Alfonso Ussía, spanischer Schriftsteller und Talkgröße, gestorben

Alfonso Ussía, Autor von Tratado de las buenas maneras, ist tot. Manche nennen ihn einen Meister der Ironie; andere werfen ihm einen salonfähigen, bürgerlichen Humor vor.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Alfonso Ussía, spanischer Schriftsteller und Talkgröße, gestorben
Alfonso Ussía ist tot: Der Meister, der zum Lachen brachte und erröten ließ

War er der letzte große Meister des spanischen Costumbrismo oder ein Salonhumorist, der nicht allen zum Lachen brachte? Der Tod von Alfonso Ussía hat diese Debatte neu eröffnet. Er hinterlässt ein umfangreiches Werk und darin zwei Titel, die im Thread an die Spitze des modernen Costumbrismo gesetzt werden: Tratado de las buenas maneras und das Manual del ecologista . Über den Umfang seines Schreibens streitet niemand. Gestritten wird darüber, was darunterlag.

Ein Talkteilnehmer, dem man gern zuhörte – sogar wer ihn nie wählte

Auf einem Gebiet sind sich fast alle Bewertungen einig: sein Können als Talkshow-Teilnehmer. Man erkennt seine Intelligenz, seine Ironie und eine Bildung an, die heute im Lärm der Debattrunden selten geworden ist. Wer keine einzige seiner Ideen teilte, gab dennoch zu, ihm gern zuzuhören. Bissig, ja. Unterhaltsam, auch. In einem Land, in dem die öffentliche Debatte mit Geschrei und nach Parteifarben ausgetragen wird, beginnt das ein seltenes Verdienst zu sein.

Zehn Jahre mit Leibwächter, weil er die ETA beim Namen nannte

Sein ideologisches Profil, anglophil und monarchistisch, war kein Geheimnis. Ebenso wenig seine Haltung gegenüber dem ETA-Terrorismus, die ihm nach Aussage eines Beteiligten ein Jahrzehnt unter Personenschutz kostete. Zehn Jahre lang bewacht, weil er laut aussprach, was viele lieber verschwiegen. Wer sein Andenken verteidigt, betont genau das: eine Konsequenz, die sich nicht bog, als der Preis nicht mehr nur rhetorisch war. Diese Tatsache ordnet seine Biografie mehr als jeder Preis.

Hier bricht der Konsens: der Salonhumor

Für einen Teil der Leser wirkte sein Humor herablassend gegenüber einem Teil des Landes, und seine sarracena Haltung galt als fragwürdig und sehr bürgerlich. Man wirft ihm vor, ein bequemer Chronist gewesen zu sein, beklatscht von denen, die ohnehin wie er dachten, und von anderen als dienstbar gegenüber der Macht gelesen. Manche sprechen ihm sogar den Rang eines Meisters ab und stellen ihn in den Schatten seines Großvaters. Etiketten fliegen schneller als Argumente, und in diesem Fall kamen sie vor dem Beileid an.

Zwei Spanien, ein und derselbe Mann

So sieht die Bilanz aus: Die einen lesen seine Ironie als Klarsicht, die anderen als Verachtung. Dieselben Texte dienen je nach Leser dem Beweis des Gegenteils. Es ist die klassische Paradoxie des Kolumnisten, der sich bei seinen Feinden beliebt und bei seinen Freunden Verdacht erregt. Weder Trauer noch Kritik haben sich darauf einigen können, was genau da gegangen ist – oder ob es über die Figur hinaus überhaupt etwas zu verabschieden gab.

Das Detail, das seine Figur zusammenfasst

Unter den Anekdoten, die sein Andenken hinterlässt, geistert eine herum, die für ein ganzes Traktat reicht: der Spruch, Zarautz gut und Deba schlecht. Humor minimaler Geografie, der Nachbarschaft, von jemandem, der jede Ecke dessen kennt, was er zeichnet. Dieser Ton, halb Sitte halb Stichelei, ist es, den seine Verteidiger vermissen und den seine Kritiker als Symptom des Problems betrachten.

Bei allem, was gerade los ist, wird das Verteilen von Etiketten weniger dauern als das Vergessen. Bleiben wird ein Mensch, der den zum Lachen bringen konnte, der ihn gerade noch einen Narren genannt hatte. Wenige Berufe sind schwerer. Und wenige werden schlechter in Erinnerung behalten.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (14 Antworten).

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