Abschiebungen aus Ceuta blockiert – Beamte fürchten Urteil wegen Rechtsbeugung

90 Prozent der Migranten, die nach Ceuta in Spanien einreisten, sind bereits in Marokko; der Rest trifft auf Beamte, die eine Verurteilung wegen Rechtsbeugung fürchten.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

## Abschiebungen aus Ceuta: Angst vor Rechtsbeugung blockiert die Rückführungen

Warum kann ein Abschiebeverfahren wochenlang unbearbeitet bleiben? Die Antwort ist nicht die Bürokratie, sondern das strafrechtliche Risiko. Die Regierung feiert, dass „90 Prozent“ der Migranten, die am 30. Juli über den Grenzübergang Tarajal nach Ceuta eingereist sind, nach Marokko zurückgekehrt sind, räumt aber ein, dass sich das Problem verfestigt: Die Beamten verweigern aus Angst vor einer Verurteilung wegen Rechtsbeugung (prevaricación, ein Straftatbestand für Amtsträger in Spanien) die Unterschrift.

## Der abschreckende Präzedenzfall: neun Jahre Amtsverbot

Diese Angst ist nicht theoretisch. 2025 verurteilte die Provinzgerichtsbehörde von Cádiz Salvadora Mateos, ehemalige Regierungsdelegierte in Ceuta, und Mabel Deu, ehemalige erste Vizepräsidentin der Autonomen Stadt, wegen administrativer Rechtsbeugung zu neun Jahren Amtsverbot. Der Ursprung: die Schnellrückführung von 55 Minderjährigen nach Marokko im Jahr 2021. Seitdem wird jede Unterschrift unter eine beschleunigte Rückführung genau unter die Lupe genommen: Die Gerichte haben bereits gezeigt, dass politische Anweisungen nicht von strafrechtlicher Verantwortung befreien.

Ein Teil der Analyse hält nicht die Beamten für das Problem, sondern den institutionellen Aufbau, der sie allein vor dem Richter stehen lässt. Eine andere, kritischere Sicht wirft ihnen genau das Gegenteil vor: dass die Verwaltung nach dem ersten ungünstigen Urteil die Migrationspolitik nicht mehr durchsetzt. Zwischen beiden Lesarten liegt eine unbequeme Tatsache: Niemand möchte der Nächste auf der Anklagebank sein.

## Notverordnung und andere Wege, die niemand beschreitet

Eine der Lösungen, die an Bedeutung gewonnen hat, ist, dass die Regierung das Gesetz per Notverordnung ändert und Abschiebungen mit rechtlicher Absicherung durchführt. Der schnellere Weg wäre die Ausrufung des Ausnahmezustands, der Rückführungen mit weniger Garantien ermöglichen würde. Doch beide stoßen an dieselbe Mauer: Wenn die Gerichte die Maßnahme später aufheben, stehen die Unterzeichner allein da. Politische Amtsträger können sich auf höheren Befehl berufen; der einfache Beamte nicht.

Währenddessen werden einige der Eingereisten bereits auf das spanische Festland verteilt. Die politischen Folgen sind sichtbar: Kundgebungen zur Unterstützung Ceutas und eine Regierung, die die Pflichtverteidigung um zehn zusätzliche Anwälte verstärkt. Nicht etwa, um Abschiebungen zu beschleunigen, sondern um den Stau zu verwalten.

Mit diesen Spielregeln ist die Blockade kein Systemfehler: Sie ist das Ergebnis. Und niemand im Moncloa, dem Amtssitz des spanischen Ministerpräsidenten, scheint bereit, sie zu ändern. Der nächste Beamte, der unterschreibt, weiß, was ihn erwartet.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (90 Antworten).

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