Zoll: 70 Euro Gebühren für 80-Euro-Paket aus den USA

Ein 80 € Paket aus den USA kostet 70 € an Zollgebühren, MwSt und Verwaltung. Die versteckten Kosten beim Import außerhalb der EU.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Zoll: 70 Euro Gebühren für 80-Euro-Paket aus den USA
Zoll: 70 Euro Gebühren für 80-Euro-Paket aus den USA

Ein Paket mit einem Plastikteil, das in den Vereinigten Staaten für 80 Euro gekauft wurde. Es wird vom Zoll einbehalten. Ein "Rettungspreis" von etwa 70 Euro ist nötig, um es zurückzubekommen. Das Paradoxon ist nicht neu: Der Artikel ist bezahlt, der Versand ist bezahlt und damit er weiterkommt, muss man erneut zahlen.

Der Käufer erhielt am Freitag ein Burofax (beglaubigtes Schreiben) mit einer Frist von 5 Kalendertagen, um die Dokumente einzureichen oder die Sendung vernichtet zu sehen. Er reagierte noch am selben Tag über die Website von Correos Aduanas. Danach Stille: etwa zwei Wochen ohne Antwort. Als schließlich die Benachrichtigung kam, war es keine Erklärung. Es war eine Rechnung.

Was der Zoll berechnet, wenn er dein Paket einbehält

Die aufgeschlüsselte Rechnung zeigt, wie sich Zusatzkosten bis fast zum Preis des Gutes selbst summieren:

  • 15 Euro Mehrwertsteuer
  • 20 Euro Zollabfertigung
  • 5 Euro Paketbearbeitung
  • 20 Euro Abfertigungsnebenkosten
  • 10 Euro Mehrwertsteuer auf die Dienstleistungen

Etwa 70 Euro auf einen Wert von 80 Euro. Was am meisten schmerzt, ist nicht die MwSt, die eine Steuer ist und ihre Logik hat. Es ist, dass die Gebühr für die Einbehaltung des Pakets ihre eigene MwSt trägt, als ob der Diebstahl einen Aufschlag für den Service des Bestehlens enthielte. Die Verwaltung der fremden Ware wird zudem als Mehrwert dargestellt. Und die Uhr tickt gegen dich: Die Fristen sind Kalendertage, keine Arbeitstage, sodass ein Ultimatum, das freitags eingeht, das Wochenende mitzählt.

Der Fall des 5-Euro-Artikels mit 52 Euro Gebühren

Dies ist kein Einzelfall. Ein anderer Käufer berichtet Ähnliches bei einem Amazon-Artikel unter 5 Euro, der aus China kam und dessen MwSt auf der Rechnung bereits als bezahlt ausgewiesen war. Derselbe Brief, dieselbe Aufforderung nach Dokumenten und ein Kostenvoranschlag von 52 Euro, um die Sendung freizugeben. Das Ende war anders: Amazon erstattete die fünf Euro und das Paket ging verloren.

Wer in den letzten Jahren etwas außerhalb der Europäischen Union bestellt hat, erkennt das Muster. Die Dokumentation beschleunigt nichts, der Kostenvoranschlag kommt trotzdem und der Betrag scheint eher aus dem Ärgernis über die Formalitäten berechnet zu sein als aus dem Wert der einbehaltenen Ware.

Warum der Import aus den USA sich nicht mehr lohnt

Der Kern der Beschwerde ist, dass der Hahn zugedreht wurde. Manche beziffern die Mehrkosten für den Import aus den USA auf mindestens 40% durch Gebühren und Verwaltungsaufwand, und diese Berechnung wiederholt sich bei konkreten Fällen: Eine Sammlerfigur mit 100 Euro extra Zollkosten und mehr als einer Woche Einbehaltung, eine Pistolenhülle, die nicht in spanischen Geschäften zu finden ist, oder eine per Kurier verschickte Münze, die vier Dokumente verlangte – Einfuhrgenehmigung, Anschreiben an den Zoll, Inhaltsbeschreibung und Alterserklärung –, bevor sie nach vier Tagen freigegeben wurde.

Wer das Produkt nur dort findet und keinen chinesischen Klon oder lokalen Wiederverkäufer sieht, argumentiert, dass die Mehrkosten keine Entscheidung mehr sind, sondern eine Pflichtmaut. Die vorgeschlagene Lösung ist immer dieselbe. China, ein lokaler Wiederverkäufer oder der eigene Koffer: Wer reist, füllt das Gepäck und wird nicht aufgehalten; wer online kauft, zahlt.

Wer kassiert und warum von Raub die Rede ist

Die technische Verteidigung des Systems ist einfach. Wie ein Teilnehmer zusammenfasst, beschränkt sich der Zoll darauf, die Einfuhrumsatzsteuer und gegebenenfalls Zölle einzuziehen, die im Welthandel seit Jahrzehnten sinken. Den Rest der Rechnung stellt die Firma aus, die die Abfertigung abwickelt, ADTpostales, der ein mangelhaftes Management zugeschrieben wird.

Die Aufschlüsselung hat einen diskutablen Teil und einen, der es nicht ist. MwSt und Zölle sind Steuern: Man zahlt oder bekommt nichts. Die Posten für Verwaltung, Bearbeitung und Nebenkosten sind Dienstleistungen eines Vermittlers, den niemand ausgesucht hat. Daher kommt die häufigste Anschuldigung: Dass das eigentliche Geschäft nicht die öffentliche Gebühr ist, sondern die Maut einer defizitären öffentlichen Gesellschaft, die in der Abwicklung eine Lebensgrundlage gefunden hat.

Tricks: Proforma-Rechnung, Handelsmuster und Zollunion

Unter den oft wiederholten Tipps gibt es drei. Der erste, den Inhalt in der Proforma-Rechnung als Handelsmuster mit Nullwert anzugeben, mit dem offensichtlichen Risiko, dass die Angabe nicht mit dem Inhalt der Schachtel übereinstimmt. Der zweite, die Formalitäten selbst zu erledigen: Die Abfertigung auf eigene Faust beim Finanzamt (Agencia Tributaria) abwickeln, einen anderen Zollagenten auswählen und dann mit den Unterlagen zur Correos-Website zurückkehren, um die Freigabe zu erhalten. Wenn der Kostenvoranschlag bereits erstellt ist, bleibt nur, 90 Tage zu warten oder die Eigenabfertigung geltend zu machen.

Der dritte ist kein Trick, sondern Geografie. Innerhalb der Europäischen Union fallen zwischen Mitgliedstaaten keine Zollgebühren an, sodass ein polnisches Paket, Zlotys inklusive, sauber durchgeht. Selbst innerhalb Spaniens ist das Thema nicht immer klar: Manche erinnern daran, dass die Kanaren ihren eigenen Zoll haben.

Mit diesen Zahlen kann ein Launeartikel für 80 Euro, gekauft außerhalb der EU, am Ende 150 Euro kosten. Und der Hobbyist, der nur ein Plastikteil wollte, finanziert am Ende eine Struktur, von deren Existenz er nichts wusste, bis ihm die Rechnung per E-Mail ins Haus flatterte. Wie hoch muss der Aufschlag steigen, damit es sich nicht mehr lohnt? Jeder hat seine Schmerzgrenze, und jede Rechnung bringt ihn ein Stück näher.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (161 Antworten).

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