Zollhürden machen den Versand auf die Kanarischen Inseln zur Qual

Die Kanarischen Inseln liegen außerhalb des EU-Mehrwertsteuergebiets, was für jede Sendung komplexe Zollanmeldungen und die IGIC-Steuer erfordert.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Zollhürden machen den Versand auf die Kanarischen Inseln zur Qual
Versand auf die Kanarischen Inseln scheitert an strengen Zollregeln

Warum ist es schneller, ein Paket von Madrid nach Berlin zu schicken als von Madrid nach Las Palmas? Wer schon einmal versucht hat, ein Buch, eine gebrauchte Konsole oder ein Ersatzteil auf die Kanarischen Inseln zu schicken, weiß es: Die Sendung stößt auf den Zoll, auf eine DUA-Erklärung (Einzeldokument für die Zollanmeldung), auf die IGIC (die lokale indirekte Steuer) statt der Mehrwertsteuer und auf zusätzliche Verwaltungskosten, die niemand genau erklärt, bis die Rechnung eintrifft. Da der Archipel außerhalb des spanischen Mehrwertsteuergebiets liegt, wird jede Handelsoperation zu einem bürokratischen Akt. Das Ergebnis ist ein gelähmter E-Commerce und kanarische Kunden, die sich über unmögliche Lieferzeiten beschweren.

Warum gibt es Zoll auf den Kanarischen Inseln, wenn sie zu Spanien gehören?

Die Kanarischen Inseln unterliegen ihrem eigenen Wirtschafts- und Steuerregime, mit der IGIC als eigener indirekter Steuer und der AIEM (einer Einfuhrsteuer) auf Importe. Verkäufer vom spanischen Festland können die Mehrwertsteuer nicht verrechnen: Sie stellen Rechnungen ohne MwSt. aus, und wenn das Paket die Inseln erreicht, zieht die kanarische Steuerbehörde die entsprechenden Beträge ein. Dabei muss eine DUA, die Zollanmeldung, vorgelegt und der Wert sowie der Inhalt der Sendung angegeben werden. Wie ein Teilnehmer, der auf den Archipel verkauft, zusammenfasst, endet der Vorgang oft damit, dass die Verwaltung den Käufer „hart rannimmt“.

Laut Berichten von Versendern verteuern Paketdienste zusätzlich die Frachtkosten; bei der Einschreiben-Variante ändern sich die Kosten kaum, aber es ist weiterhin eine eidesstattliche Erklärung über Inhalt und Wert nötig. Für einen kleinen Laden bedeutet jeder Verkauf auf die Kanaren einen halben Tag Papierkram. Für den Kunden ist es ein Glücksspiel mit Nachforderungen.

Warum liefert Amazon Spanien nicht auf die Kanaren, aber AliExpress schon?

Hier bricht das Muster. Große Ketten mit Sitz auf dem Festland, allen voran Amazon Spanien, beliefern die Inseln entweder gar nicht oder nur mit Einschränkungen. Die Alternative besteht darin, auf Amazon UK oder Deutschland auszuweichen, wobei man Lieferzeiten in Kauf nimmt, die sich auf einen Monat ausdehnen können. Parallel dazu behaupten einige überraschenderweise, dass Bestellungen aus China über AliExpress ohne die Zollreibung ankommen, unter der Festland-Lieferanten leiden.

Die Erklärung dafür ist weniger technisch als kulturell: Sobald die kleinste bürokratische Hürde erscheint, bevorzugt ein Großteil des spanischen Kleingewerbes es, in Toledo und Umgebung zu verkaufen, anstatt sich mit einer DUA herumzuschlagen. Das Ideal des Unternehmertums scheitert bereits am ersten Feld eines Formulars.

Das Vorbild Azoren und Madeira: Reduzierte MwSt. statt IGIC

Einer der am häufigsten genannten Vorschläge ist die Übernahme des Modells von Azoren und Madeira: eine reduzierte Mehrwertsteuer und die Abschaffung der IGIC und der AIEM. Das Argument ist, dass das aktuelle Regime den Inselverbraucher nicht schützt, da der Endpreis bei großen Ketten wie Decathlon am Ende oft derselbe ist wie auf dem Festland, wodurch der Steuervorteil verpufft. Zudem wird behauptet, dass dies eine Ebene von Vermittlern erhält, die von der Abwicklung der Vorgänge leben.

Der Verdacht, dass Interessenvertreter verhindern, dass sich etwas ändert, wird ohne Beweise geäußert und sollte als das behandelt werden, was er ist: eine Hypothese. Belegbar ist das Ergebnis: Die Kanarischen Inseln sind praktisch vom E-Commerce abgeschnitten. Solange die Mehrwertsteuer auf dem Festland unberührt bleibt, schleppen die Kanarier den Ruf einer ewigen Bürokratie mit sich herum, der Verkäufer abschreckt, noch bevor sie die Transportkosten prüfen.

2,2 Millionen Einwohner und Kosten, die nicht in der Rechnung auftauchen

Die andere Seite der Waage hat Zahlen. Die Kanarischen Inseln haben über 2,2 Millionen Einwohner, und die Aufrechterhaltung erstklassiger Dienstleistungen in einer schwierigen Orographie und 2.000 Kilometer vom Festland entfernt ist nicht billig. Nach den in dem Thread zirkulierenden Berechnungen liegt die IGIC-Einnahme pro Einwohner unter einem Drittel der spanischen Mehrwertsteuer-Einnahmen, und Renten sowie Staatsbedienstete machen etwa 60 % des Einkommens der Gemeinschaft aus.

Sollten sich diese Zahlen bestätigen, erwirtschaftet der Archipel durch Konsum weniger, als er für seine Struktur ausgibt. Das würde erklären, warum das eigene Steuerregime von oben unantastbar und von unten erstickend ist. Einige behaupten, die Kanaren lebten gut mit dem System; dagegen steht die Tatsache, dass die Lebenshaltungskosten auf den Inseln nicht niedriger sind als auf dem Festland. Die vollständige Kalkulation, einschließlich Sondersteuern und Transport, steht noch aus.

Was niemals durch den Zoll geht

Es gibt einen Verkehr, der keine DUA ausfüllt: die irreguläre Migration, die in Booten von der afrikanischen Küste kommt. Eine der kursierenden Versionen besagt, dass El Hierro mit 16.000 Einwohnern in nur einer Woche mehr als tausend Ankünfte verzeichnete. Dieser Kontrast wird genutzt, um die Absurdität zu unterstreichen: Pakete werden kontrolliert, Menschen nicht.

Das Thema driftet oft in politische Gebiete ab – Autonomie, Beschwerden gegenüber dem Staat, Vergleiche mit anderen europäischen Archipelen – und dort löst sich die wirtschaftliche Analyse auf. Es ist sinnvoll, die beiden Ebenen zu trennen: Die eine ist Logistik und Besteuerung; die andere ist Migrationspolitik. Beides zu vermischen, ist der schnellste Weg, keines von beiden zu lösen.

Wie man früher Pakete auf die Kanaren schickte

Es gab eine Zeit ohne dieses Labyrinth. Wer zwischen 1976 und 1977 in Las Palmas gearbeitet hat, erinnert sich daran, Tischwäsche, Pullover, Sonnenbrillen und Häkeldecken ohne Zahlungen an das Festland zu schicken und Pakete auf demselben Weg zu erhalten. Im Jahr 1989 reichte es, eine Konsole in die Tasche zu stecken und vorbeizugehen. Die Erinnerung an die Inseln ist geprägt von der Zeit der MPAIAC (einer bewaffneten Unabhängigkeitsgruppe, gegründet 1964) oder dem Abzug der letzten DC-10 von Iberia um 2001.

Unter diesen Umständen wäre es logisch, wenn niemand auf die Kanaren verkaufen würde. Und doch kauft der Archipel: über AliExpress, über das deutsche Amazon, und zahlt, was immer nötig ist. Der Markt findet immer eine Lücke. Der Zoll verlangt sie nur von denen, die sich entscheiden, es richtig zu machen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (103 Antworten).

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