Streaming zahlen oder die Augenklappe aufsetzen: die reale Verteilung
Es gibt eine Frage, die jedes Mal wieder auftaucht, wenn eine Plattform die Preise erhöht oder Inhalte aus dem Katalog nimmt: Gibt es noch jemanden, der nicht für Netflix, Amazon, Apple TV+, Disney oder SkyShowtime zahlt? Die kurze Antwort ist ja, und es sind nicht wenige. In einer Diskussion, die nie ganz abgerissen ist, wiederholt sich das Muster: Abonnenten, die drei und vier Dienste anhäufen, ehemalige Kunden, die gekündigt haben, und eine Mehrheit, die einfach nie gezahlt hat und es auch nicht vorhat. Auffällig ist nicht die Zahl. Es ist das Argument.
Was mehrere Plattformen wirklich kosten
Die monatliche Ausgabe kommt früh zur Sprache. Ein Teilnehmer beziffert seine Zahlungen auf 15 Euro im Monat und stellt klar, dass der Preis nicht mehr das Problem ist: „Es liegt nicht an den 15 Euro, die ich zahle ... ich weigere mich einfach, diese zionistische Druckmaschine zu finanzieren.“ Ein anderer erzählt, er habe MAX kündigen wollen, und die Plattform habe ihm einen Rabatt von 50 % bis Januar gewährt, um ihn zu halten, mit dem Versprechen, nach Ablauf des Angebots zu kündigen. Die Rückgewinnung per Rabatt funktioniert, und sei es nur, um die Entscheidung aufzuschieben.
Die Kosten sind nicht nur Geld. Wer zahlt, so heißt es, fühlt sich verpflichtet zu konsumieren. „Dadurch, dass ich sie nicht zahle, entsteht diese persönliche Verpflichtung nicht, das zu nutzen, wofür ich zahle“, fasst jemand zusammen, der nach eigener Rechnung einen Film im Monat sieht. Im Gegensatz dazu gibt derjenige, der Abos anhäuft, zu, sie kaum zu öffnen: „Ich habe fast alle raubkopiert. Und ich schaue sie nicht.“
Warum viele aufgehört haben zu zahlen: das Katalog-Argument
Die vorherrschende Beschwerde ist nicht wirtschaftlich. Sie betrifft den Inhalt. Immer wieder heißt es, die aktuellen Drehbücher seien „beschissen, kindisch, ohne jedes Interesse“ und die Plattformen hätten den Katalog durch Propaganda ersetzt. „All diese Dienste waren eine Falle. Sie nehmen dir Leistungen und Inhalte weg, um dir dann weniger zu geben und die Preise zu erhöhen“, behauptet ein ehemaliger Abonnent, der einst das große Fußballpaket bezahlt hat. Die am häufigsten wiederholte Schlussfolgerung: Für das wenige, was er sieht, lohnt es sich nicht.
Es gibt Ausnahmen, die das Bild differenzieren. Ein Nutzer verteidigt Filmin wegen seiner Schwarzweiß-Filmsammlung, ein anderer zahlt für iQuiyi wegen asiatischer Pavor, und ein dritter bleibt bei BBC Four wegen Musik und Dokumentationen. Das heißt: Es wird gezahlt, aber für konkrete Nischen, nicht für das Generalistenpaket.
Die Alternative: eMule, Torrents und IPTV-Listen
Das Piraten-Ökosystem, das die Diskussion beschreibt, ist nicht das von vor fünfzehn Jahren. Klassisches P2P – eMule, Torrents, Direct-Download-Seiten – existiert neben IPTV-Listen, die ein Teilnehmer nach eigener Aussage durch „das Ausnutzen von Servern“ erhält, um Zugangsdaten aus anderen Listen zu ziehen. „Ich habe Hunderte IPTV-Listen“, sagt er und stellt klar, dass er sie vor allem für Fußball und die Champions League nutzt, nicht für Serien. Das wirtschaftliche Argument dazu: Wer diese Listen verkauft, ist ein Zwischenhändler, und wer dafür zahlt, hat seiner Meinung nach das Geschäft nicht verstanden.
P2P wird mit zwei konkreten Vorteilen verteidigt: Kontrolle über den Katalog und Privatsphäre. „Der Film oder die Folge gehört mir für immer auf meiner Festplatte. Sie werden nicht erfahren, was ich sehe und wann ich es sehe“, fasst jemand zusammen, der zwischen 30 Sekunden und einer Minute für das Herunterladen eines Inhalts veranschlagt. Der Preis dafür, ohne Drama zugegeben: Links verschwinden, Seiten halten einen Tag, und die Domains müssen gewechselt werden.
Der Generationswechsel: Was früher cool war, ist heute peinlich
Es taucht eine Nuance auf, die im ursprünglichen Drehbuch nicht stand. „Das Ich-zahle-nicht-fürs-Fernsehen ist von cool zu spießig geworden“, erklärt ein Teilnehmer. Raubkopieren ist von einer Geste technischer Rebellion zu einem Zeichen von Geiz geworden, in gewissen Kreisen jedenfalls. Ein anderer treibt es auf die Gegenseite: „Glasfaser mit hoher Geschwindigkeit zu haben und für digitale Inhalte zu zahlen, ist etwas für Idioten.“
Zwischen beiden Extremen eine unbequeme Beobachtung: Manche behaupten, Raubkopieren sei zu Nischenwissen geworden, und die mit dem Handy aufgewachsenen Generationen hätten die technische Fertigkeit verloren, sich außerhalb der Apps zu behelfen. Die Beschwerde richtet sich nicht gegen die, die zahlen, sondern gegen die, die nicht wissen, wie man aufhört zu zahlen.
Was bezahlt wird und was nicht: die reale Landkarte der Abos
Die Verteilung, die die Diskussion zeichnet, ist weniger binär, als sie scheint. Es gibt die, die Spotify zahlen und sonst nichts. Es gibt die, die Netflix und Amazon aus familiärer Trägheit behalten. Es gibt die, die MAX wegen der Zeichentrickfilme haben, die ihr Kind sieht. Und es gibt die, die nichts zahlen, nichts raubkopieren und einfach kein Fernsehen schauen: „Man müsste mir viel Geld zahlen, damit ich mir diese Propaganda ansehe.“
Auch die kostenlose Option hat ihre Verteidiger: Pluto TV erscheint als Alternative ohne Kosten, mit dem Werbe-Zoll, den das mit sich bringt. Die Werbung ist genau das Argument, das den Kreis schließt: Wer nicht zahlt, so heißt es, schluckt auch Anzeigen; wer zahlt, zahlt dafür, sie nicht zu sehen, und findet sie trotzdem.
Die Zahl, die irritiert, steht in keiner Umfrage. Sie liegt in der Beharrlichkeit: Die Diskussion läuft weiter, und niemand hat niemanden überzeugt. Wer zahlt, zahlt weiter, wer raubkopiert, wechselt weiter die Domains, und wer nichts sieht, sieht weiter nichts. Die einzige Zahl, die ohne Widerspruch wiederholt wird, ist die desjenigen, der gekündigt hat: Er vermisst es nicht.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (103 Antworten).