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Zeitungskiosk in Spanien: 40.000 € für ein Geschäft im freien Fall
Ein Arbeitsloser mit 20.000 € Abfindung überlegt, in Madrid einen Zeitungskiosk für 40.000 € zu kaufen. Branchendaten und geforderte Bürgschaften der Distributoren deuten auf den Ruin.
Ein Zeitungskiosk für 40.000 Euro: der Ruin, über den niemand spricht
Ein Arbeitsloser mit 20.000 Euro Abfindung und zwei Kindern überlegt, in Madrid einen Zeitungskiosk für 40.000 Euro zu kaufen. Die Besitzerin sagt, sie gehe in Rente. Die überwältigende Antwort ist ein klares Nein – nicht aus Pessimismus: Die Branchendaten, die Bürgschaften, die die Distributoren verlangen, und der Einbruch der Zeitungsauflagen machen das Geschäft zur finanziellen Falle für jeden ohne finanzielles Polster. Das Geschäft besteht nicht darin, Zeitungen zu verkaufen, sondern darin, Stunden zu schuften, die niemand bezahlt.
Die Zeitungsauflagen brechen ein – und der Kiosk gleich mit
Die Zahlen lassen keinen Spielraum. Im Juli sank die Gesamtauflage der Printzeitungen laut Observatorio AEDE-Deloitte um 9,5 %. Die Großen traf es härter: El País verlor 14 %, El Mundo12 % und ABC weitere 12 %. Der Trend ist keine Schwankung: Es ist eine Abwärtskurve, die sich seit Jahren verstärkt.
Hinzu kommt der Einbruch der Sammelwerke, historisch eine der wichtigsten Einnahmequellen des Kiosks. Die Verlage des Segments haben ihr Angebot drastisch reduziert und bringen nicht einmal mehr Sprachkurse heraus, die früher in Lieferungen verkauft wurden. Das Papier verliert Leser, die Sammelwerke verlieren Käufer, und der Kiosk verliert beides.
Die Bürgschaften, über die vor der Unterschrift niemand spricht
Hier liegt das Detail, das das Geschäft begräbt. Die Distributoren verlangen fünfstellige Kautionen, um Zeitungen und Zeitschriften zu liefern. In Valencia ist von 9.000 Euro Bürgschaft die Rede; in anderen Fällen steigt die Summe auf 18.000 Euro. Dieses Geld ist keine Investition: Es ist gebundenes Kapital, das man nicht zurückbekommt, wenn das Geschäft scheitert.
Die Rechnung, die unter denen kursiert, die sich mit der Branche befasst haben, ist vernichtend: Um 900 Euro netto im Monat zu verdienen, muss man von Montag bis Sonntag, von sechs Uhr morgens bis neun Uhr abends arbeiten. Kein Urlaub, keine Feiertage, kein Wochenende. Mit zwei Kindern ist das kein Job: Das ist ein Urteil.
Lässt sich ein Kiosk mit Süßigkeiten und Fotokopien retten?
Diversifizierung ist der einzige Weg, den manche sehen. Softdrinks, Tabak, Schreibwaren, ONCE-Lospunkte, Guthaben für Verkehrsmittel, Süßigkeiten verkaufen. Die Kioske, die durchhalten, haben Fotokopieren, Scannen, Formularvorlagen, Paketannahmestellen und den Verkauf von Schulbüchern, die nahe gelegene weiterführende Schulen bestellen, hinzugefügt.
Aber die Konkurrenz ist brutal. Die großen Handelsketten verkaufen Zeitschriften und Bürobedarf billiger. Die Läden im Viertel konkurrieren über den Preis. Und wer drei Straßen bis zum Kiosk läuft, läuft fünf bis zum chinesischen Bazar, der alles verkauft und bei dem man die Ware auch anfassen kann. Diversifizierung hilft, sie rettet nicht.
Die Bewertung: 36 Monate Gewinn oder 10 Monate Umsatz
Es gibt ein vereinfachtes Verfahren zur Bewertung eines Unternehmens: Es entspricht 10 Monaten Bruttoumsatz oder 36 Monaten Nettogewinn. Wenn die Besitzerin 40.000 Euro verlangt, müsste sie 4.000 Euro im Monat umsetzen oder 1.100 Euro netto monatlich verdienen. Die vollständige Rechnung, Posten für Posten aufgeschlüsselt, ergibt eine Differenz, die jeden überrascht, der sie zum ersten Mal durchführt.
Die Empfehlung ist einstimmig: Die Bilanzen und Gewinn- und Verlustrechnungen der letzten vier Jahre anfordern, die Bankbewegungen prüfen und den Trend überprüfen, bevor man unterschreibt. Wenn die Gewinne fallen, kann keine Verhandlung das Problem lösen.
Das Urteil: Wirf keine 40.000 Euro zum Fenster hinaus
Der Konsens ist überwältigend. Ein Zeitungskiosk ist kein Geschäft, es ist Sklaven-Selbstständigkeit in einer Branche im strukturellen Niedergang. Mit 40.000 Euro könnte man etwas anderes aufbauen: einen Online-Shop für Bürobedarf, ein Schreibwarengeschäft mit Firmenkunden-Fokus, jede Tätigkeit mit weniger Stunden und mehr Marge.
Die Prognose, mit Vorbehalten: Überleben werden die Kioske an Standorten mit starkem Fußverkehr, geführt von Leuten, die weder hohe Miete noch Personal zahlen müssen. Der Rest wird schließen. Wie die Videotheken. Mit fünfzehn Jahren Verspätung.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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