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84-jährige Rentnerin fährt für Uber, um über die Runden zu kommen
Sharon Albrecht, eine 84-jährige ehemalige Krankenschwester aus Virginia, fährt für Uber und arbeitet in der häuslichen Pflege, um bis zu 1.800 Euro monatlich zu ihrer Rente dazuzuverdienen.
Sharon Albrecht, eine 84-jährige ehemalige Krankenschwester, die in Virginia (USA) lebt, verbindet das Fahren für Uber mit der Arbeit in der häuslichen Pflege, weil ihre Rente ihre Ausgaben nicht deckt. Sie braucht zusätzlich zwischen 1.300 und 1.800 Euro im Monat.
Das Bild des Rentners, der den Wecker für immer ausschaltet, zerbricht, wenn die Rente nicht reicht. **Sharon Albrecht**, **84 Jahre alt** und wohnhaft in **Virginia** (USA), verbringt einen Großteil ihrer Tage am Steuer eines Uber und fährt durch die Stadt. Sie tut es, um eine Rente aufzubessern, die, so sagt sie, nicht ausreicht, um die Rechnungen zu bezahlen und ihren Lebensstandard zu halten. Ihren Fall hat **Business Insider** aufgegriffen.
Das ist keine vereinzelte Anekdote. Es ist das Abbild eines Rentenmodells, bei dem private Ersparnisse und individuelle Vorsorgefonds eine Last tragen, die in anderen Ländern der Staat übernimmt. Albrecht fährt nicht aus Berufung und nicht, um die Zeit totzuschlagen: Sie fährt, weil die Zahlen nicht aufgehen.
## Sie braucht bis zu 1.800 Euro extra pro Monat
Die Zahl, mit der Albrecht rechnet, ist konkret. Sie sagt, sie brauche zwischen **1.500 und 2.000 Dollar im Monat** —zwischen **1.300 und 1.800 Euro**—, um ihre Rente aufzubessern und ihre Ausgaben zu decken. „Ich habe einige Investitionen und eine eigene Wohnung, aber ich habe nicht das Gefühl, dass das reicht“, erklärte sie dem US-Medium.
Zur Einordnung: Der bundesweite Mindestlohn in den USA liegt seit Jahren bei **7,25 Dollar pro Stunde**. Die monatlichen Lebenshaltungskosten eines Erwachsenen übersteigen allein für Wohnen, Gesundheit und Grundversorgung oft **3.000 Dollar**. Die Lücke zwischen dem, was reinkommt und was rausgeht, ist in ihrem Fall der Grund, warum sie weiterarbeitet.
Ihre Strategie, diese Lücke zu schließen, besteht aus zwei Jobs. Am Steuer von Uber und zugleich in Teilzeit als Pflegekraft in der häuslichen Pflege. Diese Kombination erlaubt es ihr, Einkommen zusammenzukratzen, ohne von einem einzigen Arbeitgeber abhängig zu sein.
## 20 Dollar pro Stunde am Steuer, 30 wenn es läuft
Was sie am Steuer verdient, ist auch kein Volltreffer. Albrecht rechnet mit etwa **20 Dollar pro Stunde**, eine Summe, die schrumpft, sobald sie die Autokosten abzieht. Wenn sie sich nach **Washington D.C.** begibt und eine gute Fahrt zum Flughafen ergattert, steigt der Satz auf **30 Dollar pro Stunde**.
Mit dieser Rechnung organisiert sich ihr Arbeitstag nach dem Prinzip des Überlebens. Sie arbeitet **drei bis vier Stunden** und hört auf, sobald sie sich müde fühlt. Sie meidet Nachtfahrten durch problematische Gegenden von Washington D.C. und konzentriert ihre Fahrten auf die Wochenenden oder Strecken zum Flughafen, die am besten bezahlt werden.
Mit Jahren lebt Albrecht mit Arthritis und Rückenschmerzen. Trotzdem versichert sie, dass ihre Reflexe und ihre geistige Beweglichkeit unversehrt sind. Das Alter hat ihr den Führerschein nicht genommen, aber es hat ihr beigebracht, ihre Kräfte einzuteilen.
## Von der psychiatrischen Pflege ans Steuer
Ihre Lage entstand nicht über Nacht. Albrecht arbeitete jahrzehntelang in der psychiatrischen Pflege und betrieb in den 1970er Jahren ein Massagegeschäft. Sie gibt zu, ihren Ruhestand nicht früh genug geplant zu haben. Das US-System hängt, anders als das spanische, bei dem fortlaufende Beitragszahlungen eine beitragsbezogene Rente garantieren, in hohem Maße von privaten Ersparnissen und individuellen Vorsorgefonds ab.
Dazu kamen konkrete Rückschläge. Immobilieninvestitionen, die schiefgingen und in Verlusten von Tausenden Dollar endeten, Darlehen an Bekannte, die nie zurückgezahlt wurden, und impulsive Käufe. Das Ergebnis ist eine Rentnerin, die in einem Alter noch aktiv Einkommen erwirtschaftet, in dem die meisten diese Tür längst geschlossen haben.
Statt aufzugeben hat Albrecht einen mittelfristigen Plan: ein Buch über Gesundheit und Ernährung schreiben. Und einen Satz, der ihre Art, in der Welt zu stehen, zusammenfasst: „Die Freiheit war schon immer meine absolute Priorität, und das ist einer der Gründe, warum ich nie geheiratet habe.“ Aktiv zu bleiben, sagt sie, ist nicht nur eine wirtschaftliche Rettung. Es ist auch eine Art, die Zügel ihres Lebens nicht aus der Hand zu geben.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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