Zwei Sitze entscheiden im US-Senat, Trump verliert die Deutungshoheit

Zwei Sitze trennen Trump vom Verlust des Senats: Texas, Alaska, Iowa und Michigan entscheiden über die Kontrolle der Kammer, die Stimme von Vance dient als Schiedsrichter.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Zwei Sitze entscheiden im US-Senat, Trump verliert die Deutungshoheit
Zwei Sitze entscheiden, ob Trump den Senat verliert

Die Rechnung ist gnadenlos und lässt keine Deutung zu: Bei einem geteilten Senat und nur einem Drittel der zur Wahl stehenden Sitze hängt die Kontrolle der Kammer davon ab, dass die Demokraten zwei der vier umkämpften Staaten erobern. Texas, Alaska, Iowa und Michigan. Nichts weiter. Und in diesem lächerlich knappen Spielraum setzt Trump die Möglichkeit aufs Spiel, gegen beide Kammern regieren zu müssen – ein Szenario, das laut kursierenden Berechnungen seine Präsidentschaft in eine Abfolge wöchentlicher Prozesse und Blockaden verwandeln würde.

Der Ausgangspunkt ist ein Paradox, das man hervorheben sollte: Ein Amtsenthebungsverfahren erfordert eine absolute Mehrheit, und nur ein Drittel des derzeit republikanisch kontrollierten Senats wird erneuert. Das heißt, die Kammern zu verlieren bedeutet nicht, das Amt zu verlieren. Aber es bedeutet, die echte Macht zu verlieren – und das ist etwas anderes und tut mehr weh.

Wer hat realistische Chancen, einen republikanischen Staat zu drehen

Die Namen in den Prognosen sind konkret. In Texas **James Talarico**, in Alaska **Mary Peltola**, in Michigan **Abdul El-Sayed**, in Iowa **Josh Turek**. Vier unterschiedliche Profile für dieselbe Mission: den republikanischen Schutzwall in Gebieten zu durchbrechen, in denen die demokratische Stimme meist nur tröpfchenweise ankommt.

Die sich angesammelten Umfragewerte sehen Talarico in Texas je nach Quelle mit Vorsprünen von einem bis fünf Punkten vorn. Das Modell der frühen Wählerstimmen gibt ihm sogar zwischen 45 % und 54,8 % der projizierten Endstimmen. Und die Prognosemärkte beziffern seine Wahrscheinlichkeit, den Sitz zu drehen, auf 70 %. All das existiert neben Schlagzeilen gegenteiligen Tenors, die von einer republikanischen Welle sprechen und davon, dass der demokratische Kandidat nie eine Chance hatte. Der Wähler, der sich neu damit beschäftigt, darf sich fragen, ob beides gleichzeitig wahr sein kann.

Das Geld und die Botschaften von außerhalb des Spielfelds

Im texanischen Wahlkampf gibt es einen Akteur, der auf keinem Stimmzettel steht: **Elon Musk**, der laut verfügbarem Material Ressourcen und Botschaften einsetzt, um Talarico zu stoppen. Seine Beiträge zu Einwanderung und Grenzen wurden von aufmerksamen Beobachtern als ständige Einmischung in die US-Politik bezeichnet. Dass ein im Ausland geborener, eingebürgerter Unternehmer den Ton der Einwanderungsdebatte in einem Grenzstaat vorgibt, ist zumindest eine Kuriosität, die mehr Analyse verdient, als sie bekommt.

In Alaska liegt der Fall anders. Warnungen vor einer möglichen Blockade der Zertifizierung des Ergebnisses, falls der republikanische Kandidat verliert, haben öffentliche Rügen von Senatoren wie **Bernie Sanders** ausgelöst, die das schlicht als Autoritarismus bezeichneten. Die Abfolge – wählen, auszählen, zertifizieren – wirkt trivial, bis jemand beginnt, sie in Frage zu stellen, bevor sie stattfindet.

Das Szenario 51-49 und die Stimme, die alles entscheidet

Gewinnen die Demokraten zwei der vier Staaten, entsteht im Senat ein technisches Unentschieden, das mit der Stichstimme des Vizepräsidenten gelöst wird. Das heißt, **Vance** wird zum ständigen Schiedsrichter der Kammer. Gewinnen sie drei oder vier, wechselt die Kontrolle die Seiten und Trump bleibt ohne beide Kammern. Die gehandelten Szenarien reichen von 51-49 bis 57-43, und die Spanne ist kein Detail: Sie ist der Unterschied zwischen Regieren und Überleben.

Manche behaupten, Trump sprengte seine eigene Partei in die Luft, denn ein Kandidat, den er unterstützt, ist ein Kandidat, der verlieren kann. Und andere erinnern daran, dass er in seiner ersten Amtszeit bereits mit einer Kammer gegen sich regierte und das sein Leben ziemlich erschwerte. Die Frage, die in der Luft bleibt, ist nicht, wer gewinnt, sondern wie viel echte Macht dem Verlierer bleibt.



Bei solchen Abständen ist alles möglich. Sogar dass die Umfragen sich wieder irren, wie schon früher geschehen. Der Unterschied: Diesmal passt die Fehlertoleranz in zwei Sitze.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (21 Antworten).

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