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UGTs PSV: 20.000 Familien, Pleite und 25 Prozent Verlust
Der Wohnungsbauverein der spanischen Gewerkschaft UGT ging 1993 mit 20.000 Familien pleite: Wer ausstieg, bekam 75 % zurück, wer blieb, zahlte 7 % mehr.
Als der Wohnungsbauverein der Gewerkschaft UGT mit 20.000 Familien pleiteging
Was geschah mit der Promotora Social de Viviendas, der Wohnbaugenossenschaft der spanischen Gewerkschaft UGT? Sie wurde 1988 als Genossenschaft gegründet, um bezahlbare Wohnungen für Arbeiter zu bauen, und musste im Dezember 1993 die Zahlungen einstellen – mit rund 20.000 Familien im Boot. Laut dem Thread setzte das Ministerium die Organe der Gesellschaft vorübergehend aus. Nicolás Redondo führte damals die Gewerkschaft. Drei Jahrzehnte später ruft dieselbe Organisation zu Protesten gegen die Wohnungsmieten auf. Die Ironie kommt nicht von uns, sondern aus dem Zeitungsarchiv.
Wie viel Geld verloren die Genossen der PSV
Die endgültige Aufteilung zeigt das Ausmaß der Katastrophe am besten. Von den rund 20.000 Genossen blieben etwa 13.000 dabei und erhielten ihre Wohnung – mit **7 % Aufpreis** gegenüber dem vereinbarten Preis, Jahre verspätet und mit gezahlter Miete während der Wartezeit. Die anderen 7.000 stiegen aus: Sie bekamen **75 %** ihrer Einlagen zurück und verloren die restlichen 25 %. Auf dem Papier klingt das nicht nach einer Katastrophe. In der Praxis wurden die 75 % aber jahrelang später ohne Zinsen zurückgezahlt – in Peseten, die zwischen 1988 und 1993 laut einer im Thread kursierenden Rechnung jährlich 5-7 % Kaufkraft verloren. Wer früh eingezahlt hatte, verlor real eher ein Drittel als ein Viertel.
Wer für die Pleite der Wohnbaugenossenschaft aufkam
Das ICO (Spaniens staatliches Kreditinstitut) schoss Geld hinzu, weshalb das Ergebnis weniger brutal ausfiel als bei anderen pleitegegangenen Genossenschaften, bei denen die Mitglieder fast alles verloren. Im Juli 2001 verurteilte die Audiencia Nacional (Spanisches Obergericht) den Chef der Baugesellschaft wegen **untreueähnlicher Veruntreuung** und erklärte die UGT für zivilrechtlich subsidiär haftbar. Der Oberste Gerichtshof nahm sie 2003 von der Zahlungspflicht aus, da fast alle Genossen außergerichtliche Vergleiche unterschrieben hatten. Auch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft trug Jahre später eine Mitschuld, wie im Thread angemerkt wird.
Die Peseta wurde dreimal abgewertet, während die Genossenschaft unterging
Der Zeitpunkt hätte schlechter nicht sein können. Zwischen September 1992 und Mai 1993 wurde die Peseta im Europäischen Währungssystem dreimal abgewertet – um 5 %, 6 % und 8 %, zusammen mehr als 20 % –, und die letzte Abwertung kam nur sieben Monate vor der Zahlungseinstellung. Die Krise von 1993 ließ die Wohnungsumsätze einbrechen, gerade als die Genossenschaft neue Einnahmen brauchte, um das Loch zu stopfen. Dazu kamen, laut Thread, Geschäftsabenteuer, die mit dem Wohnungsbau nichts zu tun hatten: ein Reisebüro und eine Versicherung, finanziert mit den Abschlagszahlungen der Genossen.
Was aus der PSV wurde und warum der Skandal vergessen ist
Manche Genossen stiegen rechtzeitig aus. Einer erzählte im Thread, er habe sein Geld kurz vor der Pleite abgezogen und **80.000 Peseten** verloren – heute Kleingeld, damals ein Schlag für jemanden, der „empörend jung“ war. Seine Siedlung sollte hinter dem Sender Canal 9 zwischen Burjassot und Paterna entstehen, mit Plänen für Reihenhäuser, die laut seinem Bericht nie so gebaut wurden. In Spanien begräbt ein Skandal den nächsten, und dieser liegt seit drei Jahrzehnten unter der Erde. Derweil schwebt der Vergleich in der Luft: drei Jahre Haft für den Geschäftsführer eines Mega-Betrugs, aber 200.000 Euro Bußgeld für das Fällen eines Baums oder Anklagen wegen eines Wohnmobils auf Rustikalland. Das Land treibt manchmal an den Rand des Wahnsinns.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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Der 15.8. deutet auf einen massiven Grenzübertritt in Melilla, Spanien, hin: Marokko, der Grenzzaun und ein Aufgebot von nur vier Soldaten markieren ein ungelöstes Dilemma.