Aldama belastet PSOE-Führung mit Bestechungsgeldern

Unternehmer Aldama wirft Santos Cerdán und Ángel Víctor Torres Bestechung vor. Die Debatte dreht sich um die politische Überlebensfähigkeit von Pedro Sánchez.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Aldama belastet PSOE-Führung mit Bestechungsgeldern
Aldama belastet PSOE-Führung mit Bestechungsgeldern

Der Unternehmer Víctor de Aldama hat Richter Ismael Moreno gegenüber ausgesagt, dass der stellvertretende PSOE-Vorsitzende Santos Cerdán 15.000 Euro Provision erhalten habe und Minister Ángel Víctor Torres während seiner Zeit als Präsident der Kanaren 50.000 Euro für eine Maskenbeschaffung gefordert habe. Diese Zahlen haben aus einer freiwilligen Aussage das politische Erdbeben der Woche gemacht. Die Reaktion im Forum ließ nicht auf sich warten: „Wenn Sánchez nach Aldamas Aussage immer noch an der Macht ist, muss er unsterblich sein“, fasst der Thread-Titel zusammen, der in 683 Tagen von Ironie zur Analyse übergegangen ist, warum das System hält.

Die Zahlen, die Aldama auf den Tisch legt

Aldama sprach nicht nur über Cerdán und Torres. Laut seiner Aussage zahlte er 250.000 Euro an den ehemaligen Minister José Luis Ábalos und 100.000 Euro an seinen Assistenten Koldo García. Er fügte hinzu, dass er ihnen irgendwann sagte: „Ich bin nicht die Banco de España“, als sie mehr Geld forderten. Die Gesamtsumme, die im Forum diskutiert wird, übersteigt eine halbe Million Euro an direkten Zahlungen, ohne spätere Geschäfte zu berücksichtigen.

Einige argumentieren, diese Beträge seien „zu klein für das, was wirklich gestohlen wurde“, und dass die Relevanz nicht im Betrag liege, sondern in der Struktur: einem Netzwerk, das laut Aldamas Darstellung einen amtierenden Minister und die Nummer drei der Partei umfasste. Die vollständige Aufschlüsselung der Zahlungen und Daten ist es, die viele ihre Meinung über die Schwere der Angelegenheit ändern ließ.

Warum zweifelt man daran, dass Aldama Beweise hat?

Diese Frage zieht sich durch den gesamten Thread: „Hat er Beweise vorgelegt oder sagt er einfach 'Glaubt mir'?“. Die Antwort zum Zeitpunkt der Diskussion lautet, dass Aldama bei seiner Entlassung aus dem Gefängnis Soto del Real versprochen hat, Beweise für alles Vorgetragene zu liefern: „Da er so viele Beweise will, soll Herr Sánchez keine Sorgen haben; er wird Beweise für alles Gesagte bekommen.“ Aber die Materialisierung dieser Beweise ist im verfügbaren Material nicht bestätigt.

Der Skeptizismus kommt nicht nur von einer Seite. Einige erinnern daran, dass „wenn Aldama nicht selbst ein Problem hat“, seine Aussage eigennützig sein könnte. Andere entgegnen, dass das Foto mit Sánchez bereits ein Beweis für die Beziehung sei, auch wenn es keinen Straftatbestand begründet. Die Diskussion bewegt sich zu einem unbequemer Punkt: Wenn das Justiz- und Steuersystem wie von einigen Analysen behauptet in die Parteien integriert ist, werden keine Beweise ausreichen, um die Regierung zu stürzen.

Das Argument der politischen Unsterblichkeit

„Es ist nicht, dass er unsterblich ist, sondern wir leben in einem Staat, der kein Rechtsstaat ist“, schreibt ein Teilnehmer. Die dominierende These im Thread besagt, dass Sánchez nicht wegen Unschuld überlebt, sondern weil die Kontrollmechanismen blockiert sind. Es wird die Zahlung an Separatisten, Terroristen und Kommunisten als parlamentarische Stütze erwähnt, und es wird geschlossen: „Solange er weiter zahlt, haben wir Sánchez noch lange.“

Demgegenüber steht eine andere Strömung, die behauptet, die PP „tanzt auch“ und dass ein Misstrauensantrag die Unterstützung Puigdemonts erfordern würde, was die Alternative zu einem Farce macht. Die Diskussion erreicht keinen Konsens: Einige sehen eine strukturelle Straflosigkeit, andere eine einfache arithmetische Berechnung der Sitze.

Die Decke der sich ansammelnden Fälle

Der Thread listet eine Reihe von Themen auf, die laut Teilnehmern über Aldama hinausgehen: das Abendessen mit Delcy Rodríguez und venezolanisches Gold, die 400.000 Euro bar an Ábalos, die folgenden 2 Millionen, sowie Treffen mit Teresa Ribera und Begoña Gómez bezüglich der Wiederaufforstung. Das Gefühl, das sie vermitteln, ist das einer Decke, die an einer Stelle gezogen wird und an anderer Stelle aufdeckt.

„Und all dies wird in die ausländische öffentliche Meinung durchsickern“, warnt eine Nachricht und erinnert daran, dass in anderen Ländern Premierminister wegen geringerer Angelegenheiten zurückgetreten sind. Der Vergleich mit dem britischen Fall ist wiederkehrend: Dort fallen sie wegen Kleinigkeiten, hier fällt niemand.

Der Mindestlohn und der Whopper: die unerwartete Wendung der Debatte

Mitten im Thread driftet die Konversation zum Mindestlohn (SMI). Ein Teilnehmer ironisiert: „Jeder weiß, dass wenn man den SMI um 3.000 Euro erhöht, jeder plötzlich 3.000 Euro mehr wahrnimmt, ohne Einfluss auf Arbeitslosigkeit oder Inflation.“ Die Antwort lässt nicht auf sich warten: „Die Miete und der Einkaufskorb sind deutlich stärker gestiegen als dieser SMI.“

Der Austausch wird zu einem Schlagabtausch darüber, ob die Erhöhung des SMI das Leben der Arbeiter verbessert oder verschlechtert hat. Eine Nachricht fasst es schonungslos zusammen: „Dank dieses ständigen Anhebens dieses Mistes sind wir jetzt alle arm, sogar diejenigen, die früher ein anständiges Gehalt hatten.“ Ein anderer antwortet mit Sarkasmus: „Wenn der Preis des Whoppers gestiegen ist, ist es Zeit, gesund zu essen.“ Die wirtschaftliche Diskussion vermischt sich nahtlos mit der politischen.

Was noch zu sehen bleibt

Aldama hat Beweise versprochen. Richter Ismael Moreno hat die Aussage. Aber der Thread schließt den Fall nicht ab; er belässt ihn genau dort, wo er war, mit einer schwebenden Frage. Wenn die Beweise eintreffen und nichts passiert, wird die These der Unsterblichkeit bestätigt. Wenn etwas passiert, muss man prüfen, warum. Mit diesen Voraussetzungen ist jede Prognose riskant. Die einzige Gewissheit ist, dass der Whopper weiterhin teurer wird.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (141 Antworten).

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