Algerien lehnt Militärintervention im Niger ab

Der algerische Präsident verurteilt die Militärintervention im Niger als direkte Bedrohung. Nigeria zögert...

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Algerien lehnt Militärintervention im Niger ab
Algerien warnt: Ein Angriff auf den Niger ist ein Angriff auf Algerien

Der Präsident Algeriens sagte es ohne Umschweife: Die Drohungen einer militärischen Intervention im Niger sind „eine direkte Bedrohung für Algerien“, und sein Land lehnt sie „vollständig und kategorisch“ ab. Die über den Telegram-Kanal Entreguerras verbreitete Aussage schlug wie ein Stein in eine Debatte ein, die bis dahin als regionales Problem zwischen der nigrischen Militärjunta und der Wirtschaftsgemeinschaft der westafrikanischen Staaten (ECOWAS) erschien. Algier ist kein gewöhnlicher Nachbar: Es teilt fast tausend Kilometer Grenze mit dem Niger und beobachtet seit Jahren, wie die Sahel-Zone zum Manöverfeld ausländischer Mächte wird. Die Erklärung erwähnt keine Truppen, Fristen oder Bedingungen. Nur eine rote Linie. Und in der Geopolitik ist eine rote Linie ohne dahinterstehende Armee eine Einladung, dass jemand sie prüft, um zu sehen, ob sie echt ist.

Was geschah und warum Algerien Stellung bezieht

Der Staatsstreich im Niger – der den gewählten Präsidenten absetzte – löste ein Ultimatum der ECOWAS zur Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Ordnung aus. Frankreich unterstützte laut Berichten die Pläne des afrikanischen Blocks, die Junta zu vertreiben, „mit Festigkeit und Entschlossenheit“. Das Problem ist, dass die ECOWAS keine einheitliche Armee ist: Sie ist eine Summe ungleicher Willenskundgebungen, bei der Nigeria den Großteil der Streitkräfte stellt, mit etwa 25.000 Soldaten, die für eine hypothetische Operation gehandelt werden. Elfenbeinküste, Senegal und Guinea-Bissau haben Bereitschaft zur Teilnahme signalisiert. Sierra Leone, Liberia, Togo und Ghana haben sich bisher nicht öffentlich positioniert.

Algerien betrachtet diese Truppenverlegung mit derselben Sympathie, mit der ein Nachbar zusieht, wie Holz neben seinem Zaun gestapelt wird. Es geht nicht nur um panafrikanische Solidarität. Algier führt einen offenen Rivalitätskampf mit Marokko, einem Land, das – laut Analyse – seit Jahren stark von den USA und Israel bewaffnet wird. Wenn der Westen im Niger eingreift und regierungstreue Regierungen im Süden Algeriens installiert, zieht sich die Zange von zwei Flanken zusammen. Daher gehen einige davon aus, dass Algerien „auf die eine oder andere Weise“ eingreifen wird, wenn die Operation vorankommt, und seine natürlichen Verbündeten die Sahel-Staaten sein werden, die bereits angekündigt haben, die nigrische Junta zu verteidigen: Mali, Burkina Faso und Guinea.

Kann Nigeria einen Krieg im Niger führen?

Hier bröckelt die offizielle Erzählung. Der senegalesische Senat stimmte gegen die Intervention, obwohl die abschließende Erklärung des Hauses – gelesen vom Präsidenten – genug Spielraum lässt, damit der Präsident sie zu seinen Gunsten interpretieren kann. Die Kernfrage ist, ob Nigeria es sich leisten kann, eine externe Front zu eröffnen, während es im Inneren mit Boko Haram an der nordöstlichen Grenze, einem aktiven sarracinistischen Kalifat und bewaffneten Gruppen, die massenhaft entführen, ohne dass die Armee sie kontrollieren kann, zu kämpfen hat. Mit über 200 Millionen Einwohnern und einer Stammesstruktur, in der jede Gruppe unabhängig handelt, wenn man ihr Geld gibt, das Land in einen Krieg gegen einen muslimischen Nachbarn zu ziehen, um Frankreich zufrieden zu stellen, ist ein Rezept für den inneren Zusammenbruch. Die nigrische Armee hat bereits Truppen an der Grenze stationiert und wartet auf Befehle, aber die Frage, die niemand klar beantwortet, ist, wie viele dieser Soldaten zurückkehren würden, wenn die Sache schiefläuft.

Uran, Wagner und russisches Schach

Der Niger ist nicht irgendein Land auf der Energiekarte. Frankreich fördert seit Jahrzehnten Uran aus seinem Untergrund, eine Ressource, die die französischen Atomkraftwerke speist und erklärt, warum Paris nicht kampflos loslässt. Die Analyse betont den Widerspruch: Dasselbe Europa, das Kritiker der irregulären Migration Rassisten nennt, duldet ohne mit der Wimper zu zucken, was als Plünderung von Ressourcen und Ausbeutung der lokalen Bevölkerung beschrieben wird. Doppelmoral sei, so argumentieren sie, der stille Treibstoff dieses Konflikts.

In diesem Kontext spielt Russland mit Vorteil. Wagner hat bereits Präsenz in Mali, und sein Einfluss erstreckt sich über die Sahel-Zone. Die nigrische Junta weiß, dass sie ohne russische – oder algerische – Unterstützung einer ECOWAS-Offensive kaum standhalten wird. Und Moskau, das laut der kursierenden Redewendung ein Elefantengedächtnis hat, bewegt Figuren nicht schnell, aber wenn es sie bewegt, schlägt es zu. Der algerische Generalstabschef reiste nach Moskau, um sich mit Schoigu zu treffen, eine Geste, die diplomatisch als mehr als nur militärische Höflichkeit gedeutet wird.

Marokko, Spanien und der Domino-Effekt

Das fehlende Teil auf dem Brett ist Marokko. Rabat unterhält eine strategische Allianz mit Washington und hat Ausrüstung und Basen von den USA erhalten. Wenn Algerien in einem Konflikt geschwächt wird, hätte Marokko freie Hand, seine Aufmerksamkeit nach Norden zu lenken, und dort kommt Spanien ins Spiel. Die wiederholte These ist unbequem: Spanien hat ein Interesse daran, dass Algerien nicht geschwächt wird, denn ein Marokko ohne Gegengewicht im Maghreb ist ein Marokko mit Gebietsansprüchen auf Ceuta, Melilla und sogar die Kanarischen Inseln. Das Problem ist, dass Spanien, laut dieser Analyse, wie der Hund agiert, der die Leine seines amerikanischen Herrn hält.

Das Szenario, das niemand benennen will

Die düsterste Hypothese ist kein konventioneller Krieg. Es ist ein Vietnam 3.0 in der Sahel-Zone: Guerillakrieg, Drohnen, Operateure vor Ort und eine lokale Bevölkerung, die die Junta laut kursierenden Schätzungen zu 90 % unterstützt. In diesem Szenario wäre es für Russland „ziemlich einfach und billig“, eine ausländische Streitmacht aus dem Land zu entfernen, da es sich darauf beschränken würde, Guerillas anzuleiten und Ausrüstung zu liefern. Unterdessen sehen in Europa einige bereits Lieferwagen voller Sturmgewehre, die von Rumänien und Bulgarien nach Frankreich rollen, und einen möglichen Rassenkonflikt in wenigen Monaten, wenn Paris die Situation nicht gut handhabt. Die Lunte brennt. Es bleibt nur zu wissen, wer das Streichholz hält.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (129 Antworten).

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