Alibaba: PER 27 trotz chinesischer Regulierungsrisiken

Alibaba notiert bei einem KGV von 27 mit einer Nettomarge von 24 %, wird aber durch das China-Risiko, Kartellstrafen und Nasdaq-Ausschlussgefahren gehandelt.

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Alibaba: PER 27 trotz chinesischer Regulierungsrisiken
Alibaba notiert bei einem KGV von 27, während die chinesische Regulierung das Wachstum begrenzt

Inmitten des regulatorischen Sturms wurden Einstiegspreise von 264 und 266,5 US-Dollar pro Aktie verzeichnet, begleitet von der unmissverständlichen Aussage: „Bei 1000 $ verkaufe ich.“ Alibaba erzielt einen höheren Umsatz als Amazon – so lautet zumindest die Analyse – und weist eine Nettomarge von 24 % aus, leidet jedoch unter einem Discount, den niemand bestreitet. Das Unternehmen ist chinesisch. Hier liegt der Kern des Problems.

Die ursprüngliche Frage lautete, ob der Aktienwert ähnlich stark wie bei Amazon steigen würde. Die Argumente schienen solide: 1,3 Milliarden Chinesen, eine schnell wachsende Mittelschicht und eine Pandemie, die den E-Commerce auf absurde Höhen trieb. Der Gegenwind kam vor der zweiten Antwort: die wiederkehrende Skepsis gegenüber der Zuverlässigkeit der Bilanzen einiger chinesischer Unternehmen.

Wie hoch ist Alibabas Wert nach eigenen Zahlen?

Bruttomarge von 43 %, Nettomarge von 24 %, Eigenkapitalrendite (ROE) von 18 %, Verschuldungsgrad von 0,07 und ein KGV von 27. Dies ist das Bild eines reifen Unternehmens mit dem Wachstum eines Start-ups und erklärt, warum Gates und Ray Dalio vor dem Sturm einstiegen. Später tat es Charlie Munger. Wenn drei solche Namen dasselbe Ziel haben, lohnt sich ein Blick auf die Bilanz statt auf politische Flaggen.

Hinzu kommt die Diversifizierung: Das Unternehmen besteht nicht nur aus einem Online-Marktplatz und Cloud-Diensten. Es hält Beteiligungen an anderen zweistellig wachsenden Firmen, besitzt eine Halbleitersparte und dominiert einen Binnenmarkt, den keine westliche börsennotierte Gesellschaft replizieren kann. Die andere Seite der Medaille ist klar: Die Handelsplattform gewinnt europäische Käufer kaum, und die Expansion außerhalb Asiens bleibt eine offene Baustelle.

Warum der Vergleich des Tesla-KGVs (1100) mit Alibaba (27) hinkt

Ein KGV von 25 gilt im Technologiesektor als normal. Mit diesem Maßstab wirken Tesla bei 1100, Square bei 240 oder PayPal bei 81 nicht mehr teuer, sondern seltsam. Amazon, die Benchmark aller, notiert bei 110. Alibaba bei 27.

Jemand mit Taschenrechner präzisierte: Das KGV dient zum Vergleich reifer Unternehmen innerhalb einer Branche, nicht zur Bewertung einer Firma, die jährlich um 50 % wächst. Bei diesem Wachstum wäre selbst ein KGV von 180 logisch, und ein PEG von 0,5 wäre ein echtes Schnäppchen. Diese Warnung gilt in beide Richtungen und auch für Begeisterung: Wenn Tesla explodiert, zieht es die gesamte Branche durch Ansteckung mit.

Kartellstrafe und der Schlag gegen den Ant-Börsengang

Der Rückschlag kam aus einer unerwarteten Ecke: Die Aussetzung des Börsengangs von Ant Group und neue kartellrechtliche Vorschriften. Die Reaktion war Panik. Manche lasen dies als Strafe für den Gründer und eine Erinnerung daran, wer das Sagen hat; andere sahen darin das Ende des regulatorischen Freifahrtscheins. Der Kurs brauchte Zeit, um sich zu erholen.

Die Wende kam mit der Geldbuße, die niedriger ausfiel als vom Markt erwartet. Die Erholung war sofortig und wurde als Ende der Unsicherheit interpretiert. Niemand ignorierte den realen Preis des Deals: Niedrigere Gebühren für Plattformverkäufer belasten die Margen. Optimisten argumentierten, dass das Wachstum diese Anpassung locker wegsteckt.

Das Risiko, das niemand einpreist: Nasdaq-Ausschluss

Mit dem Gesetz zum Delisting chinesischer Unternehmen vom NYSE am Horizont stagnierte der Kurs. Dies ist das einzige Risiko, das nicht vom Unternehmen abhängt. Wer kühl bleibt, akzeptiert dies: Sollte der Ausschluss erfolgen, bleibt der Wechsel nach Hongkong, da Chinas Markt weiterhin Alibabas natürlicher Heimatmarkt ist.

Cloud: Der Hebel, der Amazon zum Giganten machte

Amazon stieg nicht von 500 auf 3000 Dollar pro Aktie durch Buchhandel oder seinen Online-Shop, sondern durch Cloud Computing. Alibaba steht in diesem Geschäft erst am Anfang, wirkt im Vergleich zu Bezos’ Cloud noch in den Kinderschuhen, nimmt aber Fahrt auf. Ein wiederkehrender Fakt: In den letzten Jahren bringt China mehr Tech-Einhörner hervor als Silicon Valley.

Hinzu kommt die Chip-Sparte. Die Tochter Pingtouge hat die gesamte Produktionskette für RISC-V-Halbleiter entwickelt, inklusive des Prozessors XuanTie 910, vorgestellt am 25. Juli 2019 für Anwendungen wie autonomes Fahren, abgestimmt auf den Fünfjahresplan der Partei. Der interne Wettbewerb verschärft sich: JD.com und Pinduoduo wachsen kurzfristig schneller und teilen denselben Markt.

Prognosen: Von 300 auf 3000 Dollar

Zirkulierende Szenarien reichen von einem Boden bei 200 Dollar bis zu schwer vorstellbaren Höchstwerten. Manche sehen 300 Dollar in wenigen Monaten, andere berechnen, dass der Kurs in fünf Jahren dreimal so hoch sein sollte, wieder andere fordern Geduld über 15 bis 20 Jahre hinweg. Einige behaupten, solange die Partei führt, werde Alibaba nie die Macht Amazons erreichen.

Nichts davon lässt sich allein durch Kennzahlen lösen. Angesichts dieser Margen stellt sich die Frage, warum jemand verkauft. Die Antwort ist seit langem dieselbe und steht in keiner Bilanz: Das Unternehmen ist chinesisch.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (141 Antworten).

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