Das 700€-Handy, das ein Jahrzehnt hält, kostet 70€ im Jahr
Ein im Jahr 2016 für 700 Euro gekauftes Galaxy S7 ist immer noch in Betrieb, und sein Besitzer hat bereits acht Jahre Nutzung herausgeholt: 87,5 Euro jährlich, und der Betrag sinkt weiter. Im Vergleich dazu wechseln manche Nutzer ihr Gerät alle zwei Jahre, oft gegen Mittelklassemodelle zwischen 80 und 285 Euro, die bereits aufgeben, bevor der Akku den Geist aufgibt. Die Frage, die in den Foren für verantwortungsbewussten Konsum diskutiert wird, ist nicht, welches Telefon das beste ist, sondern wie viele Jahre das bereits vorhandene hält.
Der Fall, der die Diskussion eröffnet, ist ein Samsung Galaxy S7 von 2016, gekauft für 700 Euro, mit einer Displayreparatur für 120 Euro und einer abgelösten Rückseite. Sein Besitzer beschreibt es als flüssig, mit guter Helligkeit und Schnellladefunktion, und nennt nur einen Kritikpunkt: den microUSB-Anschluss, der immer seltener verwendet wird. Der Akku, so sagt er, „hält gut durch“, und wenn er versagt, wird er ihn austauschen, da dies nicht teuer ist. Sein Fazit ist, dass sich das Gerät amortisiert hat und er beim nächsten Mal auf ein S10e setzen wird – wegen der Größe, nicht wegen der Leistung.
Die Rechnung, die kaum jemand macht: Euro pro Nutzungsjahr
Die schärfste Kalkulation in der Debatte stammt von einem Teilnehmer, der sein im Januar 2018 für 100,77 Euro gekauftes Moto G5 mit dem 700-Euro-S7 vergleicht. Das Moto war 29 Monate lang einsatzbereit, was 3,47 Euro pro Monat oder 41,68 Euro pro Jahr ergibt. Sein Fazit ist vernichtend: Das Samsung müsste bis 2036 halten, um diese Rentabilität zu erreichen, und wenn man ein weiteres Display oder einen neuen Akku hinzurechnet, verschiebt sich das Datum auf 2040. Die vollständige Rechnung, mit Aufschlüsselung von Monaten und Reparaturen, ist der Köder für jeden, der über einen Handykauf nachdenkt.
Die Ironie ist, dass das Moto stillgelegt wurde, weil man nicht 30 Euro für einen Akku ausgeben wollte. Das heißt, ein funktionsfähiges Gerät wurde zum Preis eines Abendessens weggeworfen. Dieses Detail, das in mehreren Nachrichten wiederholt wird, zeichnet ein Muster: Der Akku ist der wahre Auslöser für geplante Obsoleszenz, nicht der Prozessor oder das Display.
Vom Galaxy S3 zum iPhone 4S: Das Museum derer, die nicht wechseln
Die Liste der Veteranen, die in der Diskussion auftauchen, ist ein Katalog der Widerstandsfähigkeit. Ein geerbtes Galaxy S3, mit Mainboard-Tausch und zwei oder drei Akkus, aktualisiert auf Lineage 14.1 (Android 7.1.2), ist immer noch im Einsatz, während ein iPhone 5 als Ersatz in einer Schublade liegt. Ein iPhone 4S mit einem für 17 Euro bei Amazon ersetzten Akku kommt auf acht oder neun Jahre. Ein Galaxy Note 2 von 2012 wird als erstes Telefon an einen 12-jährigen Sohn verschenkt. Ein iPhone 6 von 2015 hat für 29 Euro einen neuen Akku bekommen und lebt weiter. Und ein Huawei P8 Lite von Anfang 2018 kostete gar nichts, weil es vom Arbeitgeber gestellt wurde.
Einige behaupten, dass High-End-Geräte besser altern als günstige: „Ein High-End-Gerät bleibt immer ein High-End-Gerät und hat Extras, die billige Handys nicht haben.“ Dem steht das Argument derer entgegen, die alle zwei Jahre für 200 Euro ein Xiaomi kaufen und keinen Unterschied merken. Ein 80-Euro-Xiaomi Mi A1], gekauft mit Rabatten und Coupons eines Hypermarkts, ist seit zweieinhalb Jahren im Einsatz und der Besitzer denkt nicht an einen Wechsel, außer im Falle eines Unfalls.
Die Größe zählt: Riesige Displays als Wechselgrund
Einer der am häufigsten genannten Trends hat nichts mit dem Preis zu tun. Mehrere Nachrichten stimmen darin überein, dass moderne Handys aufgrund ihrer Größe unhandlich sind: „So viel Bildschirm ist einfach zu viel“, sagt einer, „die passen nicht mal in die verdammte Hosentasche.“ Das S7 behauptet sich durch seine Kompaktheit, ideal für eine Hand, und das S10e erscheint aus genau diesem Grund als der natürliche Nachfolger. Es ist keine Debatte über Leistung, sondern über Ergonomie.
Die andere Front ist die Software. Ein S7 mit Android 8 ist immer noch einsatzbereit, und ein Mate 10 mit zweieinhalb Jahren wird auf Emui 10 aktualisiert. Die geplante Obsoleszenz wird eher im Akku und im Update-Support wahrgenommen als in der täglichen Leistung. Ein Nutzer eines Huawei Y6 II compact, das bald vier Jahre alt wird, gibt zu, dass es langsam ist, aber durch das Löschen von Cookies und die Optimierung des Systems wieder gut läuft.
Die iPhone-Falle: Wenig Speicher und keine SD-Karte
Der häufigste Angriff gegen Apple ist nicht der Preis, sondern die Architektur: wenig Speicher zu einem hohen Preis und ohne Unterstützung für SD-Karten. Ein iPhone 5-Nutzer seit 2012 gibt zu, dass sein Display zerbrach, er für zwei Jahre zu Xiaomi wechselte und dann zum iPhone zurückkehrte, nachdem er Display und Akku getauscht hatte. Sein Fazit: „iPhones sind ewig“, obwohl er zugibt, dass ein iPhone 4 kein WhatsApp mehr installieren kann.
Die wirtschaftliche Zusammenfassung der Angelegenheit liefert eine Nachricht, die das Dilemma in reinen Zahlen stellt: „Willst du 700 Euro ausgeben und vier Jahre lang ein Telefon haben, oder willst du 700 Euro ausgeben und vier Telefone in vier Jahren haben?“ Die Antwort in dieser Internet-Ecke ist überwiegend erstere. Mit Nuancen: Wer günstig kauft und die Nutzung streckt, gewinnt ebenfalls.
Wenn das Handy stirbt: Das S7 edge und die Neustart-Schleife
Nicht alles ist Langlebigkeit. Ein S7 edge starb letzte Woche mit einer Neustart-Schleife, Überhitzung und zufälligen Blockaden, ohne dass eine Reparatur möglich war. Sein Besitzer hofft auf ein Xiaomi 9T in der Erwartung, dass es die Hälfte so lange hält. Ein anderer Fall: Ein zweieinhalb Jahre altes Redmi Note 4 starb durch einen Sturzschaden am Display und wurde durch ein 209-Euro-Redmi Note 8 Pro ersetzt. Der Tod eines Geräts ist selten natürlich; meistens ist es ein Sturz, ein erschöpfter Akku oder ein Mainboard-Fehler.
Die vorsichtige Vorhersage ist einfach: Solange der Akku austauschbar ist und der Ladeanschluss hält, werden High-End-Telefone aus den Jahren 2016-2018 weiterhin im Umlauf sein. Wenn microUSB vollständig verschwindet und die Updates eingestellt werden, wird das Argument der Euro-pro-Jahr-Rechnung seinen besten Beweis verlieren. Bis dahin stützen der Gebrauchtmarkt und günstige Ersatzteile einen Mobilfunkpark, der sich weigert, zu sterben.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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