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Carrero Blanco: Kubas Schatten und die Atomwaffe, die nie kam
Zum 50. Jahrestag des Attentats kehrt die These einer ausländischen Einmischung zurück: Kuba, die UdSSR und eine Atombombe, die Carrero Blanco nie besaß.
Carrero Blanco: Die Atombombe, Kuba und das nie geschlossene Verfahren
Um elf Uhr am Morgen des 20. Dezember 1973 erhielt Franco den Anruf über das Attentat und stellte eine Frage, die bis heute offen bleibt: „Könnte es nicht ein trauriger Zufall sein?“ Der offizielle Ermittlungsbericht führt das Attentat auf die ETA und ein Kommando zurück, das einen Tunnel unter der Calle Claudio Coello grub. Eine andere Analyseströmung argumentiert ohne gerichtliches Urteil, dass sich die Tat nur durch Geheimdienstunterstützung und Finanzierung eines Staates erklären lässt.
Mit dem 50. Todestag von Luis Carrero Blanco taucht wieder ein unbequemes Foto auf: Fidel Castro neben Alfonso Sastre und Genoveva Forest. Das Bild, auf dem auch der Schriftsteller Mario Benedetti zu sehen ist, beweist für sich allein nichts. Es nährt jedoch eine Hypothese, die seit einem halben Jahrhundert außerhalb Spaniens diskutiert wird.
Genoveva Forest, die Wohnungen in Madrid und die Bibliothekarin der Botschaft
Nach der inoffiziellen Version des Verfahrens hätte Forest mehreren Mitgliedern des Kommandos Txikia Unterschlupf in verschiedenen Adressen in Madrid gewährt, in Wohnungen, die angeblich nur sie kontrollierte. Sie wurde nach dem Attentat in der Calle Correos verhaftet, nicht davor. Das oft zitierte Detail: Ihre Nachfolgerin in der Verschwörungsstruktur arbeitete als Bibliothekarin an der kubanischen Botschaft.
Die Reisen sind überschaubar: Alfonso Sastre war dreimal vor dem Attentat auf der Insel; Forest einmal, im Jahr 1966. Kuba wird seit 1964 Zusammenarbeit mit der ETA vorgeworfen, basierend auf der von Claire Sterling popularisierten These. Und Forests Spitzname, La Tupamara, bleibt unklar, ebenso wie die Tatsache, dass auf demselben Foto jemand zu sehen ist, den ein Teilnehmer als Mitgründer der uruguayischen Tupamaros bezeichnet.
Das Projekt Islero: Warum Carrero Blanco die Bombe wollte
Carrero war kein gewöhnliches Hindernis. Daten, die ein Teilnehmer der Debatte nennt, deuten darauf hin, dass Spanien über die zweitgrößten Uranreserven Europas verfügte, Verträge mit Frankreich zum Kauf von Reaktoren hatte und die Kapazität besaß, drei Atombomben pro Jahr zu produzieren. Das Regime hatte den Nichtverbreitungsvertrag nicht unterzeichnet, und 1973 war dieses Spanien kein bequemer Partner für Washington.
Der Jom-Kippur-Krieg verschärfte die Lage. Spanien positionierte sich auf der Seite der arabischen Welt, und Carrero Blanco widersetzte sich dem Auftanken amerikanischer Flugzeuge auf spanischem Boden, obwohl er dies in der Praxis zuließ; das Problem wurde letztlich durch Tankflugzeuge und die Basis Lajes auf den Azoren gelöst. Kissinger verließ Madrid ohne Garantie für bilaterale Verteidigungskooperation. In diesem Kontext war das Nuklearprojekt die Karte, die Carrero Blanco nicht aus der Hand geben wollte.
Warum wäre die Ermordung Carrero Blancos für die UdSSR interessant gewesen?
Die ausgearbeiteteste Hypothese sieht Kuba nicht als autonomen Akteur, sondern als sowjetisches Werkzeug. Die Logik: Die Beseitigung Carreros hätte eine Radikalisierung des Regimes ausgelöst, die Diktatur verlängert und Spaniens NATO-Beitritt blockiert, der ein demokratisches System voraussetzte. Kuba handelte in dieser Lesart als Stellvertreter Moskaus.
Ein weiteres betontes Detail: Nach dem Attentat beschleunigten sich die Handelsbeziehungen zwischen Spanien und der Insel, was, so wird argumentiert, niemand eingehend analysiert hat. Gegen diese These spricht die Frage anderer Diskutanten: Was hatte die UdSSR davon, oder was gewann Kuba durch Carreros Tod?
Claire Sterling und das Buch, das nie ins Spanische übersetzt wurde
„The Network of Terror“ war damals ein Bestseller. Kapitel 10, „Terror im Baskenland“, ordnet die ETA einem internationalen, von Moskau unterstützten Terrornetzwerk zu. Es wurde nie ins Spanische übersetzt. Für manche zeigt dies, dass jemand seine Verbreitung verhindern wollte; für andere beweist es, dass es CIA-Desinformation war – ein häufiger Vorwurf gegen die Autorin.
Der Historiker Ricardo de la Cierva wird im Thread als Referenz für jene genannt, die die vereinfachte offizielle Version ablehnen. Seine Arbeit über das Attentat gilt als seriös, wenn auch lückenhaft. Die hier vertretene nukleare These stammt von Cierva, „aber geht noch einen Schritt weiter“.
Wer tötete Carrero Blanco? Die vier konkurrierenden Hypothesen
Eine Fraktion sieht die ETA allein verantwortlich, mit mehr oder weniger improvisierter logistischer Unterstützung. Eine andere zieht die CIA hinzu: Es wird darauf hingewiesen, dass der Tunnel monatelang neben der US-Botschaft gegraben wurde und die Agentur die Bewegungen der ETA kannte, aber nicht warnte. Eine dritte Gruppe stellt Kuba und die UdSSR ins Zentrum. Eine vierte deutet auf Frankreich, Großbritannien und die USA hin, denen man genug Motive zuschreibt, um keinen spanischen Charles de Gaulle mit Atombombe zu wollen.
Bemerkenswert ist, dass kaum jemand bestreitet, dass das Attentat schlecht untersucht wurde. Zitierte ausländische Akten widersprechen, so heißt es, der hier verbreiteten Version, und das technische Detail, über das manche spotten – eine Mine „unter dem Auto“ – erklärt sich einfach: Es handelt sich um eine Erdmine, platziert unter dem Pflaster eines Tunnels, wie bei anderen Attentaten jener Zeit.
Was das Archiv weiterhin offenlässt
Wenn das Carrero-Attentat mit einem ausländischen Geheimdienst verbunden war, fehlt seit einem halben Jahrhundert der dokumentarische Beweis. Was jedoch feststeht, ist etwas Bescheideneres: Die offizielle Version wurde nie bis zum Ende ermittelt. Fünfzig Jahre später, mit dem Foto auf dem Tisch und offenen Verfahren außerhalb Spaniens, bleibt Francos Frage unbeantwortet. Vielleicht gibt es den Zufall. Vielleicht will ihn niemand ganz ausschließen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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