Vetternwirtschaftsdebatte bei Spaniens ADIF, INECO und TRAGSA

Ein Forumsnutzer behauptet, ADIF fülle einen Teil seiner Belegschaft mit Personal von INECO und TRAGSA ohne Beamtenprüfung, und Projektaufträge würden unter der Hand vergeben, wodurch…

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Vetternwirtschaftsdebatte bei Spaniens ADIF, INECO und TRAGSA
ADIF lagert seine Belegschaft an INECO und TRAGSA aus – ganz ohne Staatsprüfung

ADIF, der Betreiber des spanischen Schienennetzes, verwaltet das Netz mit einer Belegschaft von 13.000 eigenen Mitarbeitern. Doch ein erheblicher Teil des Personals, das im Unternehmen arbeitet, gehört gar nicht zu ihm: Es sind Beschäftigte von INECO oder TRAGSA, eingestellt, ohne eine Staatsprüfung (oposición) abgelegt zu haben. Nach der Argumentation, mit der diese Diskussion eröffnet wird, funktioniert der Mechanismus wie eine getarnte Zeitarbeitsfirma: Der Personalengpass wird mit externem Personal gedeckt, ohne Kontrolle darüber, wer in diese Verfahren gelangt – und mit dem Verdacht, dass Vetternwirtschaft blüht. Die Folge, so das Argument, sei, dass das staatliche Unternehmen die Kontrolle über seine eigenen Projekte verliert.

Projektaufträge unter der Hand vergeben, Konkurrenz ausgeschlossen

Die zweite Front ist das Geschäft. Aufträge für Projekte, Kontrollen und Bauleitungen landen bei INECO, ohne dass private Ingenieurbüros um diese Arbeit konkurrieren könnten. Mit anderen Worten: Ein staatliches Unternehmen der Branche behält den ganzen Kuchen, während die anderen vom Spielfeldrand zusehen. Manche halten das nicht für ein Marktproblem, sondern für ein Konstruktionsproblem: Wenn der Staat dafür sorgt, dass nur seine Satelliten das Geschäft verwalten, ist das Ergebnis genau das erwartete. Friedmans Gesetz – das des Sohnes, das besagt, dass alles, was der Staat tut, mindestens doppelt so viel kostet – wird in diesem Zusammenhang nicht als Dogma, sondern als Diagnose zitiert.

Die Fruta: erst der Posten, dann die Prüfung

Der beschriebene Weg verläuft kreisförmig. Man kommt über INECO oder TRAGSA herein, wo der Posten auf Vorschusslorbeeren getarnt wird. Danach wird eine Staatsprüfung ausgeschrieben, bei der der interne Kandidat Extrapunkte bekommt „weil du es wert bist“. Und das bestandene Examen dient als Fruta. Wenn es nicht einmal so weit kommt, entscheidet ein zweites Gespräch den Fall: Der Wunschkandidat wird eingestellt, obwohl ein anderer die bessere Prüfung abgelegt hat. Das Ergebnis ist, dass die Leistungsgesellschaft aus dem Verfahren verschwindet und das Auswahlkriterium zum Beziehungsnetz wird.

Der Gewerkschaftsfaktor und die Inzucht bei den Posten

Im Hintergrund zeigt sich das Gewicht der Gewerkschaften in der Unternehmensstruktur. ADIF wird als ein Raum beschrieben, in dem Posten unter Leuten desselben Kreises vergeben werden, wobei die Gewerkschaftsmitgliedschaft das Hauptverdienst ist und Techniker durch Profile ersetzt werden, die eher politisch als technisch sind. Die Inzucht ist nicht auf den öffentlichen Sektor beschränkt, heißt es einschränkend: Sie passiert auch in privatisierten Unternehmen, wo die Kinder von Gewerkschaftern bei Metro, Telefónica oder Endesa landen. Die Gewerkschaft kostet in dieser Lesart nicht nur Geld durch Subventionen: Sie platziert die eigenen Leute.

Die unterlassene Wartung und die europäischen Gelder

Das Gespräch driftet zum Geld ab. 2021 wird als das Jahr genannt, in dem der Verfall sichtbar wird – mit einer unbeantworteten Frage: Was geschah 2020, im Jahr des Minimalverkehrs, als jemand das Wartungsbudget kassiert haben könnte, ohne die Arbeiten auszuführen? Im Fall Adamuz wird ein Projekt zur umfassenden Erneuerung der Gleise beschrieben, das in Etappen ausgeführt wurde – und an einer dieser Verbindungen ist die Schweißnaht gerissen. Überwachten Beamte die Baustelle, oder waren es Kumpels? ADIFs Verwaltung der europäischen Gelder wird als der Elefant im Raum bezeichnet, den Brüssel vielleicht noch nicht gesehen hat.

Die Alternative: privatisieren oder die Prüfungen öffnen

Die vorgeschlagenen Auswege gehen in zwei Richtungen. Die eine ist Privatisierung, sodass der Nutzer nur für den Zug zahlt, den er nimmt – ADIFs Verwaltung wird mit der von AENA verglichen, die im Vergleich schlecht dasteht. Die andere ist chirurgischer: öffentliche Staatsprüfungen, mit Noten, die für jeden einsehbar sind, damit nachgeprüft werden kann, wer eine Stelle mit Wissen und nicht mit einem Paten bekommt. Denn das eigentliche Problem, so das Fazit, sei nicht, dass das Öffentliche per Definition schlecht ist: Es ist zum Gutshof geworden, auf dem man die eigenen Leute unterbringt.

Wie viele Bahnkatastrophen braucht es, bis jemand die echte Gehaltsliste von ADIF prüft?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (45 Antworten).

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