarte des Baskenlandes. Álava, Guipúzcoa und Bizkaia wurden zu einer autonomen Gemeinschaft zusammengelegt, mit Vitoria als Hauptstadt, während Navarra sein separates Fuero-Regime behielt. Während des Franquismus versuchte die Verwaltung, Navarra und Álava gegen die beiden konfliktreicheren Provinzen zu stärken. Die Debatte um die Grafschaft Treviño und ihre mögliche Eingliederung in Álava fügt eine lebendige territoriale Spannungsebene hinzu.
In diesem Rahmen argumentiert ein Teil der Analyse, die PNV (Partido Nacionalista Vasco) habe flüssige Beziehungen zu den USA gepflegt und könnte als Vermittler zwischen CIA und ETA fungiert haben. Die Ikurriña, deren Design an die britische Flagge erinnert, wird als Symbol dieser angelsächsischen Affinität zitiert. Es ist eine Hypothese ohne harte Dokumentation, die jedoch zur allgemeinen These einer Operation mit vielen Händen passt.
Was ist mit der Entklassifizierung?
Das Versprechen, die Dokumente vor Ende 2023 zu veröffentlichen, scheitert an einer bekannten Mauer: Die Papiere sind als offizielle Staatsgeheimnisse eingestuft. US-Entklassifizierungen erfolgen meist partiell und spät. Kenner solcher Vorgänge wissen, dass freigegebene Dokumente selten explizite Befehle enthalten und belastende Passagen geschwärzt oder um Jahrzehnte verzögert werden.
Das Ergebnis ist ein informationelles Limbo: Weder lässt sich die Leckage verifizieren, noch wird der Staat etwas entklassifizieren, was Drittländer kompromittiert, mit denen Spanien verbündet ist. Die Debatte bleibt gefangen zwischen begründetem Verdacht und dem nie eintreffenden Beweis.
Die Prognose, mit allen Vorbehalten, lautet, dass die Veröffentlichung der Dokumente den Fall nicht lösen wird. Sie dient dazu, einen weiteren Zyklus des Misstrauens zu nähren, mit falsch platzierten Akronymen und einem Telegramm, das niemand abgleichen kann. Wenn die Geschichte der Entklassifizierungen eines lehrt, dann dies: Mordbefehle werden nicht in Telegrammen unterzeichnet, die im fünften Stock enden.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (175 Antworten).
Ein Nutzer behauptet, das C4 für Carrero Blancos Ermordung 1973 war nur an vier Orten in Spanien verfügbar. Dies löst eine Debatte über doppelte Standards aus.
Zum 50. Jahrestag des Attentats kehrt die These einer ausländischen Einmischung zurück: Kuba, die UdSSR und eine Atombombe, die Carrero Blanco nie besaß.
Eine 14-Jährige sagte sechs Tage nach dem Verschwinden ihrer Freundinnen aus. Manche halten sie für eine Lügnerin, andere erinnern sich an ihre Nervosität.
Kontroverse über Russland-Support in Spanien: Vorwürfe der Troll-Aktivität, Verweis auf die Finanzkrise 2008 und Diskussion um die FSB-Anschläge von 1999.