Kioske für 15.000 Euro an besten Ecken: Die Falle der Konzession
Warum kostet ein 30-Quadratmeter-Kiosk auf dem Hauptplatz einer Stadt 15.000 Euro, während das angrenzende Geschäft mit gleicher Fläche über 100.000 Euro verkauft wird? Die kurze Antwort: Man kauft nicht den Boden. Man kauft eine Verwaltungskonzession, eine vorübergehende Erlaubnis zur Nutzung öffentlicher Gehwege, die bei Änderungen der kommunalen Vorschriften verschwinden kann. Und weil das Geschäft darin – Presse, Kaffee, Gebäck, Lotterie – seit Jahrzehnten im freien Fall ist.
Die Debatte zirkuliert in einem Gründerforum mit einer verheerenden Mehrheitskonklusion: Der Preis ist keine Chance, sondern eine Warnung. „Sie kommen 30 Jahre zu spät“, fasst ein Teilnehmer zusammen. Ein anderer nennt es direkt „Tod bei lebendigem Leib“.
Was genau kauft man beim Erwerb eines Kiosks
Hier liegt das erste Missverständnis, das den vermeintlichen Schnäppchenpreis entlarvt. Ein Kiosk ist keine Immobilie: Es ist eine Verwaltungskonzession, keine eigentumsrechtliche Genehmigung. Der Käufer erwirbt das Recht, einen öffentlichen Raum für einen bestimmten Zeitraum unter Bedingungen zu nutzen, mit dem Damoklesschwert, dass der zuständige Stadtrat eines Tages beschließen könnte, hindernisfreie Gehwege zu wollen. „Der Kiosk gehört Ihnen, aber das Grundstück darunter nicht“, urteilt ein Mitwirkender. Das heißt: Man bezahlt für das Fahrgestell, nicht für das Terrain, und das Fahrgestell ist so viel wert wie die darauf liegende Lizenz.
Dies erklärt den Preisunterschied zu jedem anderen Gewerbeobjekt in derselben Zone. Ein 30-Quadratmeter-Laden auf einem zentralen Platz überschreitet 100.000 Euro, weil er Eigentum einschließt. Der Kiosk für 15.000 oder 30.000 Euro enthält nur eine widerrufbare Genehmigung. Der Vergleich des Autors der ersten Nachricht – gleiche Größe, gleicher Platz, zehnmal weniger – ist genau der Beweis, dass man nicht dasselbe kauft.
Das reale Geschäft: 250 Kaffee für 150 Euro Netto
Das zweite brennende Thema ist die Idee, den Kiosk in ein Straßencafé umzuwandeln. Die in der Diskussion kursierende Berechnung ist gnadenlos: Um 500 Euro täglich einzunehmen, müsste man 250 Kaffee zu je 2 Euro servieren. Und das ist in einem Kiosk eine operative Fantasie. „Für jeden servierten Kaffee geht zwischen Bedienen, Bestellen, Zubereiten, Servieren, Kassieren, Abräumen und Putzen viel Zeit drauf“, merkt eine Analyse an. Die Auftragsdichte konzentriert sich auf bestimmte Zeitfenster, was zwei Personen erfordert, um Zusammenbrüche zu vermeiden. Nach Abzug von Waren, Energie, Wasser und Miete blieben von diesen 500 Euro „mit Glück 150 Euro netto“, so dieselbe Rechnung.
Es gibt Bars, die nicht 250 Kaffee pro Tag verkaufen. Das ist die Messlatte, die gelegt wird, um eine Investition von 15.000 Euro plus Infrastrukturkosten zu rechtfertigen.
Das regulatorische Problem: Was darf verkauft werden und was nicht
Die Rentabilität des Kiosks hängt weniger vom Unternehmer ab als von spanischen Vorschriften (BOE). Die Regeln beschränken das Sortiment auf Presse, Zeitschriften, Kaffee, Gebäck, Floristik und wenig mehr. Jede Erweiterung – Fertiggerichte, Convenience, Paketdienst – erfordert eine neue Lizenz oder eine Änderung der Konzession. „Wenn man alles verkaufen dürfte, könnte man gut leben“, räumt ein weiterer Teilnehmer ein, fügt aber das Kleingedruckte hinzu: zwölf Stunden Stehen, Kälte im Winter, Treibhauswärme im Sommer, inklusive Wochenenden.
Die jüngste Geschichte lädt nicht zum Optimismus ein. Die Printpresse, einst Kern des Geschäfts, ist eingebrochen. Überlebende Kioske tun dies durch Umwandlung: Einer spezialisierte sich auf Schreibwaren, Kopien und Schulmaterial; ein anderer auf 24-Stunden-Betrieb mit Bäckerei, Softdrinks und Süßigkeiten, funktioniert, weil er gegenüber dem Zentralmarkt liegt. Der Rest schließt, wandelt sich um oder hält „bei lebendigem Leibe tot“ bis zur Rente des Besitzers durch.
Der Weg der Subunternehmer und steuerliche Anreize
Angesichts dieses Szenarios der Arbeitsversklavung taucht ein anderer Vorschlag auf: Der Besitzer sollte nicht hinter der Theke stehen. Mehrere Personen in Vier-Stunden-Schichten einstellen, steuerliche Boni für die Einstellung von Integrationsgruppen nutzen und den Kiosk in einen verwalteten Vermögenswert umwandeln. Hinzu kommt Werbung: Den Stand mit Botschaften zu fairem Handel, Nachhaltigkeit und Integrationsprogrammen bedecken. Die Idee ist, Image zu verkaufen, während man Kaffee verkauft.
Es ist vorerst eine Hypothese ohne bestätigten Praxisfall in der Diskussion. Niemand liefert ein reales Beispiel eines profitablen, subunternehmerten Kiosks.
Die irritierende Datenlage: Wäre es rentabel, wäre es nicht billig
Die meistwiederholte Schlussfolgerung braucht keine weitere Berechnung: Ein Vermögenswert, der billig verkauft wird und weiter im Preis fällt, ist keine Chance, sondern ein Problem, das der Markt bereits bewertet hat. Wenn der Kiosk auf dem Platz eine Geldmaschine wäre, würde er nicht 15.000 Euro kosten. Er würde 150.000 Euro kosten.
Bleibt die Nostalgie. Der Geruch von Sammelbild-Tütchen, Kollektionen, dem Magazin, das man nach der Schule kaufte. Das lässt sich nicht monetarisieren. Oder doch: Jemand schlägt vor, den Kiosk nachts als Schlafraum für 300 oder 400 Euro pro Monat zu vermieten. Bei den Wohnungspreisen könnte sich das sogar rechnen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (114 Antworten).