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35 Grad im Februar: Sonne statt Wetter gemessen
Ein Thermometer in der Sonne zeigte im Februar 35 °C, während Madrid 21 °C und Alicante 17 °C verzeichneten. Die Messung entfacht erneut die Klimadebatte.
35 Grad in der Sonne im Februar: Das Thermometer misst nicht das Wetter
Ein Fenstert hermometer misst nicht das Wetter. Es misst die Sonne, die darauf scheint. Und im Februar reicht diese Sonne auf einer südwärts gerichteten Fassade aus, um den Quecksilberstand auf 35 Grad zu treiben. Dies war der Ausgangspunkt: 35 Grad im Februar, gemessen über fünf Minuten am Fensterrahmen und als Beweis präsentiert, dass der Winter in Spanien verschwunden sei. Am selben Tag herrschten in Madrid 21 ºC und in Alicante 17 ºC. Der Abstand zwischen diesen Zahlen ist nicht meteorologischer Natur. Es ist Physik wie im Schulhof.
Das häusliche Experiment kam mit einer größeren These daher: dass wir seit fünf Jahren keinen Winter mehr haben, sich die Sommer bis Dezember dehnen, nur noch zwei Wochen Kälte pro Jahr bleiben und Flugzeuge sowie Autos schuld seien. Aus einer Anekdote am Fenster entstand eine komplette Diskussion über das Klima, mit Positionen, die heute so weit auseinanderliegen wie am ersten Tag.
Warum ein Thermometer in der Sonne im Februar 35 Grad anzeigt
Ein Thermometer am Rahmen erhält direkte Strahlung und einen Teil der von der Wand reflektierten, sodass es seine eigene Erwärmung zur Lufttemperatur addiert. Deshalb wird die meteorologische Temperatur im Schatten genommen, innerhalb eines belüfteten Wetterhäuschens: Registriert werden soll die Lufttemperatur, nicht die eines Objekts, das unter der Sonne „gekocht“ wird. Der häufigste Einwand war genau dieser, dass Grad im Schatten gemessen werden, und dies ist keine Laune des Labors; es ist die Definition des Datenpunkts selbst.
Ein Detail stützt dieses Argument und tauchte in der Diskussion auf: Ein Skifahrer trägt bei null Grad oder darunter Sonnenschutz mit Faktor 50 auf, nicht wegen der Wärme, sondern weil die Strahlung nicht von der Lufttemperatur abhängt. Derselbe Mechanismus, der die Haut im Schnee verbrennt, treibt das Quecksilber am Fenster weit über die tatsächliche Temperatur hinaus, besonders an einer sonnenzugewandten, unbelüfteten Fassade.
Die weiteren vorgelegten Aufzeichnungen bestätigen dasselbe. In New York lag das Minimum jener Nacht bei 12 Grad unter Null, mit mehr als einem halben Meter Neuschnee im Central Park. In Alcalá la Real wurden null Grad um 7 Uhr morgens und 21 Grad mittags registriert. Das Foto des Thermometers zeigte kein defektes Instrument. Es zeigte ein korrekt platziertes Instrument am falschen Ort.
Wie warm es an diesem Tag in Spanien tatsächlich war
Die abgeglichenen Daten zeichnen ein Bild, das weit entfernt von den 35 ºC liegt. Alicante zeigte zu einem Zeitpunkt des Tages 17 ºC und 13 ºC um 13:30 Uhr. Madrid, 21 ºC. Bereits im April blieben die Höchstwerte in der Comunidad Valenciana bei 15 und 21 ºC, also vierzehn Grad niedriger als der Wert vom Fensterrahmen. Keiner dieser Werte ist für den jeweiligen Monat ungewöhnlich, und mehrere liegen nahe am regionalen Durchschnitt. Das Fenstert hermometer prognostizierte keine klimatische Zukunft; es stand einfach in der Sonne.
Der Widerspruch war so groß, dass das Instrument nach wenigen Nachrichten zum Nebenschauplatz wurde. Niemand diskutiert mehr darüber, ob das Quecksilber steigt, wenn die Sonne darauf scheint. Diskutiert wird, was dieses Steigen bedeutet und ob es etwas beweist.
Fünf Jahre ohne Winter: Ein Gefühl, das man nicht am Fenster messen kann
Hier liegt der eigentliche Kern. Abseits des Thermometers existiert der verbreitete Eindruck, dass die Jahreszeiten verwischt sind: kurze Winter, Sommer, die im Frühling beginnen und erst im November enden, Kälte konzentriert auf zwei plötzliche Wochen. Die Hitze dauert viel länger und die Kälte kürzer, fasst einer der Kommentare zusammen, ein Gefühl, das viele teilen, die nie ein Thermometer aufgehängt haben.
Das Problem ist, dass Erinnerung und Daten nicht immer übereinstimmen. Gegen die subjektive Gewissheit, dass es keinen Winter mehr gibt, kann ein einzelner Monat eine Heizkostenrechnung von 300 Euro oder einen halben Meter Schnee auf der anderen Seite des Atlantiks hinterlassen. Wahrnehmung zählt, aber sie ist keine historische Zeitreihe. Und eine kalte Nacht beendet die Debatte auch nicht auf der anderen Seite.
New York, Winnipeg und die zwei Gräben der Klimadebatte
Vom konkreten Fall sprang man zum globalen Argument, wo die beiden üblichen Lager wieder auftauchten. Eine Strömung behauptet, dass ein Minimum von zwölf Grad unter Null in New York, mit verschneitem Central Park, zeigt, dass die Erzählung der globalen Erwärmung nicht haltbar ist und die dahinterstehenden Modelle nicht funktionieren.
In der Mitte stehen jene, die nur Methode fordern: Im Schatten messen, lange Zeitreihen vergleichen und das Heimthermometer nicht mit einer offiziellen Station verwechseln. Atmosphäretemperatur und Sonnenstrahlung sind zwei verschiedene Größen, auch wenn sie am Fensterrahmen verwechselt werden.
Was vom Experiment bleibt
Die ursprüngliche Messung wurde weder zurückgezogen noch korrigiert. Sie steht weiterhin da, mit ihren 35 ºC und ihrem Fenster, gegenübergestellt den 17 ºC von Alicante, den 21 ºC von Madrid und den zwölf Grad unter Null in New York. Und die grundsätzliche Diskussion — ob die Wärme der letzten Winter eine vorübergehende Anomalie oder die neue Normalität ist — wird mehr brauchen als ein am Glas hängendes Thermometer. Wahrscheinlich wird die nächste häusliche Messung wieder dem Recht geben, der sie durchführt. Die Lufttemperatur wird etwas anderes sagen, und sie wird niemandem sichtbar sein.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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