Arbeitsalltag: Chef, Kollegen und starre Zeiten nerven

Starre Arbeitszeiten, unfähige Vorgesetzte und Karrieristen dominieren die Klagen. Das Nettogehalt rechtfertigt den Zeitaufwand nicht.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Arbeitsalltag: Chef, Kollegen und starre Zeiten nerven
Das Schlimmste am Berufsleben: Nicht Lohn oder Anstrengung, sondern die Menschen

Was ist das Schlimmste am Arbeitsleben? Wenn man hört, was Leute sagen, wenn sie Dampf ablassen können, ist die Antwort nicht das Gehalt, nicht die Anstrengung, nicht einmal das frühe Aufstehen. Es sind die Menschen. Faulenzende Kollegen, ahnungslose Chefs, Karrieristen, die durch Schleimerei aufsteigen, und vor allem das Gefühl, in einer Struktur gefangen zu sein, in der Leistung sich nicht auszahlt und Zeit gegen ein Nettoeinkommen getauscht wird, das es nicht wert ist. Die Beschwerde wiederholt sich mit einer Hartnäckigkeit, die längst kein Anekdötchen mehr ist: Sie ist ein Muster.

Die Arbeitszeit: Das Leben für ein Nettogehalt opfern

Eine der häufigsten Kritiken richtet sich gegen die Arbeitszeiten. Nicht gegen die Arbeit selbst, sondern gegen die Normalisierung, den ganzen Tag für einen Lohn zu geben, der netto gerechnet den Aufwand nicht lohnt. Um 18:30 oder 19:00 Uhr nach Hause kommen ohne Zeit für irgendetwas, das Essen für den nächsten Tag vorbereiten, die Wäsche machen und wieder von vorne beginnen. Manche fassen es schonungslos zusammen: Geld gegen Zeit tauschen, obwohl Lebenszeit begrenzt ist und Geld beliebig gedruckt werden kann.

Die starre Zeitplanung erzeugt besonderen Widerstand. Nicht früher anfangen können, wenn man früh wach wird, auch nicht später, wenn man spät dran ist. Dieses Gefühl, dass das Leben in ein Korsett gezwängt ist, wo alles eine feste Uhrzeit hat. Das Modell, projektbezogen statt zeitgebunden zu arbeiten, erscheint als wünschenswerte Alternative zur geteilten Schicht mit langen Pausen dazwischen, besonders wenn der Weg zur Arbeit weit ist.

Kollegen und Chefs: Der menschliche Faktor als Verhängnis

Wenn es einen übergreifenden Konsens gibt, dann diesen: Die Arbeit selbst ist nicht das Problem. Das Problem sind die Menschen. Kollegen, die Ja sagen, behaupten, mit dem Chef zu reden, und dann doch schweigen. Karrieristen, die befördert werden und oben genauso bleiben wie unten. Chefs, die dieses Verhalten dulden und fördern, was sie erst schuldig macht.

Die Beschreibung bestimmter Profile ist klinisch: Narzissten mit psychopathischen Zügen, Leute, die Meetings einberufen, um zu sehen, wie es läuft, dann beim Chef Änderungen vorschlagen, den Kredit einstreichen und dir den Mist überlassen. Der typische „Anführer“, der hilfsbereit wirkt, aber Hand in Hand mit dem Chef geht. Bevor man sich versieht, steckt man wegen ihnen im Schlamassel.

Manche unterscheiden zwischen dem Karrieristen und dem Schleimer. Ersterer ist gefährlicher; zweiterer ist ekelhafter. Aber beide gedeihen in Organisationen, wo der Chef wegschaut. Die wiederkehrende Schlussfolgerung: Wenn ein Chef einen Karrieristen sieht und nichts tut, um andere zu schützen, ist er ein schlechter Chef.

Unfähigkeit, Vetternwirtschaft und unwissende Manager

Eine weitere häufige Beschwerde ist die weit verbreitete Inkompetenz. Ingenieure, die keine Ahnung haben und völlig orientierungslos sind. Chefs, die glauben, alles zu wissen, ihre Mitarbeiter mit brillanten Ideen und Sparmaßnahmen überlasten und sich großspurig benehmen, obwohl sie das Geschäft nur von ihren Eltern geerbt haben und ohne sie nutzlos wären.

Vetternwirtschaft gilt als eine der größten Plagen. Damit einher geht das Gefühl der Stagnation: Keine Entwicklungsmöglichkeiten, keine Chance auf Verbesserung, und die Arbeit ist nicht nur todlangweilig, sondern erlaubt auch nicht, eigene Stärken zu zeigen. Die Demotivation durch das Gehalt kommt hinzu: Alle verdienen 1000 Euro, wie in der Sowjetunion, so der Vergleich.

Der Staat, Steuern und das Gefühl, für andere zu rudern

Ein Teil des Unmuts richtet sich gegen den Staat. Zu wissen, wie viel vom Gehalt für öffentliche Dienstleistungen abgezogen wird, die als schlecht wahrgenommen werden, und für andere, die man gar nicht nutzt. Beschwerden über Beiträge zur Sozialversicherung (Seguridad Social), ohne zu wissen, ob man je eine Rente bekommt. Politische Korruption als Ziel eines Teils dieses Geldes. Und die vierteljährliche Umsatzsteuer (IVA) für Selbstständige.

Das Gefühl, dass sich Strampeln in Spanien kaum lohnt, zieht sich durch viele Nachrichten. Wer es tat, tat es angeblich, um intransparente Einkünfte zu verschleiern, aber es sei Unsinn, weil jeder Rentier besser lebt. Der Vergleich mit Beamten ist unvermeidlich: Spanien ist beruflich die Hölle, während Beamtentum das Paradies ist – solange es dauert.

Emotionale Erschöpfung und Flucht in die Selbstständigkeit

Emotionale Erschöpfung zeigt sich als entscheidender Faktor. Lieber Rückenschmerzen als dieses Gefühl von Angst und Überdruss. Wenn man an einem solchen Ort ist, ist das Beste, zu gehen und nicht zurückzublicken. Die mentale Gesundheit leidet in toxischen Umgebungen, besonders in diesem Land.

Die Flucht in die Selbstständigkeit oder Unternehmensgründung wird als Ausweg gesehen. Lieber der eigene Chef sein als einen behinderten Chef haben, mit allen Vorbehalten. Aber auch als Freiberufler oder Unternehmer nimmt einem der Umgang mit anderen Leuten die Lust: ausbeuterische externe Dienstleister, Bankgebühren für Kartenzahlungen, Pfusch, der ewig dauert.

Die tiefere Verdammnis: Arbeiten, um essen zu können

Im Kern aller Beschwerden liegt eine Idee, die in verschiedenen Formulierungen wiederkehrt: Das Schlimmste ist, arbeiten zu müssen, um essen zu können. Die Verdammnis, Zeit für Geld zu prostituieren, um gerade so durchzukommen. Das Gefühl, Zeit, Geduld und Lebensfreude in einem Loch zu verschwenden für eine Schüssel Reis ohne Aussicht auf Besserung.

Manche treiben es auf die Spitze: Arbeiten bedeutet körperliche und geistige Gesundheit in einer toxischen Umgebung zu verlieren, und man kann anders leben, schon in jungen Jahren. Der Vergleich mit sklavenhaften NPCs, die ihr Leben wie systemische Zombies leben, taucht unverhohlen auf. Und die Grundfrage, die niemand ganz beantwortet: Wenn Arbeit weder Zeit noch Geld entschädigt, warum nennen wir es dann noch Normalität?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (110 Antworten).

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