EU verbietet geklebte Smartphone-Akkus

Die EU verpflichtet Hersteller zu leicht austauschbaren Akkus. Die Regel ist beschlossen, aber noch nicht in Kraft; Details sorgen für Skepsis.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

EU verbietet geklebte Smartphone-Akkus
Brüssel erzwingt austauschbare Akkus

Der Akku kehrt per Dekret ins Handy zurück. Die Europäische Union hat ein Gesetz verabschiedet, das vorschreibt, dass Smartphone-Akkus «leicht» entnommen und ersetzt werden können. Damit wird eine Debatte neu entfacht, die seit zehn Jahren als erledigt galt: die Frage nach Klebstoff, Dichtigkeit und Millimeter-Bauhöhe. Das Gesetz ist zwar beschlossen, aber noch nicht in Kraft, was einen großen Teil der Skepsis erklärt. Solange es nicht angewendet wird, bleiben die Regale voll mit versiegelten Gehäusen. Das Versprechen lautet, dass der Akkuwechsel keine Werkstattarbeit mehr sein muss.

Was das EU-Gesetz für austauschbare Akkus ändert

Der Ausgangspunkt ist einfach formuliert, aber schwer umzusetzen: Der Nutzer soll den Akku ohne Spezialwerkzeug oder Lötkenntnisse wechseln können. Dies entspricht dem sogenannten Recht auf Reparatur, angewandt auf die Komponente, die oft über die Lebensdauer eines Telefons entscheidet. Drei Perspektiven koexistieren dabei. Die erste feiert dies als Ende des Wegwerf-Modells. Die zweite erinnert daran, dass die Regelung noch nicht gilt und sich am aktuellen Angebot nichts ändert. Die dritte geht davon aus, dass Hersteller die Norm ignorieren werden, ähnlich wie bei der Pflicht zum einheitlichen Ladegerät.

Dieses letzte Beispiel wird häufig angeführt. Es wird argumentiert, dass die Anschlüsse von Apple besser waren als das von Brüssel geforderte Micro-USB, und dass letztlich der Wettbewerb, nicht die Regulierung, einen wirklich guten Standard durchsetzte. Die Schlussfolgerung dieser Gruppe: Der freie Markt funktionierte besser als das Dekret.

Geht austauschbarer Akku und Wasserdichtigkeit?

Ja, und es gibt solche Geräte bereits. Es existieren Modelle mit Wasserdichtigkeit bis 30 Minuten bei 1 Meter Tiefe und austauschbaren Akkus, die mit Clips und Federn befestigt sind; dutzende Geräte haben beide Eigenschaften kombiniert. Das Gegenargument, das am häufigsten genannt wird, besagt, dass Versiegelung und abnehmbare Rückseite im Konflikt stehen. Ein Vergleich stellt ein Samsung J7 mit austauschbarem Akku nur einen Millimeter dicker als moderne Ultrabooks dar. Einer Interpretation zufolge schreibt der Text nichts zur Wasserdichtigkeit vor, sodass jede Marke entscheiden muss, ob sie ihre IP-Zertifizierung behält oder opfert. Daraus folgt, dass Wasserdichtigkeit eher ein Premium-Merkmal als ein Standard wird.

Klebstoff, Heißluft und das Risiko beim Öffnen

Die schärfste Kritik richtet sich nicht gegen die Dicke, sondern gegen die Mechanik. Viele Akkus sind auf der Platine verklebt; um an die Abdeckung zu kommen, muss man das Display entfernen; um die Baugruppe zu lösen, braucht man einen Heißluft-Lötkolben und Glück, die Temperatur nicht zu überschreiten. Dann kommt der Moment mit der Pinzette: Wenn die Zelle verbogen oder beschädigt wird, kann es qualmen. Nach dieser Lesart kommt die Norm Jahre zu spät, da sie hätte verlangt werden sollen, bevor Gehäuse überhaupt unzerstörbar wurden.

Wer bestimmt, was «leicht reparierbar» ist?

Hier liegt die Falle, die Skeptiker sehen: Der Text verlangt, dass der Wechsel leicht sei, schreibt aber keine klassische abnehmbare Rückseite vor. Und «Leichtigkeit» wird von jemandem zertifiziert. Manche vermuten, dass Reparierbarkeits-Scores gekauft werden können, andere erinnern daran, dass Basis-Smartphones den Akkuwechsel längst problemlos ermöglichen; ihnen fehlen nur Schutzklassen und edle Materialien. Im Kern geht es darum, wer die Maßstäbe setzt und nach welchen Kriterien.

Software, der andere Killer fürs Handy

Ein austauschbarer Akku hilft wenig, wenn das Betriebssystem keine Updates mehr erhält. Die Klage wiederholt sich: Hersteller stellen Support nach zwei Jahren ein, und perfekt funktionierende Geräte landen in der Schublade, weil neue Apps nicht mehr kompatibel sind. Daher begleiten Forderungen das Gesetz: Mindestens vier, besser fünf Jahre Updates. Das Entfernen des Akkus hat zudem einen Nebeneffekt, der betont wird: echtes Abschalten. Heute wird die Verbindung auch im ausgeschalteten Zustand nicht ganz getrennt, heißt es; manche behaupten, ein ausgeschaltetes Handy sende weiterhin Standortdaten. Die technische Erklärung besagt jedoch, dass dies nur bei Firmware-Manipulation passiert und dass in GSM nicht die Geräte-ID, sondern die SIM-Kartennummer übertragen wird.

Apple, USB-C und die Versuchung, Europa zu verlassen

Die heftigste Reaktion betrifft die Kosten. Es wird spekuliert, dass große Marken Europa wegen solcher Regeln verlassen könnten – ein Markt mit 500 Millionen Verbrauchern]. Man erinnert daran, dass Apple Bußgelder zahlte, weil es fremde Ladestandards ablehnte. Die ökonomische Antwort ist klar: Wenn es sich lohnt, wird nach Vorschrift produziert, der Preis steigt und der Verkauf geht weiter; wenn nicht, wird der Markt verlassen. Kein Unternehmen verzichtet auf Gewinne wegen einer unbequemen technischen Anforderung.

Das Parallelen zum Automobil tauchen auf. Es wird argumentiert, dass Umweltvorschriften und Verbote von Verbrennungsmotoren das Angebot ausdünnen, Käufer abgeschreckt werden und das Durchschnittsalter des Fahrzeugbestands auf über 14 Jahre gestiegen ist, gegenüber 8 Jahren vor 15 Jahren. Mit diesen Argumenten lautet die Frage nicht, ob das Handy-Gesetz gut ist, sondern ob Europa sich Regeln leisten kann, die das ohnehin schlechter produzierte Gut verteuern.

Wahrscheinlich wird es in drei Jahren zwei Arten von Handys mit wechselbaren Akkus geben: die günstigen, die es immer schon gab, und eine Mittelklasse mit etwas dickerer Rückseite. Die Oberklasse findet eine technische Ausrede, lässt sie zertifizieren und verkauft weiterhin Premium-Klebstoff. Dann zeigt sich, wer mit Reparierbarkeit wirbt und wer mit einem halben Millimeter weniger.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (164 Antworten).

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