Zwei Spanien: Brüder in verfeindeten Lagern von 1936 bis zur heutigen Polarisierung

Die Brüder Franco, Machado und Durruti kämpften auf gegnerischen Seiten: Wie die Spaltung der zwei Spanien erklärt, warum die Polarisierung in Spanien bis heute lebendig ist

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Zwei Spanien: Brüder in verfeindeten Lagern von 1936 bis zur heutigen Polarisierung
Die zwei Spanien: Wenn der Krieg im eigenen Haus ausgetragen wird

Der Riss, der Spanien 1936 spaltete, schloss sich nie: Er lernte nur, sich zu verkleiden. Die am häufigsten erzählten Episoden dieser Spaltung stellen nicht Nachbarn oder Parteien gegeneinander, sondern leibliche Brüder, die in verfeindeten Lagern endeten. Man sollte es ohne Umschweife sagen: Ein großer Teil dieser Erinnerung kommt heute als politische Munition recycelt an, nicht als Geschichte. Ist der Riss der zwei Spanien noch lebendig, oder wird er von denen am Leben gehalten, die von ihm leben?

Von den Francos zu den Machados: Der Krieg im eigenen Haus

Das wirksamste Beispiel zur Erklärung der Spaltung ist keine Rede, sondern ein Stammbaum. Francisco Franco gehörte der konservativen Rechten an, während sein Bruder Ramón sich dem lautstärksten Republikanismus anschloss. Manuel Machado stellte sich auf die Seite der Putschisten, Antonio auf die der Republik – ein Bruch, der nie vernäht wurde. Und Buenaventura Durruti, der Anarchist, hatte einen Bruder, Marciano, der in die Falange eintrat. Der Bürgerkrieg teilte nicht nur eine Landkarte: Er zog ins Esszimmer ein.

Dass diese Beispiele so oft wiederholt werden, ist kein Zufall. Sie gelten als Beweis, dass die Spaltung quer durch die Gesellschaft ging, familiär, fast erblich war. Sie zeigen auch, dass das Land sein Trauma in eine Erzählung verwandelt hat, die man auswendig aufsagt – mit eingebauter Sarracena und ohne je das Archiv zu konsultieren. Die Anekdote hat ihren Reiz: Die Abschaffung der Majorate (des Erstgeborenenrechts bei Erbschaften), die Erbschaften und Groll gleichermaßen verteilte, wird als Vorspiel jenes kainitischen Bruderzwists zitiert, der Brüder eher wegen des Besitzes entzweit als wegen der Fahne.

Vom „Ridikül“ zum ganz gewöhnlichen Bruderzwist

Nicht jeder kauft dieses Deutungsmuster. Manche tun die Idee der zwei Spanien als interessierte Geschichte ab, die sich eignet, Polarisierung zu verkaufen und auf beiden Seiten des Ladentischs Narrative zu platzieren. Ihnen gegenüber vertritt eine andere Strömung die Ansicht, die Kluft existiere nicht nur, sondern sei familiär geworden: zwei Brüder, die seit einem halben Jahrhundert nicht mehr miteinander sprechen, so eine kursierende Geschichte, oder Verwandte, die sich wegen der Besteuerung überwerfen, wegen der Einkommensteuer, wegen der Frage, wer die Party bezahlt.

Die Achse verschiebt sich. Gegen den alten ideologischen Schützengraben gewinnt die territoriale und klientelistische Lesart an Gewicht: Regionen, in denen ein Machtetzwerk nicht abgebaut wurde, gegenüber anderen, wo der politische Zyklus bereits den Besitzer gewechselt hat – und diese Erschöpfung wird als Sieg oder als Niederlage gelesen. Das Ergebnis ist das alte, nur mit anderem Vokabular.

Zum Standbild kommt ein aktueller Fall hinzu, der das Muster wieder entfacht: zwei Brüder, die öffentlich debattieren, einer 1966 geboren, der andere 1972, zu Lautsprechern verfeindeter Gräben geworden.

Man könnte sagen, das Land brauche seine verfeindeten Brüder, um sich selbst zu erklären. Mit diesem Material sollte die Polarisierung weder sinken noch steigen. Und dieses unangenehme Patt – weder Versöhnung noch Bruch – ist vielleicht das Einzige, das seit 1936 wirklich Bestand hat.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (18 Antworten).

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