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Abschiebung als Rezept gegen die Wohnungskrise in Spanien
Ein Artikel in El Mundo greift den Vorschlag auf, Migranten abzuschieben, um Wohnungen günstiger zu machen; im Einwand der Debatte heißt es, die Wohnungsknappheit sei älter.
Wohnungen verbilligen durch Abschiebung: Die Rechnung geht nicht auf
Ein Vorschlag, Wohnungen durch die Abschiebung von Migranten zu verbilligen, hat die spanische öffentliche Debatte erreicht. Aufgegriffen wird er in einem Artikel der El Mundo; auffällig ist dabei nicht nur der Ansatz selbst – Menschen auszuweisen, damit Wohnungen frei werden –, sondern auch die Reaktion, die er ausgelöst hat. Kratzt man nur ein wenig an der Oberfläche, zerfasert das Argument.
Weniger Menschen, mehr freie Wohnungen?
Auf dem Papier wirkt die Gleichung einfach: Wenn Menschen weggehen, steigt die Zahl der Wohnungen pro Kopf und die Preise sinken. Der Einwand, der in der Debatte auftaucht, lautet jedoch, dass Wohnungen nicht nach Kopfzahl verteilt werden: Es fehlt seit vielen Jahren an Wohnungen, lange vor der letzten Migrationswelle, und den Engpass hat nicht der verursacht, der mit einem Koffer ankommt. Angeführt wird, dass Millionen neuer Wohnungen nötig sind und vor allem, dass das Horten und die Spekulation, die den Markt seit Jahrzehnten aufblähen, konsequent beendet werden müssen. Die Abschiebung eines Arbeitnehmers macht keine Wohnung frei, die ein Fonds gekauft hat, um sie nicht zu vermieten.
Wann gab es in Spanien zuletzt bezahlbaren Wohnraum?
Hier geht die Meinung völlig auseinander. Ein Teil verortet die gute Zeit in den Jahren 2014-2017, in denen – dieser Lesart zufolge – genug Wohnraum vorhanden war und der Arbeitsmarkt weniger angespannt. Die Antwort kommt prompt: Während des gesamten Regímenes del 78 (des postfranquistischen Verfassungssystems) gab es nie bezahlbaren Wohnraum für alle. Die Spekulation kam nicht mit dem letzten Boot; sie hat sich Jahrzehnt für Jahrzehnt entwickelt, mit oder ohne Migranten. Der Streit ist zudem nicht unschuldig: Er dient dazu, einem Fehler die Schuld zuzuschieben, der seit vierzig Jahren an derselben Stelle sitzt – dem Ausländer.
Das Wunder der Brotvermehrung
Ein Land mit endlichen Ressourcen, das in wenigen Jahren viele Menschen aufnimmt, vervielfältigt seine Wohnungen, sein Wasser und seinen Strom nicht durch spontane Generation. Die Arbeitskräfte wachsen, nicht die Infrastruktur. Diese Lücke, so eine andere Strömung, zahlen weder der Neuankömmling noch der, der schon da war – sie kassiert, wer von Miete, Grundstücken oder Niedriglöhnen lebt. Mehr Holz, aber derselbe Wald. Und wenn die Ressource knapp wird, steigt der Preis. Mit oder ohne Migranten.
Warum dieser Diskurs Stimmen verliert, statt sie zu gewinnen?
Für einen der Teilnehmer, weil die Aussage „Es sind zu viele Menschen“ nichts löst. Die kurze Diagnose ohne Bauvorschlag und ohne Bremse für die Spekulation kommt bei dem Wähler nicht an, der seit Jahren die Miete in seinem eigenen Viertel nicht mehr zahlen kann. Wer das Problem auf der Gehaltsabrechnung hat, will keinen Feind, sondern eine Wohnung. Und da bleibt der Diskurs bei zwei Sätzen und einer Schlagzeile stehen.
Unternehmer, Regierende und ein unbequemes Datum
Im Hintergrund bleibt der von einem Teilnehmer geäußerte Verdacht, dass die eigentliche Schuldverteilung eine andere ist: Die Unternehmer unterwerfen sich den Gesetzen, die Regierenden nicht, weil sie sie selbst schreiben. Cui prodest. Und mit diesen Vorzeichen ist die Prognose, die in der Debatte auftaucht, alles andere als optimistisch: Ein Teilnehmer verortet das Jahr, in dem Spanien aufhört zu existieren, wie es heute als Staat besteht, bei 2040. Das Rezept desselben Teilnehmers ist keine politische, sondern eine zum Umzug: Wer kann, soll fliehen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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