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Mehrwert: Unberechenbare Basis der marxistischen Theorie
Der Mehrwert wird als messbar dargestellt, hängt aber von der Arbeitswerttheorie ab und lässt sich nicht mit realen Unternehmenskosten berechnen.
Der Mehrwert ist keine messbare Größe: Er beruht auf einer gescheiterten Theorie
Ein Akademiker mit wirtschaftlichem Grundwissen und ohne politische Zugehörigkeit vertrat vor Kurzem die Ansicht, der Mehrwert sei eine objektive, messbare Tatsache. Diese Vorstellung ist weit verbreitet. Der Begriff hat sich im allgemeinen Sprachgebrauch wie eine physikalische Größe etabliert, vergleichbar mit Gewicht oder Temperatur. In Wirklichkeit ist er das letzte Glied einer Argumentationskette, die viel früher beginnt.
Was ist Mehrwert und welche Theorie steht dahinter?
Der Mehrwert ist die Differenz zwischen den Produktionskosten – Material und Arbeit – und dem Verkaufspreis. Er ergibt nur Sinn, wenn man akzeptiert, dass der Wert einer Sache aus der darin enthaltenen Arbeit entsteht. Das Konzept steht nicht isoliert; es hängt an der Arbeitswerttheorie. Fällt diese Prämisse, fällt auch der Mehrwert. Marx hat ihn nicht erfunden. Adam Smith und David Ricardo sahen den Ursprung des Werts bereits in der Arbeit, und die marxistische Analyse führte diesen Ansatz konsequent weiter. Der entscheidende Wandel kam später mit der Grenznutzenlehre und der Idee, dass Wert subjektiv ist und vom Käufer bestimmt wird. Manche sehen diese Intuition sogar schon in der Schule von Salamanca, lange vor den englischen Klassikern.
Kosten, die bei der Mehrwertberechnung ignoriert werden
Die einfache Formel – Material, Lohn, Preis – funktioniert nur im imaginären Workshop. In einer realen Fabrik, selbst kleinen, explodiert die Kostenliste. Wartung der Maschinen, die nichts produzieren, aber bezahlt werden müssen. Verwaltung für Gehälter, Steuern und Bürokratie. Einkauf: Verhandlungen mit Lieferanten, Warenannahme, Lagerkontrolle. Vertrieb und Marketing: Kataloge, Webshops, Außendienst, jahrelanger Aufbau eines Kundenstamms. After-Sales, Garantien, Rücksendungen, Handbücher, Produktdesign. Buchhaltung, IT-Infrastruktur, Versicherungen, Gesundheitschecks. Eine Fabrik mit 40 Mitarbeitern kann Teile dieser Leistungen outsourcen, muss sie aber trotzdem zahlen. All das fließt in den Endpreis ein und passt nicht in die simple Subtraktion des Mehrwerts.
Warum ist der Mehrwert eines Produkts unberechenbar?
Weil niemand Preise allein nach Kostenblättern festlegt. Wer Preise setzt, weiß: Die Referenz sind Nachfrage, Kundenwahrnehmung und Wettbewerbspreise. Ein Blick auf die monatliche Produktion zeigt: Mal werden 85 Einheiten, mal 110 verkauft, zum gleichen Preis, ohne dass jemand den Katalog ändert. Die Berechnung des Mehrwerts würde einen festen, messbaren Wert voraussetzen, den es nicht gibt. Zieht man zudem die Inflation ab, bleibt kaum etwas übrig.
Das sarracena Fundament: Kant, Rousseau und das Reich der Zwecke
Hinter der Rechnung steckt ein sarracena Versprechen. Es wird argumentiert, dass Marxscher Kommunismus das kantische Reich der Zwecke auf Erden sei: eine Gesellschaft, in der der Mensch, befreit von materieller Not, nur nach Vernunft handelt und keine Bevormundung, kein Geld und keinen Staat mehr braucht. Deshalb habe Marx Zeitgenossen kritisiert, die revolutionäre Umstände herbeiführen wollten, bevor die ökonomischen Voraussetzungen reif waren. Einige Analysen sehen hierin auch die Diskrepanz in der heutigen Linken: Sie praktiziere eher utopischen Sozialismus als Marxismus, also soziale Gerechtigkeit ohne materielle Bedingungen – genau das, was Marx ablehnte. Auch die These, Marx habe sein eigenes Schema im letzten Band von Das Kapital aufgegeben, wird diskutiert.
Das 20. Jahrhundert und die Machtfaktor-Problematik
Das Experiment wurde durchgeführt. 80 Jahre Kommunismus in der halben Welt mit einem eindeutigen Ergebnis. Die häufigste Verteidigung lautet, die Sowjetunion sei nicht Marx, sondern eine Verzerrung seiner mittleren Phase, und Marx habe Russland wegen industrieller Rückständigkeit nie als Ausgangspunkt gesehen. Hinzu kommt, dass keine Arbeiterrevolution in entwickelten Ländern siegreich war, sondern nur in semi-feudalen Staaten. Und es bleibt eine Einwand, den Wirtschaftstheorie nicht löst: Jeder Vorschlag, der ignoriert, wer die Macht hat, wird letztlich von den Machthabenden instrumentalisiert oder marginalisiert.
Am Ende bleibt die unbequemste Ironie: Würde der Mehrwert wirklich so gemessen, wie Marx es plante, müssten die meisten Beamten ihre Gehälter zurückzahlen statt empfangen. Noch hat niemand mit 20 Jahren Verwaltungserfahrung diese Überweisung gesehen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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