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Zwei schwere Unfälle in neun Monaten auf der Strecke Madrid-Sevilla
Zwei schwere Unfälle in neun Monaten auf der Strecke Madrid-Sevilla in Spanien entfachen erneut die Debatte über den Unterhalt des Netzes und unbelegte Sabotage-Theorien
Neun Monate, zwei Unglücke und dasselbe Gleis: Madrid-Sevilla
Zwei schwere Eisenbahnunfälle mit Todesopfern, neun Monate auseinander und auf derselben Strecke: Madrid-Sevilla. Diese Tatsache hat das spanische Schienennetz wieder ins Zentrum der öffentlichen Diskussion gerückt. Darüber stehen zwei unvereinbare Erzählungen: eine Infrastruktur am Rande des Kollapses und eine äußere Sabotage, die diese Schwäche ausgenutzt haben soll. Für die zweite gibt es bis heute keinen einzigen Beweis.
Für die erste gibt es durchaus Unterlagen. Den zitierten Berichten zufolge hat Adif seit zwei Jahren vier der sieben Züge aus dem Dienst gezogen, die das Gleis nach Mikrorissen absuchen. Es gibt Abschnitte mit Material aus dem Jahr 1982, damals von Ensidesa gefertigt. Und Fahrpläne, die drei Züge auf Strecken legen, auf denen früher einer fuhr. Alles auf demselben Korridor.
Was ist über den Zustand des spanischen Schienennetzes bekannt?
Das Bild, das entsteht, ist das eines überlasteten Netzes mit weniger Wartung, als sein Entwurf verlangt. Zu den stillstehenden Inspektionszügen kommen das Alter der Oberbauanlage und ein Verkehrsanstieg, der nicht von mehr Investitionen in die Gleise begleitet wurde. Die Hochgeschwindigkeitsstrecke nach Málaga stand wegen Erdrutschen monatelang still, und es wird behauptet, Andalusien erhalte nur einen winzigen Bruchteil der Mittel, die tatsächlich in die Verbindungen nach Norden fließen.
Dazu kommt der menschliche Faktor. Kritisiert wird, dass Personal, das gerade erst aus der Berufsausbildung kommt, ohne Erfahrung und mit Grundkenntnissen in sensiblen Diensten eingesetzt wird. Mit dieser Kombination — altes Gleis, hoher Verkehr, unerfahrene Belegschaft — hört die perfekte Sturm auf, eine Metapher zu sein, und wird zur Risikoprognose.
Sabotage: unbewiesene Hypothesen und Vorbilder, die nicht passen
Nach dem zweiten Unglück ist ein Teil des öffentlichen Lärms in Richtung Sabotage abgedriftet. Die Anschuldigungen vermischen ausländische Geheimdienste, Sicherheitsfirmen und Spionagesoftware, bis hin zur Forderung, Renfe solle den Vertrag mit einer israelischen Sicherheitsfirma suspendieren. Nichts davon ist belegt. Die zeitliche Übereinstimmung ist kein Argument.
Das Argumentationsmuster stützt sich auf reale Präzedenzfälle: das System Pegasus, der Wurm Stuxnet, der iranische Atomreaktoren lahmlegte und per USB-Stick eingeschleust wurde, oder die Platzierung von Sprengstoff in Kommunikationsgeräten im Libanon. Das sind echte Ereignisse. Es sind aber auch Ereignisse ohne jede belegte Verbindung zum spanischen Netz. Parallel dazu wird bemängelt, dass mehr als 1.000 Millionen Euro für Cybersicherheit nichts zu schützen vermocht haben.
Das Versagen, das eigentlich unmöglich sein sollte
Stand im Januar noch die Wartung im Mittelpunkt, hat sich die Diskussion inzwischen auf die redundanten Schutzsysteme verlagert. Manche behaupten, es habe keinen menschlichen Fehler gegeben und mehrere Sicherheitsebenen seien gleichzeitig ausgefallen — etwas, das nach Konstruktion nicht passieren dürfte. Eine der umlaufenden Vergleiche — es hätte genügt, einen Spectrum und dahinter den Amstrad lahmzulegen — ist eher rhetorisch als technisch, beschreibt aber gut das Gefühl der Zerbrechlichkeit.
Zwei Unglücke, ein Minister und kein Rücktritt
Die politische Schlagzeile, die in der Debatte hervorgehoben wird: zwei schwere Unfälle mit Toten in neun Monaten unter demselben Verkehrsminister, Óscar Puente. Aus dem Forum wird sein Rücktritt gefordert, weil er keine politische Verantwortung übernommen hat. Es wird wiederholt, dass die Wahrscheinlichkeit einer solchen Abfolge in einem europäischen Land praktisch null sei — obwohl niemand diese Rechnung vollständig und aufgeschlüsselt veröffentlicht hat.
Bleibt die grundsätzliche Frage, die keine Pressemitteilung beantwortet: Wenn vier Inspektionszüge seit zwei Jahren in der Halle stehen, wie viele mehr müssten es sein, damit die Frage aufhört, politisch zu sein, und zur technischen wird? Sie steht weiterhin im Raum. Ohne Antwort.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (50 Antworten).
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