140.000 Euro ohne Hypothek und ohne Immobilien: Wohin damit?

140.000 Euro aus einem Immobilienverkauf: Schatzwechsel mit 3 %, Festgelder mit 3,35 %, kurzlaufende Rentenfonds mit 4,2 % oder Dividenden. Die Renditelandkarte ohne…

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

140.000 Euro ohne Hypothek und ohne Immobilien: Wohin damit?
140.000 Euro, keine Hypothek, keine Immobilie: die Renditelandkarte

Ein Vermögen von 140.000 Euro aus dem Verkauf eines Familienhauses und eine erklärte Trägheit: weder eine Hypothek aufnehmen, noch Mieter verwalten, noch Zahlungsausfälle ertragen. Mit dieser Ausgangslage stellt sich die übliche Frage, jetzt aber mit beißender Inflation: Welches Produkt lässt das Kapital ruhen, ohne dass die Zeit es auffrisst? Die kurze Antwort lautet: Es gibt nicht nur eine, und die lange Antwort ist eine Aufteilung.

Die erste Station sind Staatsanleihen. 12-monatige spanische Schatzwechsel (Letras del Tesoro) liegen bei rund 3 %, eine unkomplizierte Rendite und für viele „das Least-Bad, was es derzeit im Rentenbereich gibt". Das Problem ist nicht der Kupon: Wer bei diesen Zinsen Rentenpapiere kauft, akzeptiert, dass die Inflation einen Teil der Rendite auffrisst. Manche sagen es ungeschönt: Bei der kommenden Mega-Inflation würden sie nicht mal betrunken in Rentenpapiere investieren, selbst wenn das Risiko bedeutet.

Festgelder: Die 3,25 %, die einen Blick ins Kleingedruckte verlangen

Das Angebot verzinslicher Festgelder liegt über dem konventionellen Sparkonto. Es gibt 2-3-jährige Anlagen mit 3,25-3,35 % p. a. bei Instituten wie Cetelem oder Renault Bank, und auf ausländischen Plattformen tauchen bessere Angebote auf, darunter ein spanisches Institut mit 3,38 % über 3 Jahre. Gegenüber dem orangefarbenen Tagesgeldkonto, das kaum etwas abwirft, ist der Unterschied erheblich.

Die Falle liegt in der Besteuerung und der Bürokratie. Ein Festgeld mit spanischer IBAN erfordert keine Abgabe des modelo 720 (Spaniens Meldeformular für Auslandsvermögen); eines im Ausland schon. Renault Bank behält die spanische IBAN, obwohl seine Einlagensicherung französisch ist – dasselbe Schema wie ING mit niederländischer Absicherung. Wer Liquidität sucht, um später in etwas anderes einzusteigen, findet hier eine Zwischenstation: Festgelder über 10.000 Euro mit vier Monaten Laufzeit bei 3 % erlauben es, das Geld zu parken und bei einer Gelegenheit vor Fälligkeit teilweise zu kündigen.

Kurzlaufende Rentenfonds und Permanent Portfolios

Wer mehr als ein Festgeld will, ohne die minimale Volatilität zu verlassen, findet den kurzlaufenden Rentenfonds mit Anleihen von 1 bis 3 Jahren und Durchschnittsrenditen, die bisweilen bei 4,2 % lagen. Der Vorteil: tägliche Liquidität und keine zu erneuernden Laufzeiten; der Nachteil: eine Stufe mehr Risiko als beim Festgeld.

Mit etwas mehr Toleranz lautet der Vorschlag ein Permanent Portfolio mit halbjährlichem oder jährlichem Rebalancing: 25 % Geldmarkt, 25 % globale Anleihen, 25 % MSCI World und 25 % Gold. Es ist die akademische Version davon, nicht alles auf eine Karte zu setzen, und passt zu dem Profil, das keine Überraschungen will, aber auch nicht akzeptiert, dass die Inflation das Kapital auffrisst.

Der Dividendenweg: 5 % Einstieg und jährliches Wachstum

Die aggressivste Strömung des Themas vertritt das Dividendenportfolio. Das Argument: Von Anfang an sind 5 % Dividendenrendite möglich, und Dividenden wachsen im Laufe der Jahre meist, sodass bezogen auf das Anfangskapital 8 % oder 9 % jährlich plus Wertsteigerung drin sein können. Der Vergleich mit Beton und Backstein ist explizit: bequemer, automatischer, weniger stressig und diversifizierter, als alles in eine Wohnung zu stecken, die zwangsräumt werden kann oder deren Regulierung sich ändern kann.

Die klassische Mietrechnung widerlegt einen Teil der Erzählung. Eine konventionelle Vermietung an eine Familie bringt meist rund 4 % netto nach Kosten; die Vermietung an Studenten kommt an 7 % heran, allerdings zum Preis von jährlich neuen Verträgen und Wohnungsinspektionen. Und die 10 %, die manchen börsennotierten Bauträgern zugeschrieben werden, haben im Markt für Wohnraumvermietung kein Pendant.

Das vergessene Kleingedruckte: Steuern und innere Ruhe

Dividenden sind nicht gratis. Sie werden mit dem Sparsteuertarif besteuert: 19 % bis 6.000 Euro, 21 % von 6.000 bis 50.000, 23 % von 50.000 bis 200.000, 27 % von 200.000 bis 300.000 und 30 % darüber. Da die Kapitalertragsteuer 19 % beträgt, wird in der Steuererklärung nur die Differenz auf den Teil über 6.000 Euro jährlich fällig – Dividenden, Zinsen und Kursgewinne zusammengerechnet. Kein flacher Satz von 22 %.

Und dann gibt es noch die Variable, die in keinem Prospekt steht: die Seelenruhe. Manche würden keinen Euro investieren, bevor die Hypothek nicht abbezahlt ist, so lächerlich der Zins auch sein mag – in Erinnerung an denjenigen, der zusammen mit seinem Partner den Job verlor und am Ende die Wohnung verlor. Die gegenteilige Strategie – jeden Monat Tilgung leisten, seien es noch so lächerliche Reduzierungen, um in einen virtuellen Kreis aus niedrigerer Rate und mehr Sparen zu kommen – hat ebenfalls ihre Verfechter. Die innere Ruhe, so heißt es, hat keinen Index, der sie schlagen könnte.

Gold, Silber und die Warnung vor den Höchstständen

Gold taucht als Absicherung in Inflationsumfeldern auf, mit dem Hinweis, dass es auf Rekordniveau notiert und Millionen Augen nach dem kleinsten Rabatt suchen. Die Diskussion über physisches Gold gegenüber Papiergold hinterlässt eine unbequeme Erkenntnis: Wer Barren kauft, muss klären, wo er ein halbes Kilo lagert, ohne vor Angst umzukommen. Und als übergreifende Schlussfolgerung setzt sich die Diversifikation durch: auf Anleihen, Gold, Festgelder und Aktien verteilen, denn was heute wie Müll aussieht, kann morgen die Gelegenheit sein – und umgekehrt.

Mit diesen Zutaten existiert die vernünftige Aufteilung für 140.000 Euro nicht als einziges Rezept. Was aber zutage tritt, ist eine unbequeme Wahrheit: Das Geld auf einem Konto mit 0 % liegen zu lassen, ist die einzige Entscheidung, die Kaufkraftverlust garantiert. Alles andere ist die Frage, welches Risiko man bereit ist zu schlafen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (107 Antworten).

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