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Acanthe Developpement: Hohe Dividende in Paris
Acanthe Developpement handelte bei 0,43 € mit einem Buchwert von 0,97 € pro Aktie. Die Dividendenrendite lag bei 57 %, doch die Ausschüttung überstieg den Gewinn.
Im Dezember 2016 handelte eine französische Immobilienfirma mit Objekten im Zentrum von Paris bei 43 Cent. Zwei Jahre später betrug der Buchwert ihrer Vermögenswerte 97 Cent pro Aktie. Der Abschlag lag bei über 50 %. Das Unternehmen Acanthe Developpement schüttete bis zu 30 % Dividenden aus und verzeichnete eine Kurssteigerung von 50 % innerhalb eines Jahres. Das KGV betrug 1,5, das KBV 0,4. Diese Zahlen wirkten wie aus einer Hochglanzbroschüre. Und genau hier begann das Problem.
Zahlen, die wie ein Tippfehler wirken
Der anfängliche Reiz war kaum zu ignorieren: KGV 1,5, Kurs unter der Hälfte des Buchwerts, ROE und ROA von 20 % sowie eine Verschuldung, die nur 16 % des Eigenkapitals ausmachte. Das Unternehmen verfügte über 82,7 Millionen Euro Liquidität gegenüber Krediten in Höhe von 45,46 Millionen Euro. Mit diesen Kennzahlen unterschreibt jeder Investor.
Die Dividende war der entscheidende Lockstoff. Im Jahr 2016 wurden allein im November-Vorschuss 30 Cent pro Aktie ausgezahlt, nach weiteren Zahlungen im Juli und Dezember, basierend auf Daten aus dem Diskussionsfaden. Die Dividendenrendite wurde zeitweise auf 57 % geschätzt. Eine solche Rendite sieht man selbst in besten Jahren am DAX selten.
Doch es gab eine Falle. Das Ergebnis je Aktie betrug 0,30 Euro, die angekündigte Dividende jedoch 0,42 Euro, laut einer im Faden kursierenden Berechnung. Das Unternehmen schüttete mehr aus, als es verdiente. Das ist kein Schnäppchen, sondern eine versteckte Liquidation unter dem Deckmantel der Großzügigkeit.
Warum zahlt ein Unternehmen mehr Dividende, als es verdient?
Die Antwort lag in der Strategie. Acanthe verkaufte Immobilienvermögen und verteilte die Erlöse an die Aktionäre, statt sie reinvestieren. Es war keine nachhaltige Dividende, sondern eine Verteilung der Verkaufserlöse. Im Jahr 2014 hatte das Unternehmen die Dividende auf 0,03 Euro gekürzt, um Schulden abzubauen, die von 120 Millionen Euro (2013) auf 78 Millionen Euro (2015) sanken. Danach wurde wieder kräftig ausgeschüttet.
Dies erklärt die Volatilität. Jede Dividendenzahlung führte im Chart zu einem scheinbaren Kurssturz von 30 %. Der Einbruch war die Dividende, nicht ein Zusammenbruch. Wer dies nicht verstand, verkaufte in Panik. Wer es begriff, kaufte den Rückgang.
Die französische Steuerabzugsregelung erschwerte die Lage zusätzlich. Auf Dividenden fielen Quellensteuer und Abgeltungssteuer an, wobei letztere oft erstattet werden konnte. Ein bürokratischer Aufwand, der viele Anleger abschreckte.
Der Substanzwert, der nie im Kurs ankam
Im Jahr 2018 betrug der Substanzwert pro Aktie 0,84 Euro, während der Kurs bei 0,62 Euro lag. 2019 stieg der Substanzwert auf 0,975 Euro, der Kurs fiel auf 0,43 Euro. Der Abschlag übertraf 55 %. Das Immobilienportfolio wurde auf 163,2 Millionen Euro bewertet.
Der Nettogewinn für 2018 belief sich auf 10,7 Millionen Euro, verglichen mit 39,4 Millionen Euro im Vorjahr. Der Rückgang war deutlich, doch der Abschlag auf den Buchwert blieb bestehen. Für Befürworter der These ignorierte der Markt einfach den Wert der Pariser Immobilien.
Skeptiker wiesen darauf hin, dass das tatsächliche ROA bei 4 % und das ROE bei 5 % lag, weit entfernt von den anfänglichen 20 %. Vermögenswerte zu besitzen ist eine Sache, Cashflow damit zu generieren eine andere. Eine Immobilienfirma, die nicht gut vermietet, ist nur ein Grundstück mit Papieren.
Liquidität: Das Risiko, das niemand erwähnt
Das durchschnittliche Handelsvolumen lag bei 120.000 Aktien täglich, etwa 70.000 Euro. Ausreichend für kleine Orders von zwei- bis dreitausend Euro, aber unzureichend für große Positionen. Ein klassischer Penny Stock mit entsprechender Volatilität.
Die Warnung war eindeutig: Investiere nicht das gesamte Vermögen in einen solchen Wert. Geringe Liquidität verstärkt Kursbewegungen und kann Verkäufer in Notlagen festsetzen. Das Potenzial für Kurssteigerungen war hoch, ebenso das Risiko, ohne Erklärung einen Verlust von 30 % in einer Sitzung zu erleiden.
Im Jahr 2020, mit einem Kurs von 0,43 Euro und einem Buchwert von 0,97 Euro, blieb die Frage offen: Wie lange kann der Markt einen Abschlag von 55 % ignorieren? Manchmal lautet die Antwort „für immer“. Andere Male wacht der Markt plötzlich auf.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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