55.000 € in US-Aktien: Portfolio seit November bei -0,77 %

Ein Privatanleger hält seit sieben Monaten 55.000 € in US-Aktien, die auf Basis von ChatGPT-Empfehlungen ausgewählt wurden und aktuell ein Minus von 0,77 % verzeichnen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

55.000 € in US-Aktien: Portfolio seit November bei -0,77 %
55.000 € in US-Aktien, sieben Monate und das Portfolio bei -0,77 %

Sieben Monate an der US-Börse, etwas mehr als 55.000 Euro investiert und eine Rendite, die um die Nulllinie pendelt. Das ist die Bilanz eines Privatanlegers, der im November mit dem Kauf begann und zwischenzeitliche Verluste von bis zu 18 % verkraften musste.

Zum Zeitpunkt des letzten Updates hat sich die Position innerhalb eines Monats von -6,87 % auf -0,77 % erholt. Einen Teil des Erfolgs führt er selbst auf die Kursgewinne der Einzelwerte und eine leichte Aufwertung des Dollars zurück. Er kauft weiter nach: Dieser Monat flossen weitere 550 Euro in den S&P-500-ETF. Die Strategie ist die eines Anlegers, der plant, nichts für drei Jahrzehnte anzufassen.

Was im Portfolio steckt: Vier Aktien und ein Index

Microsoft, Apple, Google und Visa. Vier Namen. Die ersten drei dominieren weitgehend die Technologie- und Mobilfunkbranche; der vierte lebt von den Gebühren pro Transaktion in jeder Währung, was ihn zu einer natürlichen Absicherung gegen Inflation macht.

Die Auswahl erfolgte nicht durch eigene Analyse. Der Anleger gibt zu, dass er Charts, Indikatoren und Unternehmensergebnisse in einen kostenpflichtigen ChatGPT-Account eingegeben und das Ergebnis des Modells akzeptiert hat: „Ich habe kurz-, mittel- und langfristige Börsencharts und Indikatoren zahlreicher SP500-Unternehmen eingegeben.“ Die KI überzeugte ihn davon, dass diese vier Werte mittelfristig die besten seien.

Die Reaktion der Community war gemischt. Ein Teil lobte die Auswahl: gute Unternehmen, nicht anfassen und bei Rücksettern nachkaufen. Ein anderer, kritischerer Teil argumentiert, dass sie zu teuer gekauft wurden und nur Google vernünftig bewertet war. Eine Diagnose unter den Kritikern: Apple stagniere und sei extrem überteuert; wenn es korrigiere, dann hart. Auf die Warnung, alles zu verlieren, antwortete er sarkastisch: Wenn man mit diesen fünf Positionen absolut alles verliert, liegt das Problem bei allen.

Der Dollar: Die Variable, die niemand beachtet, aber alle spüren

Hier wird es rechnerisch knifflig. Während der S&P 500 die Marke von 6.000 Punkten übertraf, bewegte sich das Portfolio kaum. Der Grund: Der schwächere Greenback. Der Kauf amerikanischer Aktien aus Europa ist eine doppelte Wette, wie der Anleger unumwunden zugibt: Der Dollarverfall drückt das Ergebnis, auch wenn der Index steigt.

Seine Prognose zum Jahresende ist explizit: „Ich erwarte einen Jahresabschluss beim S&P 500 um 6.450 Punkte und einen EUR/USD-Kurs von 1,10, was netto am 31. Dezember etwa 58.000 € ergibt.“ Andere Analysen sehen das anders. Manche behaupten, der Dollar sei tief bearish und das Paar könnte eher auf 1,20 steigen, bevor es wieder Richtung 1,10 geht. Trifft dies zu, verliert das Portfolio allein durch die Wechselkursänderung an Wert, ohne dass ein Unternehmen schlecht performt hätte.

Das Risiko sollte man im Blick behalten. Nach eigenen Berechnungen weist das Portfolio eine Beta von 0,85 auf, und der Besitzer hat dies internalisiert: Volatilität lässt ihn nachts gut schlafen. Es handelt sich um ein Akkumulationsprofil für den Langfristbereich, nicht um Trading.

Dividenden oder Akkumulation: Die Kluft zwischen zwei Sparphilosophien

Der Anleger hat seinen Rahmen klar definiert: Dividenden interessieren ihn nicht. Er bevorzugt die thesaurierende Variante (Akku), da die Investition sehr langfristig angelegt ist und er keine Liquidität möchte, die den Marktwert der Position mindert. Diese Haltung kollidiert mit der von Anlegern, die Unternehmen nach ihrer Ausschüttungsrendite auswählen, günstig kaufen und sich erst wohlfühlen, wenn der Preis gedrückt ist.

„Ich bin jemand, der Dividenden sucht, und mir gefallen Unternehmen, wenn sie solide sind und ich eine attraktive Dividende sehe“, fasst ein anderer Ansatz zusammen. Die Grundidee: Aktien wie Immobilien betrachten, ohne dass steigende Kurse Selbstbewusstsein oder fallende Kurse Angst erzeugen. Zwei Philosophien, die sich nicht überschneiden, weil sie unterschiedliche Ziele verfolgen.

Die Million für den Ruhestand und der Traum von finanzieller Unabhängigkeit

Das erklärte Ziel ist, den Ruhestand mit einer Million Euro oder mehr zu erreichen. Bis dahin bleiben etwa 30 Jahre. Diese Zahl, projiziert von 55.000 Euro Startkapital, erfordert konstante Renditen und Nachkäufe über drei Jahrzehnte, was der Autor selbst anerkennt, wenn er eingesteht, dass er Liquidität für andere Dinge braucht.

Hier tut sich ein weiterer Graben auf. Manche halten finanzielle Unabhängigkeit für eine Utopie, argumentieren, dass Zinseszins ewig dauert, und behaupten, mit 500.000 Euro könne man in jeder kleinen oder mittleren Stadt recht gut leben, solange man kein Desaster ist. Und wer fügt hinzu, dass Geld nicht alles löst: Man muss erst einmal den Ruhestand erleben, und das ist nicht garantiert.

Bei diesen Zahlen scheint die Strategie vernünftig, das Ergebnis jedoch mittelmäßig. Wie viel dieses -0,77 % liegen an den Unternehmen und wie viel am Euro, der sich weigert, Terrain preiszugeben?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (159 Antworten).

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