AEMET wirft Kritikern Angst und Hass schüren vor

Die spanische Wetterbehörde AEMET kritisiert „Desinformation“ und entfacht erneut Debatten über Chemtrails und Klimawandel.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

AEMET wirft Kritikern Angst und Hass schüren vor
AEMET attackiert „Desinformations-Generatoren“ mitten in der Klimadebatte

Die staatliche spanische Wetteragentur (Agencia Estatal de Meteorología, kurz AEMET) hat sich aus dem reinen Wetterbericht herausgewagt und ist in die politische Arena eingetreten. In einer Nachricht, die ihrem offiziellen Konto zugeschrieben wird, beschreibt die Agentur „Desinformations-Generatoren“ als Erfinder von Falschmeldungen, die „Angst und Wut säen“ und „verletzliche Personen unterwerfen“. Dies sei plumpe Arbeit, die nur persönlichen Interessen diene. Niemand wird namentlich genannt. Doch die Botschaft wird weithin – und weiterhin – als Angriff auf alle verstanden, die den offiziellen Klimadiskurs hinterfragen.

Die Reaktion war eine Mischung aus Ärger und Spott. Was am meisten ärgerte, war nicht die Herabsetzung selbst, sondern der Zusatz zu den verletzlichen Personen: Mehrere Teilnehmer interpretieren dahinter die Vorstellung einer Masse, die bevormundet werden muss, und sehen Empathie als Instrument zur Deutungsrahmenbildung. Als Beleg dient ein anderer, parallel kursierender Nachrichtentext der Agentur.

Was hat die AEMET über künstliche Wettermodifikation gesagt?

Dass mehr als 50 Länder Aktivitäten zur künstlichen Wetterbeeinflussung durchführen. Die Agentur veröffentlicht dies als internationalen Kontext, ohne weitere Wertung. Das Problem liegt im Kontrast: Für einen Teil der Öffentlichkeit wirkt diese Aussage wie ein Eingeständnis, dass das, was aktiv geleugnet wird, passiv praktiziert wird. „Sie widersprechen sich selbst“, lautet das Fazit.

Dem gegenüber steht das andere Narrativ, das in sozialen Medien kursiert: Eine virale Nachricht behauptet, der Himmel werde besprüht, 99% der Brände seien gelegt, Landflächen würden für Solar- und Windparks umgewidmet, und die Regierung sowie Iberdrola ließen Stauseen ab, um Dürren zu provozieren. Es sind Anschuldigungen ohne beigefügte Beweise. Sie werden als Protest vorgebracht, nicht als verifizierte Daten, und so sollten sie auch gelesen werden.

Kondensstreifen oder Besprühung: Zwei unvereinbare Narrative

Hier spaltet sich die Diskussion in zwei Lager. Ein Strom vertritt die Ansicht, Flugzeuge erzeugen lediglich Kondensstreifen aus Wasserdampf, alles andere sei Aluhut-Folklore. Der andere stützt sich auf visuelle Beobachtungen: Wer zum Himmel schaut, versichert, dass früher kein Streifen länger als eine Minute hielt, während sie heute bestehen bleiben, sich verbreitern und schließlich den Himmel bedecken. Diese Diskrepanz lässt sich nicht mit Slogans lösen.

Auch die technische Erklärung liegt auf dem Tisch. Der in der Diskussion zitierte Leitfaden für Satellitenbilder erklärt, dass die Wolkenfarbe stark vom Beobachtungswinkel des Satelliten abhängt und Wasserwolken am Rand grünlich erscheinen. Das bedeutet, es gibt instrumentelle Erklärungen für seltsame Farben, die keine geheime Flotte erfordern. Für die Gegenseite ist genau diese Erklärung das perfekte Beispiel dafür, wie man jemanden diskreditiert, der einfach aus dem Fenster schaut.

Das Patent von 1990 und der wiederkehrende Name

Unter den kursierenden Argumenten findet sich eines mit Datum: Ein Patent aus dem Jahr 1990, das laut dieser Version im Jahr 2004 an die Firma Raytheon überging. Es wird als Beweis für militärisches Interesse an der Manipulation des Klimas angeführt. Es ist ein oft wiederholtes, selten überprüftes Detail, das zusammen mit dem Rest des Pakets reist: die Beschwerde, dass die Datensätze der Agentur nicht mehr kostenlos veröffentlicht wurden, oder das Detail, dass ihr Hauptsitz in Moncloa liegt.

Dieser letzte Punkt fungiert in der Konversation als Augenzwinkern. Die physische Nähe zur Macht würde, nach dieser Lesart, die Verschiebung des institutionellen Tons erklären. Es gibt kein Dokument, das dies beweist. Was jedoch existiert, ist ein politisches Grundkonzept, nämlich die Schließung der Wetteragenturen, das der Partei Vox zugeschrieben wird und das von einer Idee zur politischen Flagge geworden ist.

Thermometer neben zwanzig Fahrspuren

Im Kapitel der Daten kursiert eine Beschwerde, die einem Tweet von Tony Heller zugeschrieben wird: Das Thermometer des Observatoriums in Sydney stand neben zwanzig Asphaltfahrspuren, direkt gegenüber einer Mautstelle. Das Argument ist immer dasselbe: Wenn die Messstation schlecht platziert ist, erbt die damit erstellte historische Zeitreihe diesen Fehler. Auf der anderen Seite wird geantwortet, dass dies Anekdoten seien, keine Widerlegung der Gesamtheit der Evidenz.

Warum die Diskussion bei Impfungen endet

Weil sich die Gräben überschneiden. Die Klimadebatte driftet Richtung Pandemie: Einige fordern, dass Kritik an Institutionen nicht mit Leugnung der Kondensstreifen gleichgesetzt wird; andere kontern, dass sie sich aus freiem Willen nicht impfen ließen und weiterhin wie Kinder behandelt würden. Der Austausch dreht sich an diesem Punkt nicht mehr um Meteorologie. Es geht darum, wer die Autorität hat, wem zu sagen, was er glauben soll.

Und dort stockt alles. Die Agentur hat die Daten und das Sprachrohr. Die Kritiker haben das Misstrauen. Es fehlt die Erklärung, die niemand liefert: Warum wählt eine Institution, die meteorologische Zeitreihen veröffentlicht, genau dann, wenn sie infrage gestellt wird, den Tonfall einer politischen Pressemitteilung statt eines Diagramms.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (194 Antworten).

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