4.000 € netto in Madrid: Top-4%-Gehalt reicht nicht für Wohnung

Mit 4.000 € netto gehört man zu den Top 4 % in Spanien, doch in Madrid reicht das Gehalt laut Forum nicht für eine Immobilie.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

4.000 € netto in Madrid: Top-4%-Gehalt reicht nicht für Wohnung
4.000 € netto in Madrid: Das Gehalt der Top-4 %, die sich keine Wohnung leisten können

Wer monatlich 4.000 Euro netto verdient, liegt laut den im Thread genannten Daten über dem 96 % der spanischen Bevölkerung. Dennoch lautet die wiederkehrende Schlussfolgerung in diesem Thread das Gegenteil: In Madrid reicht dieser Betrag nicht für ein klassisches Mittelklasse-Leben. Diese Paradoxie ist kein Launen des Forums. Es ist der Aufprall eines Elite-Gehalts auf einen Immobilienmarkt, der nach anderen Regeln funktioniert.

Was bedeutet 4.000 Euro netto pro Monat wirklich?

Bei zwölf Monatsgehältern entsprechen 4.000 Euro netto mehr als 70.000 Euro Bruttojahresgehalt. Dieses Segment wird von weniger als 4 % der Bevölkerung erzielt, gemäß den im Thread zitierten Daten. Eine andere Betrachtungsweise, basierend auf der Berechnung eines Nutzers: 48.000 Euro netto entsprechen etwa 72.000 Euro brutto, ein Perzentil, das nur sehr wenige Menschen erreichen. Dies ist kein normales Gehalt. Statistisch gesehen ist es ein Ausnahmegeld. Und es dient als Messlatte, an der alles andere in dieser Diskussion gemessen wird.

Die gewünschte Wohnung und die bezahlbare Immobilie

Der Fall, der die gesamte Konversation trägt – ein Fachkraft aus der Provinz, die mit 33 Jahren 140.000 Euro angespart hat – ist kein Einkommensproblem. Es ist ein Preisproblem. Ein Nutzer erwähnt eine kleine 75-Quadratmeter-Wohnung mit normaler Ausstattung ohne Parkettboden für 495.000 Euro. Ein anderer nennt das Beispiel einer Wohnung für 450.000 Euro. Die Rechnung ist verheerend: Diese Hypothek entspricht 106 vollen Monatsgehältern, acht Jahre Gehalt, ohne einen einzigen Euro für etwas anderes auszugeben. Wie ein Nutzer zusammenfasst: Wenn der Markt beim Preis pro Quadratmeter im 97. Perzentil liegt, bleibt selbst ein hohes Gehalt unzureichend.

Madrid gegen die Provinz: Gleiche Zahl, zwei Welten

Hier wird die Diskussion interessant. Mit 500.000 oder 600.000 Euro, argumentiert ein Nutzer, erhält man in A Coruña oder Vigo Wohnungen mit 200 Quadratmetern und Aussicht, neben dem Obelisco oder dem Riazor-Stadion; in Madrid deckt dieser Betrag kaum eine kleine Wohnung in einem guten Viertel ab. Der gleiche Betrag kauft je nach Postleitzahl radikal unterschiedliche Dinge. Manche fügen hinzu, dass die wahren Kosten in Madrid nicht die Miete sind, sondern die Zeit: Was in einer mittelgroßen Stadt zehn Minuten ins Zentrum sind, sind in der Hauptstadt vierzig. Deshalb erscheinen Móstoles, Alcalá de Henares oder Getafe als Zufluchtsorte.

Erbschaft und Partnerschaft: Die zwei Hebel, die nicht auf der Lohnabrechnung stehen

Die Erklärung, die den größten Konsens findet, spricht nicht von Gehältern, sondern vom Startpunkt. Madrid, so wird argumentiert, ist darauf ausgelegt, in Paaren zu leben und Erbschaften zu beziehen: Mit zwei Gehältern wird die Hypothek getragen, und mit dem, was die Eltern hinterlassen, wird sie beglichen. Wer auf keinen dieser beiden Hebel zurückgreifen kann, konkurriert mit strukturellem Nachteil. Laut einem anderen Nutzer folgt die Preisstruktur einer Pareto-Verteilung, und die begehrtesten Immobilien – knapp mehr als 1 % des Gesamtbestands – landen in den Händen der oberen 1 % bei Einkommen und Vermögen. Der einzige echte Vorteil, um in dieser Pyramide aufzusteigen, ironisiert jemand, ist das Alter: früher gekauft haben.

Der Arbeiter, der eine Familie ernährte, existiert nicht mehr

Der Generationenkontrast rundet das Argument ab: Ein Nutzer erinnert daran, dass das Gehalt eines Arbeiters ausreichte, damit seine Frau nicht arbeiten musste, drei Kinder großzog und mehrere Einfamilienhäuser kaufte. Heute lautet die Frage, wie viel man verdienen müsste, um dies zu replizieren, und die Schlussfolgerung im Thread ist, dass 4.000 Euro nicht ausreichen. Es liegt nicht daran, dass die Leute schlechter leben, weil sie mehr ausgeben. Es liegt daran, dass das Verhältnis zwischen Lohn und Wohnraum gebrochen ist. Wenn jede unerwartete Ausgabe kommt – Zahnarzt, Brille, Autopanne –, wie ein Nutzer zusammenfasst, löst sich das finanzielle Polster auf.

Vom Diskutieren von Gehältern zum Neugestalten von Madrid

Nach den ersten Seiten wandte sich die Unterhaltung vom Gehaltsthema ab und ging zu einem anderen Bereich über: Warum der Südosten und Nordosten der Region voller Brachflächen sind, warum Getafe, Móstoles und Alcorcón immer noch durch leeres Land getrennt sind, warum ein neues Viertel zehn Jahre braucht, bis es ein Gesundheitszentrum hat. Es wurde vorgeschlagen, den Jarama-Korridor zu urbanisieren, einen Hochgeschwindigkeitskorridor zu bauen und sogar neue Städte zu errichten. Die Beschwerde über das Gehalt endete als ein Plan zur Raumordnung.

Bemerkenswert ist, dass Personen, die zu den Top 4 % der höchsten Gehälter in Spanien gehören, diskutieren, als wären sie Mindestlohnempfänger. Bei diesen Unterschieden sollte die Abwanderung aus Madrid ein massiver Strom sein. Und es bleibt eine Minderheit. Oder sind die Top 4 % nicht mehr reich, sondern nur die Ersten unter denen, die spät dran waren beim Wohnungskauf?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (207 Antworten).

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