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Zwangsräumung in Vallecas: 17 Euro Miete nach 50 Jahren
Mariano Soler, 56-jähriger Straßenreiniger, wird aus seiner Wohnung in Vallecas vertrieben. Er zahlte 50 Jahre lang nur 17 Euro monatlich.
Zwangsräumung in Vallecas nach 50 Jahren für 17 Euro
Wie räumt man einen Mann, der seit einem halben Jahrhundert in derselben Wohnung lebt und an eine Sauerstoffmaschine angeschlossen schläft? Die gerichtliche Anordnung legt den Vollzug des Räumungsbefehls auf Donnerstag um 11:45 Uhr im Haus Nr. 8 der Calle Malgrat de Mar in Vallecas fest. Mariano Soler, 56 Jahre alt, Straßenreiniger bei der Stadtverwaltung Madrid (Ayuntamiento), krankgeschrieben seit über einem Jahr wegen Herz- und Lungenproblemen, wird aus dem Haus vertrieben, in das er mit drei Jahren zog, im Jahr 1971. Der Eigentümer beansprucht die Immobilie zurück, nachdem ein Prozess wegen Mietrückstands stattgefunden hat, von dem Soler nach eigener Aussage nie erfahren habe.
Die Wohnung ist 70 Quadratmeter groß, hat zwei Zimmer und ein Wohnzimmer, in dem sich Blutdruckmessgerät, Beruhigungsmittel, Herztabletten und eine Sauerstoffmaschine befinden. An der Wand hängt eine Flagge von Rayo Vallecano. Die Miete: 17 Euro pro Monat, ein Überbleibsel der alten Mietverträge („renta antigua“), als seine Eltern vor Jahrzehnten 3.000 Pesetas monatlich dank Nonnen zahlten, die die Eigentümerin kannten.
Wer ist der Eigentümer der Wohnung in Vallecas?
Die Eigentümerin ist Carmen Elzaburu, 94 Jahre alt. Die Personen, die zusammen mit dem Gerichtsvollzieher erscheinen werden, sind ihre Kinder, mit dem Nachnamen Díez de Rivera Elzaburu, Markgrafen von Huétor de Santillán, Anwälte und Besitzer einer Reihe von Immobilien, darunter der Club de Puerta de Hierro. Zur Hochzeit von Alonso Díez de Rivera und Carmen Elzaburu kamen unter anderem Franco und sein Schwiegersohn. Die Kanzlei wirbt auf ihrer Website als die älteste Spaniens, mit Büro in den Wolkenkratzern von Chamartín. Dieses Medium versuchte erfolglos, deren Stellungnahme einzuholen; ihr Büro bestätigte, die Anfrage erhalten zu haben, entschied sich aber gegen eine Antwort.
Der Prozess wegen 17 Euro Mietschuld, den der Mieter bestreitet
Die vom Betroffenen beschriebene Abfolge ist bekannt: zunächst Anrufe, dann weigert sich die Verwaltung, die Zahlung anzunehmen, gefolgt von Drohungen über die Sprechanlage zu jeder Tageszeit. Danach Klage wegen Nichtzahlung und Terminansetzung für die Verhandlung. Mariano behauptet, er habe keine Benachrichtigung erhalten und die Verhandlung habe ohne ihn stattgefunden. Das Urteil fiel zugunsten des Eigentümers aus wegen des Ausbleibens der monatlichen 17 Euro. Von der Antiräumungsplattform Vallekas wird auf eine wiederkehrende Methode hingewiesen: falsche Adressen, Abwesenheiten und Verwechslungen mit Nachbarn, damit der Mieter nicht erscheint.
Im Mai kam der erste Räumungsversuch. Ärzte, die ihn untersuchten, bescheinigten Apnoe, koronare Probleme und Migräne, und er wurde als schutzbedürftig eingestuft. Dies verzögerte die Vollstreckung um sieben Monate. Der endgültige Termin wurde für diesen Donnerstag festgelegt.
Was verdient ein Straßenreiniger in Madrid und warum reicht es nicht?
Hier bricht die Erzählung an mehreren Stellen ab. Ein Straßenreiniger der Stadt Madrid ist weder Beamter noch öffentlicher Angestellter: Er arbeitet für Subunternehmer mit privatem Vertrag. Bei Vollzeitbeschäftigung und Betriebszugehörigkeit liegt das Gehalt laut Brancheninsidern bei rund 1.500–1.600 Euro monatlich. Mit diesem Lohn und einer eingefrorenen Miete von 17 Euro stellt sich die Frage von selbst: Warum hat er nicht gekauft? Die häufigste Antwort bezieht sich auf den Madrider Markt, wo ein Durchschnittsgehalt nicht einmal eine 60-Quadratmeter-Wohnung finanzieren kann. Die vollständige Berechnung, Posten für Posten, ergibt eine Differenz, die jeden überrascht, der sie zum ersten Mal durchführt.
Die Debatte über alte Mieten und Privateigentum
Einige argumentieren, dass die „renta antigua“ eine faktische Enteignung des Eigentümers darstellt: Jahrzehntelang 17 Euro zu verlangen, erlaubt nicht einmal die Instandhaltung der Immobilie, und Renovierungen werden nie durchgeführt, weil die Monatsrate sie nicht deckt. Dem gegenüber steht das Gegenargument: Der Staat darf die sozialen Kosten einer gescheiterten Wohnungspolitik nicht auf den Einzelnen abwälzen, aber auch medizinische Schutzbedürftigkeit nicht als Druckmittel nutzen. Und dazwischen liegt die These, dass das Problem nicht diese Wohnung sei, sondern ein Wohnungsbestand, in dem der Kauf unerreichbar geworden ist.
Die Anordnung ist datiert. Die Polizei hat eine Uhrzeit. Die Nachbarn sind eine Stunde vorher zusammengerufen. Und im 70-Quadratmeter-Wohnzimmer bleibt die Maschine eingesteckt, die Mariano nachts am Atmen hält. Wenn die Räumung vollzogen wird, muss der Sauerstoff eine andere Steckdose finden.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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