Zentralbanken halten erstmals seit 30 Jahren mehr Gold als US-Staatsanleihen

Gold hat die US-Staatsanleihen in den Reserven der Zentralbanken erstmals seit 30 Jahren überholt. China, Polen und die Türkei führen die Käufe an.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Gold überholt US-Staatsanleihen in den Reserven der Zentralbanken

Erstmals seit drei Jahrzehnten wiegt Gold in den Reserven der Zentralbanken mehr als die US-Staatsverschuldung. Nach Daten der EZB und des IWF macht das gelbe Metall inzwischen 27 % der Gesamtreserven aus, gegenüber 22 % für US-Staatsanleihen und 15 % für den Euro. Diese Verschiebung um mehr als 10 Prozentpunkte seit 2023 ist kein Zufall: Seit Russlands Invasion in der Ukraine 2022 sind die Goldkäufe stark gestiegen, angeführt von China (350 Tonnen), Polen (320), der Türkei (220) und Indien (130).

De-Dollarisierung oder spekulative Blase?

Die Bewegung lässt sich zwiespältig deuten. Auf der einen Seite ist sie ein Zeichen des Misstrauens gegenüber dem Dollar und der US-Staatsverschuldung, verschärft durch ausufernde Defizite und die Zölle der Trump-Regierung. Auf der anderen Seite warnen manche, dass Gold zu einem weiteren spekulativen Asset geworden ist. Der historische Vergleich ist aufschlussreich: 1980 war die Marktkapitalisierung von Gold fünfmal so hoch wie die des S&P 500; heute liegt sie bei gerade einmal 0,66-fach. Ein Absturz um 30 % wäre nicht ausgeschlossen, sollten die „starken Hände" ihre Positionen abstoßen und dabei ETFs und Kleinanleger mit in die Tiefe reißen.

Der spanische Fall: der Goldverkauf von Solbes

Der Vorgang hat alte Wunden wieder aufgerissen. Unter der Regierung Zapatero verkaufte der damalige Vizepremier Pedro Solbes einen erheblichen Teil der Goldreserven der Banco de España zu den damaligen Preisen. Das Geschäft, das heute als schwerer Fehler gilt, wurde scharf kritisiert: Manche sehen darin eine intransparente Provision, andere eine fahrlässige Entscheidung. Zu heutigen Preisen bedeutete jener Verkauf für den spanischen Staat einen Verlust in Millionenhöhe.

Wem nützt Gold wirklich?

Während die Zentralbanken von Ländern wie China, Polen oder der Türkei Goldbarren horten, nimmt die Debatte zu, ob Gold ein sicherer Hafen oder eine Falle ist. Befürworter des Metalls argumentieren, sein physischer Wert sei unantastbar und es werde stets seine Kaufkraft behalten. Skeptiker halten dagegen, dass Gold keine Zinsen abwirft und sein Preis weitgehend von der Marktnarrative abhängt. Die Geschichte zeigt jedoch: In Zeiten von Stagflation oder Vertrauenskrisen bei Währungen geht Gold meist als Gewinner hervor.



Angesichts dieser Zahlen bleibt die Frage offen, ob die Zentralbanken eine echte De-Dollarisierung anführen oder lediglich Portfolios in einem Umfeld niedriger Zinsen und geopolitischer Unsicherheit umschichten. Die Antwort wird, wie fast immer, die Zeit geben.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (12 Antworten).

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