24-Jähriger setzt 47 % seines Portfolios auf Santander

Ein junger Anleger startet mit starken Positionen in Santander, Shell, American Airlines und Disney und erntet Kritik für seine Strategie.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

24-Jähriger setzt 47 % seines Portfolios auf Santander
24-Jähriger debütiert an der Börse mit 47 % in Santander

Macht es Sinn, gerade jetzt Banken und Fluggesellschaften zu kaufen, wenn die Märkte abstürzen und die halbe Welt im Lockdown ist? Ein 24-jähriger Anleger hat erklärt, warum er sich entschieden hat, jetzt in Aktien zu investieren, und welche Werte er gewählt hat. Er handelt über DeGiro, behauptet, das Kapital nicht zu brauchen – „weder für meinen Alltag noch für meine Zukunft“ – und hat es wie folgt verteilt: 47 % in Santander, 21 % in Shell, 17 % in American Airlines und 15 % in Disney. Die Reaktion war keineswegs Applaus.

Seine Gründe zeichnen eine Methode, die viele später infrage gestellt haben. Er wollte einen „sicheren“ spanischen Wert und schwankte zwischen Santander und Inditex; er wählte die Bank, „weil sie etwas stärker gefallen war“. Er wollte ein Ölunternehmen, schloss aber Repsol als „zu unsicher“ aus. Er wollte eine Fluggesellschaft, weil diese „am Boden“ lägen. Und Disney sollte als Sicherheitsanker dienen. Seine Einstiegspreise: Santander zuerst bei 2,40, dann bei 2,15 (Durchschnitt 2,31), Shell bei 14,35, American Airlines bei 14 und Disney bei 100.

Das Portfolio: Fast die Hälfte des Kapitals in einer einzigen Bank

Die Gewichtung spricht für sich. Fast die Hälfte des Geldes liegt bei einem einzigen Finanzinstitut, der Rest verteilt sich auf einen Ölkonzern, eine Airline und ein Unterhaltungsunternehmen. Der Autor gibt zu, dass er gehetzt hat: Er kaufte Santander bei 2,40 und stieg, als der Kurs fiel, erneut bei 2,15 ein, um den Durchschnittspreis zu senken. Sein erklärtes Ziel ist 3,50. Bei Shell atmet er auf: Kaufpreis 14,35, aktueller Kurs 16,50 – seine einzige Position im Plus. Disney, gekauft bei 100, bleibt seitwärts. Und American Airlines, bei 14, tut am meisten weh.

Auffällig ist die Logik hinter jedem Einstieg: keine Geschäftsanalyse, sondern nur ein stark gefallener Preis. „Sie lag bei der Hälfte ihres Werts, normalerweise notiert sie bei 25/30“, sagt er über die Airline. Diese Denkweise – was einmal mehr wert war, wird irgendwann zurückkehren – genau das wurde ihm vorgeworfen. Viele Antworten einigten sich auf ein wenig schmeichelhaftes Etikett: Einstieg mitten einer Bullenfalle.

Warum ist der Kauf von Santander-Aktien so umstritten?

Weil die jüngere Geschichte die eines Wertpapiers ist, das Verwässerung ausschüttet. Das häufigste Argument betrifft die Kapitalerhöhungen der letzten fünfzehn Jahre: Jede davon vermehrt die ausstehenden Aktien und verwässert die bestehenden Aktionäre. Das härteste Urteil besagt, dass dies wahrscheinlich die Bank ist, „die ihren Millionen Anlegern am meisten Verluste beschert hat“. Es gibt auch eine wiederkehrende Bitte: Blicken Sie auf die zwanzigjährige Historie und das Volumen der ausgegebenen Aktien, bevor Sie zwei Euro als Schnäppchen bezeichnen.

Der Autor verteidigt sich: Die Aktie sei in zwanzig Jahren nie unter drei Euro gefallen, es bestehe also Spielraum, um 3,50 zu erreichen. Die Gegenargumentation kommt mit einem abgedroschenen, aber wirksamen Beispiel. General Motors verschwand 2008 nicht; seine Aktionäre fast vollständig. Ein fallender Kurs bringt keinen Boden darunter.

Was passiert, wenn American Airlines 12 Milliarden Dollar Staatshilfe erhält?

Dass dieses Geld wahrscheinlich nicht gratis sein wird. Der Anleger freute sich über Berichte über eine Rettungspaket von 12 Milliarden Dollar für die Airline, überzeugt, dass dies ausreichen werde, damit der Kurs springt und er mit minimalen Verlusten verkaufen kann. Die weit verbreitete Antwort lautet, dass der Markt dies bereits eingepreist habe und die Reaktion kalt ausgefallen sei.

Die Rettung, so wird argumentiert, könnte in Form von Krediten zu 0 % kommen – das beste Szenario für Aktionäre –, als verwässernde Kapitalerhöhung oder als Umstrukturierung nach dem Vorbild von General Motors, bei der alte Aktionäre fast ausgelöscht werden. Ein technisches Detail hilft ebenfalls nicht: US-Fluggesellschaften standen kurz davor, ihre Tiefststände vom März-Crash zu unterschreiten, und seine hatte diese bereits verloren.

Wie bewertet man ein Unternehmen vor dem Kauf

Hier kommt der nützliche Teil. Auf die Frage, wie man einen Wert analysiert, ordnen sich die Ratschläge: Prüfen Sie das KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis), das zeigt, wie oft der Jahresgewinn im Aktienkurs enthalten ist; überprüfen Sie die Nachhaltigkeit der Dividende – ob sie in schlechten Zeiten aus Cashflow oder Schulden gezahlt wurde – und prüfen Sie Rentabilitätskennzahlen wie ROE, ROA oder operative Marge. Die zentrale Warnung: Vergleichen Sie immer innerhalb derselben Branche, denn Kennzahlen einer Bank liest man anders als die eines Versorgers.

Mit diesen Maßstäben tauchen konkrete Vorschläge auf: Iberdrola auf dem spanischen Markt und First Solar auf der anderen Seite des Atlantiks für Energiesuchende; sowie IAG, mit der Unsicherheit einer möglichen Kapitalerhöhung im Hintergrund. Die Zusammenfassung der Diskussion passt in eine Zeile: Bevor Sie kaufen, wissen Sie, warum Sie kaufen und was Sie tun, wenn die Prämisse scheitert.

Auf den S&P 500 setzen oder Einzelaktien wählen?

Wenn es keine Methode gibt, gewinnt die Alternative des Index-Investings an Gewicht. Der vorgeschlagene Anteil ist eindeutig: Legen Sie 85 % des Portfolios in einen Index – den S&P 500 oder einen globalen Index – und lassen Sie den Rest, um Glück mit einzelnen Namen zu versuchen, unter der Annahme möglicher Verluste. Als Märkte werden der DAX und der AEX genannt, während das Urteil über den IBEX hart ist: Der lokale Markt glänzt nicht durch seinen Trend.

Für diejenigen, die Einzelaktien handeln möchten, ist die Liste konservativ: Coca-Cola, mit der Idee, nahe bei 40 Dollar einzusteigen, und Pharmawerte. Als sicherer Hafen wird Gold erwähnt, mit dem Nachteil, dass physisches Gold unbequem zu kaufen und zu lagern ist.

Am Ende ist dieses Portfolio keine Katastrophe: Es ist eine Diagnose. Banken, Ölkonzerne und Airlines gekauft im schlechtesten Quartal überhaupt, mit der Überzeugung, dass Zeit auf ihrer Seite steht. Wer 85 % in Indizes empfiehlt und jahrelang nicht hinsieht, liegt wahrscheinlich richtig. Was in der ursprünglichen Nachricht fehlt, ist ein Kriterium zum Verkaufen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (132 Antworten).

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