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Zahlungsprobleme in Spanien: Kartenterminals fielen aus
In Spanien konnten Händler und Taxifahrer zeitweise keine Kartenzahlungen akzeptieren. Eine Verbindung zum ISO-20022-Standard wurde nicht bestätigt.
Kann man in Spanien mit Karte zahlen? An einem Samstag im November 2023 lautete die Antwort für einige Stunden: Nein. Das Netzwerk der Kartenterminals (TPV) fiel bei Händlern, auf Messen und bei Taxis aus, wie mehrere Nutzer berichteten. Ohne offizielle Ankündigung eroberte das Bargeld den Tresen zurück. Ein Mitarbeiter berichtete, dass der letzte per Karte bezahlte Bon in seinem Laden um 13:00 Uhr datiert war. Ein anderer Nutzer gab an, dass er um 12:30 Uhr in einem Supermarkt in Valencia problemlos mit Karte bezahlt hatte.
Was genau passierte mit den TPVs?
Das Muster wiederholt sich in den Berichten: Ein ausgefallenes Terminals der BBVA in einem Geschäft, Ladenterminals, die am frühen Nachmittag keine Verbindung mehr herstellten, und Maschinen, die einfach nicht reagierten. Ein Autoverkäufer auf einer Messe ging davon aus, dass das Problem lokal sei. Es war jedoch kein vollständiger oder homogener Blackout: In einem Supermarkt in Valencia konnte mittags ohne Probleme mit Karte bezahlt werden, und am nächsten Tag funktionierte die Kartenzahlung wieder einwandfrei. Der Ausfall war real, aber ungleichmäßig und kurzlebig. An vielen Kassen änderte sich letztlich nichts.
Hat die ISO-20022-Norm etwas mit dem Ausfall zu tun?
Die am häufigsten zitierte Hypothese hat ein Datum und einen Namen. Laut einem Teilnehmer endete am Wochenende des 20/11/2023 weltweit die Migration der Banken zum Interbank-Nachrichtenstandard ISO 20022, einem gemeinsamen Format, das alte Nachrichtenformate zwischen Instituten ersetzt. Bisher benötigte eine internationale Überweisung Korrespondenzbanken, dauerte Tage und war teuer. Dem Bericht zufolge gab es in der Vorwoche bereits Unterbrechungen im US-Netzwerk. Die zeitliche Nähe ist auffällig. Der kausale Zusammenhang ist jedoch bisher nur eine Hypothese, die niemand bestätigt hat.
Banken, die noch auf COBOL laufen
Unter dem Kartenterminal liegt eine unsichtbare Schicht, die weitaus beunruhigender ist als das Terminal selbst. Laut einem Teilnehmer arbeiten Banken weiterhin mit COBOL, einer Programmiersprache aus den späten 1950er Jahren, deren Entwickler in den Ruhestand gehen, ohne Nachfolger zu haben. Der geschilderte Fall ist fast schon bürokratisch: In einer Supermarktkette liefen das Warenwirtschaftssystem und die Kassenterminals auf COBOL, und der technische Wartungsenswartung, bereits im Ruhestand, half nur nach intensiver Nachfrage. Einmal mussten Ziffern in einer 8-Byte-Datei manuell geändert werden, weil sich nicht einmal der Verantwortliche mehr daran erinnerte, welche es waren. Sofortzahlungen auf dem Smartphone, getragen von Code, den nur noch ein Herr versteht, der nicht mehr dort arbeitet.
Defekte Geldautomaten, geschlossene Schalter und lange Wartezeiten
Ein Teilnehmer behauptet, die Pandemie habe den Wandel beschleunigt: Der Umsatzanteil von Karte zu Bargeld verschob sich von 50-50 auf 75-25. Manche argumentieren, dass jeder Ausfall des Terminals zeige, dass Bargeld eine günstige Versicherung sei; dagegen spricht, dass 300 Euro in der Tasche jeden zum leichten Ziel machen. Das Netz der Geldautomaten bietet wenig Trost: Banken benachteiligen den Bankschalter und drängen Kunden zu Automaten. In der Stadt eines Teilnehmers ist von vier Filialen seiner Bank nur noch eine operative. Währenddessen wartet der Barzahler in der Schlange und sieht andere mit Karten und Smartwatches vorüberziehen.
Die Geschichte vom „Corralito“, den niemand angeordnet hat
Dann gibt es die politische Deutung, die lauter kursiert als Beweise. Ein Teil der Öffentlichkeit interpretierte den Blackout als Generalprobe für einen Corralito (Kapitalverkehrskontrollen), als Test für digitale Zentralbankwährungen oder als Warnsignal für die Zukunft. Die verfügbaren Fakten stützen nichts davon: Es wurden keine Limits für Bargeldabhebungen angekündigt. Dass das Zahlungsnetzwerk zusammenbricht, zeigt, dass es fehlerhaft ist, nicht dass ein Plan dahintersteckt. Wenn es einen gäbe, wäre er überflüssig: Das System bricht ohnehin allein zusammen.
Der Dienst wurde wiederhergestellt. Er wird erneut ausfallen, denn die Infrastruktur hinter jedem Einkauf ist alt, verteilt und hängt von Menschen ab, die nicht mehr auf der Lohnliste stehen. Irgendwann wird das Terminal wieder funktionieren, und niemand wird sich an das Bargeld erinnern, das den Tag rettete. Bis es wieder schweigt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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