700 Euro im Monat für ein Zimmer mit mangelhafter Belüftung bei Barcelona
Was kostet es heute, am Stadtrand von Barcelona ein Dach über dem Kopf zu haben? Die Antwort, die in einer Zimmeranzeige in einem Ort im Großraum Barcelona kursiert, lautet: 700 Euro im Monat, wie aus einem Beitrag in der Diskussion hervorgeht. Dafür erhält der Mieter einen Raum von minimalen Ausmaßen, mit mangelhafter Belüftung und ohne die Bedingungen, die jede Wohnungs-Tauglichkeitsverordnung verlangen würde. Die Anzeige, die mit Fassungslosigkeit geteilt und kommentiert wurde, ist zum Symbol für einen Markt geworden, in dem das Angebot so geschrumpft ist, dass jede Fläche mit vier Wänden die Preisschwelle bestimmt.
Der Betrag ist kein Einzelfall. In der Diskussion tauchen Verweise auf Zimmer für 600 Euro in Barcelona auf, auf spanische Arbeitskollegen, die dasselbe erlebt haben, und auf das Gefühl, dass die Grenze des Zumutbaren sich verschoben hat, ohne dass es jemand offiziell angeordnet hätte. Die konkrete Anzeige enthält zudem einen auffälligen Filter: gesucht wird eine Mieterin, was die Verdächtigungen über die wahren Absichten des Vermieters befeuert hat.
Was ein „Zulo“ ist und warum er für 700 Euro vermietet wird
Der Begriff Zulo (spanisch für ein beengter, untauglicher Raum) bezeichnet in der Praxis jeden Raum, der die Mindestanforderungen an eine Wohnung nicht erfüllt: ohne ausreichende Belüftung, ohne Tageslicht, mit einer Fläche unter dem, was die katalanischen Vorschriften als bewohnbar gelten lassen. Im vorliegenden Fall spricht die Anzeigenbeschreibung von einem Zimmer mit Belüftung, was in der Sprache der Notimmobilien so viel heißt wie: Es gibt ein Loch nach draußen. Mehr nicht.
Die Frage, die sich viele stellen, ist, warum jemand dafür 700 Euro zahlt. Die Antwort liegt in der Marktarithmetik: Wenn die durchschnittliche Miete für eine Wohnung im Großraum Barcelona den Mindestlohn deutlich übersteigt, wird das Zimmer zur einzigen Eintrittspforte. Und wenn Zimmer knapp sind, steigt ihr Preis, obwohl ihre Bedingungen schlechter werden. Das Gesetz von Angebot und Nachfrage angewandt auf ein Gut, das gar nicht existieren dürfte.
Manche halten die Anzeige für eine Investition und keine Wohnung: Eine neu angekommene Person, ohne Papiere oder ohne Netz, braucht eine Adresse für die Anmeldung und ein Dach, während sie ihre Situation regelt. Aus dieser Sicht kaufen die 700 Euro keinen Komfort, sie kaufen Zeit. Das ist eine zynische Lesart, aber sie erklärt, warum die Anzeige Nachfrage findet.
Der Geschlechterfilter in der Anzeige: nur Frauen
Eines der Elemente, die am meisten Aufmerksamkeit erregt haben, ist, dass sich die Anzeige ausschließlich an Frauen richtet. Die Bedingung ist kein Detail, sondern hat alle möglichen Verdächtigungen über die Absichten des Vermieters genährt. In einem Kontext extremer Verwundbarkeit der Mieterin ist ein Geschlechterfilter keine harmlose Präferenz: Er ist eine Machtposition.
Das spanische Recht verbietet Diskriminierung wegen des Geschlechts beim Zugang zu Wohnraum, doch die Verfolgung solcher Praktiken ist praktisch nicht existent, wenn die Vermietung Zimmer für Zimmer und ohne formellen Vertrag erfolgt. Das Ergebnis ist ein Niemandsland, in dem der Vermieter Bedingungen auferlegt, die in jedem anderen Bereich strafbar wären, und in dem die Verwaltung wegschaut.
Die Legalität, ein Zimmer ohne Bedingungen zu vermieten
Ein Zimmer zu vermieten ist an sich nicht illegal. Illegal ist es, einen Raum zu vermieten, der die Anforderungen an die Bewohnbarkeit nicht erfüllt, und da kommen die katalanischen Regionalvorschriften ins Spiel, die Mindestflächen, Belüftung und hygienische Bedingungen verlangen. Eine Behausung dieser Art erfüllt sie nicht.
Das Problem ist die Durchsetzung. Die Wohnungskontrollen konzentrieren sich auf ganze Wohnungen und Großvermieter; die Untervermietung von Zimmern in Privatwohnungen bleibt unter dem Radar. Und ohne Anzeige gibt es kein Verfahren. Die Folge ist, dass der Schwarzmarkt für Zimmer nach derselben Logik funktioniert wie jeder Schwarzmarkt: ohne Verträge, ohne Rechte und ohne regulierte Preise.
Der Kontext: Preise, die verdrängen, und Alternativen, die nicht kommen
Die Diskussion hinterlässt eine Spur von Vergleichen, die die Lage zeichnen. Manche erinnern daran, dass in Barcelona bereits 600 Euro für ähnliche Zimmer gezahlt wurden, andere weisen darauf hin, dass am Stadtrand der Preis sinkt, die Bedingungen sich aber nicht verbessern. Die implizite Schlussfolgerung: Das Problem ist nicht eine konkrete Anzeige, sondern ein Markt, der das Anomale normalisiert hat.
Die in der Diskussion angesprochenen Lösungen reichen von einem Verbot, solche Räume zu inserieren, bis zu staatlicher Intervention auf dem Mietmarkt. Keine wird umgesetzt. Unterdessen steht die Anzeige mit den 700 Euro weiterhin da, als Erinnerung daran, dass der Wohnungsmarkt seine Preisgrenze noch nicht erreicht hat, denn die Grenze setzt die Würde – und die wird nicht gehandelt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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