15 % Rendite an der Börse: Das Versprechen von Investitionskursen

Ein Kurs verspricht 15 % jährliche Rendite, während 90 % der Fondsmanager den S&P 500 nicht schlagen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

15 % Rendite an der Börse: Das Versprechen von Investitionskursen
15 % Rendite an der Börse «leicht» vs. das Scheitern von 90 % der Manager

Ist eine nachhaltige Rendite von 15 % pro Jahr an der Börse möglich? Niemand hat es bewiesen, aber einige verkaufen diese Illusion. Ein Investmentkurs «für Anfänger» verspricht genau diese Quote und prahlt mit Schülern, die 50 % jährlich erwirtschaften, mit Diagrammen von Top-Unternehmen, die den S&P 500 und Nasdaq alt aussehen lassen. Auf der anderen Seite argumentiert ein anderer Experte gegenteilig: 90 % der professionellen Anleger schlagen den Index über zehn Jahre nicht. Sein Rat lautet: Indexieren, monatlich einzahlen und den Zinseszins arbeiten lassen. Die entscheidende Frage für den kleinen Sparer bleibt: Soll man Bilanzen studieren oder diese Zeit nutzen, um mehr Einkommen zu generieren und in einen Fonds zu investieren?

Was der 15 %-Kurs verspricht und warum er Warnsignale sendet

Renditen zu versprechen, die über dem Marktdurchschnitt liegen und dauerhaft sind, ist für erfahrene Anleger das bekannteste Warnsignal überhaupt: Manche nennen solche Angebote schlicht Ponzi-Niveau 1. Die Logik ist simpel. Wer wirklich 50 % pro Jahr machen würde, sollte sich bis zur Unendlichkeit verschulden und in zwanzig Jahren ein Bundesland kaufen, statt Kurse zu verkaufen. Der Lehrer verdient am Lehren, nicht am Markt.

Und es gibt einen unbequemen Detail, der fast nie in den Diagrammen auftaucht: Von diesen Prozenten werden Gebühren, Steuern und Kosten nicht abgezogen. Die Bruttowertsteigerung und das Geld, das tatsächlich auf dem Konto landet, sind zwei verschiedene Dinge, auch wenn sie oft gleichgesetzt werden.

Warum schlagen 90 % der Manager den S&P 500 nicht?

Die Daten, die das passive Management stützen, sind unangenehm für das Stock Picking: 90 % der professionellen Anleger schaffen es nicht, den S&P 500 über Zeiträume von zehn Jahren oder länger zu schlagen. Die wenigen, denen dies nachhaltig gelang, tragen Namen wie **Warren Buffett** oder Ray Dalio, und selbst sie haben schlechte Jahre. Die gängigste Erklärung ist, dass sich der Index selbst korrigiert: Wachsende Unternehmen gewinnen an Gewicht und ziehen den Gesamtindex nach oben, während aktive Manager Gebühren zahlen und bei Rotationen scheitern.

Auf der anderen Seite leugnen einige die Prämisse. Dass 95 % der Trader Geld verlieren, beweise nur schwache Konkurrenz, nicht dass es unmöglich sei, den Index zu schlagen. Mit Engagement, Fehlertoleranz und Lernbereitschaft, so wird argumentiert, kann man einen Indexfonds «mit relativ wenig Aufwand» übertreffen. Offen bleibt, wie viele der Tausenden, die es versuchen, tatsächlich zum Gewinneranteil gehören.

Wie viel wirft ein S&P 500-Indexfonds wirklich ab?

Die kursierenden Zahlen sind konkret: Der S&P 500 liefert historisch im Schnitt **10 % pro Jahr**, und in den letzten fünfzehn Jahren schloss er nur zweimal negativ ab. Auf dieser Basis behauptet eine beliebte Berechnung, dass man durch Ausnutzen von Korrekturen und Kaufen in Schwächephasen diese 10 % «ohne großen Aufwand» in 15 % verwandeln kann. Über dreißig Jahre, so heißt es, liegt kein Intervall des Index unter 6 %, und der Durchschnitt bleibt bei 10 %.

Hier kommt die Variante der Gleichgewichtung ins Spiel. Verglichen seit 1990 rendert der kapitalisierungsgewichtete Index durchschnittlich **9,3 %** pro Jahr und vervielfacht das Kapital um das 20,74-Fache, während der gleichgewichtete — jedes Wertpapier hat dasselbe Gewicht — **10,4 %** rendert und das Kapital um das 28,83-Fache vermehrt, also 40 % mehr. Der Haken: Es hängt vom gewählten Zeitraum ab. Im letzten Jahrzehnt gewann der große Wachstums-Wert, dessen Einfluss durch Gleichgewichtung reduziert wird; zudem verwässert die Gleichgewichtung den Momentum-Faktor, der genau dafür sorgt, dass Gewinner den Zug ziehen.

Gold, US-Staatsanleihen und ruhendes Kapital

Ein anderer Ansatz steigt direkt aus dem Aktienmarkt aus: **95 % in US-T-Bills** (kurzlaufende Staatsanleihen) und der Rest in Gold und Dividendentiteln aus dem Energiesektor, mit 5–6 % p.a. und nahezu null Risiko, in Erwartung, dass die Börse «kräftig abstürzt». Gold verdient einen eigenen Abschnitt. Einige behaupten, es müsste doppelt so hoch notieren, und geben ETFs die Schuld, die «Papiergold» handeln und die reale Exposition multiplizieren.

Auch der klassische Hinweis fehlt nicht: Wer 2008 auf Höchstständen kaufte, blieb jahrelang im Minus, Ähnliches geschah beim Nikkei. Dass ein Crash sich erholt, sagt nichts darüber aus, wann. Und zum geparkten Geld ein technischer Aspekt: Das «Cash» großer Fonds ist kein Staub fressender Stapel, sondern Fälligkeiten von einer Woche, einem Monat oder einem Jahr.

Aktives Management oder DCA in einen Indexfonds: Die Rechnung, die entscheidet

Der häufigste Fehler ist, Wertsteigerung mit Gewinn zu verwechseln. Ein defensives Dividendendepot weist **7 % netto** aus, mit einem Ziel von 4 % netto, um die Inflation auszugleichen; die Wertsteigerung von **17 % im Jahr 2024** ist etwas anderes, denn sie wird nicht realisiert, solange man nicht verkauft. Genau wie bei Immobilien: Sie haben an Wert gewonnen, aber man wohnt darin.

Das Vorzeigeprojekt der aktiven Seite — ein im Dezember aufgelöstes Depot mit starkem Fokus auf Nvidia — ist für Skeptiker eine nachträgliche Übung: Jeder macht Millionen, indem er 2024 den Champion des Jahrzehnts auswählt. Von heute aus betrachtet auf fünf Jahre wäre die mathematische Erwartung des Stock Pickings negativ. Die Opportunitätskosten schließen den Kreis: Jede Stunde, die in Bilanzen fließt, ist eine Stunde weniger für das eigene Geschäft.

Mit diesen Bausteinen scheint die Gewinnerstrategie diejenige zu sein, die keine Kurse verkaufen muss, um angewendet zu werden. Und das «leichte» 15 %-Versprechen wird weiterhin Schlange stehen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (273 Antworten).

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