Russland und Algerien üben an der Grenze zu Marokko

Russland und Algerien planen Militärübungen nahe der marokkanischen Grenze; laut russischem Verteidigungsministerium nehmen etwa 80 Soldaten teil.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Russland und Algerien üben an der Grenze zu Marokko
Russland und Algerien setzen militärisches Signal an Marokkos Grenze

Russland und Algerien bereiten sich auf Militärmanöver in der Nähe der südwestlichen algerisch-marokkanischen Grenze vor. Dieser Schritt verändert die geopolitische Lage in Nordafrika, stützt sich zunächst jedoch auf eine bescheidene Zahl: etwa 80 russische Soldaten, wie das russische Verteidigungsministerium mitteilte. Die Anzahl ist fast schon beiläufig. Der Ort nicht. Und auch der Zeitplan nicht: Die Übungen sind für November vorgesehen.

Was über die Manöver Russlands und Algeriens bekannt ist

Die Ankündigung verortet die Übungen im äußersten Südwesten Algeriens, direkt angrenzend an das marokkanische Territorium und damit auch an die umstrittene Westsahara. Die zentrale Frage jeder seriösen Analyse lautet, welche Kapazitäten Moskau tatsächlich hat, eine zweite Front zu eröffnen, während es in der Ukraine feststeckt. Die häufigste Antwort: Es braucht nicht viel. Das bloße Vorhandensein genügt. Eine Flagge, einige Lastwagen und ein Foto wirken stärker als ein Bataillon, wenn das Ziel darin besteht, eine Botschaft an Rabat, Paris und Brüssel zu senden.

Algerien gegen Marokko: Wer hat mehr, wer hat das bessere Material?

Hier herrscht kein Konsens, und die verfügbaren Daten widersprechen sich. Eine Strömung argumentiert, dass Algerien sowohl Quantität als auch Qualität besitzt: T-90-Panzer, Fuchs-Schützenpanzer, TOS-1-Flammenwerfer, S-300-Luftabwehrsysteme, Su-30-Kampfjets, Iskander-Raketen, U-Boote mit Landangriffsfähigkeit und Luftbetankung. Die Gegenposition betont, dass Marokko weniger, aber hochwertiger gekauft habe und seine jüngsten Anschaffungen eine Qualität böten, die die numerische Unterlegenheit ausgleiche. Wie bei solchen Konflikten üblich gewinnt nicht derjenige den Streit, der die Debatte führt, sondern der, der die Logistik beherrscht.

Gas, Pipeline und das reale Risiko für Spanien

Sollte sich die Lage zuspitzen, ist Spanien nicht nur Zuschauer. Algerien gilt als zuverlässiger Lieferant, und die noch funktionierende Gaspipeline stellt in jedem Sabotageszenario ein offensichtliches Ziel dar. Manche befürchten einen unbekannten Anschlag. Auch die humanitären Folgen lassen sich beziffern: Schätzungen zufolge leben in Spanien rund 70.000 Algerier und in Frankreich 1,5 Millionen. Ein erzwungener Bevölkerungsaustausch würde das Mittelmeer schneller überqueren als jede diplomatische Erklärung.

Spaniens Annäherung an Marokko und die Kosten in der Westsahara

Unmut über die Ausrichtung nach Rabat durchzieht weite Teile der Analyse. Es wird argumentiert, dass Algerien nie ein Feind Spaniens war, die eigene Bevölkerung nicht als Migrationsdruckmittel eingesetzt wurde und ein fünfzig Jahre alter Konsens zur Westsahara aufs Spiel gesetzt worden sei. Dem halten andere entgegen, dass die spanische Armee Truppen in den baltischen Staaten und Mali stationiert hat, während die Westsahara vernachlässigt wurde. Zudem liegt laut Berichten eine Anzeige der Frente Polisario gegen Pedro Sánchez beim Internationalen Strafgerichtshof wegen mutmaßlicher Beihilfe zu Kriegsverbrechen vor, was gerichtlich jedoch nicht bestätigt ist.

China, der goldgedeckte Rubel und die Rechnung der Narrative

Das Thema mündet, wie so oft, in den Blockkonflikt. Im Diskurs wird behauptet, China verfüge über zwei Millionen aktive und eine Million Reserve-Militärs, und Russland habe den Rubel physisch an Gold gekoppelt (1 Gramm = 5.000 Rubel), um Manipulationen durch Londoner und New Yorker Papiermärkte zu umgehen. Der Westen, so heißt es, habe weder Weizen noch Düngemittel, Phosphate oder eine nennenswerte Handelsmarine. Das mag übertrieben klingen. Auch die Lage in der Ukraine klang zunächst übertrieben.

Eines lässt sich ausschließen: Diese Manöver bleiben reine Routine. Die Wahrscheinlichkeit eines offenen Konflikts zwischen Algerien und Marokko innerhalb von drei Jahren ist gering, doch kaum jemand setzt sie noch auf null. Und wer zuerst die logistischen Karten spielt, wird vermutlich nicht derjenige sein, der an der Grenze am lautesten schreit.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (218 Antworten).

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