Wohnungssprecher der PSOE leitet ein Vermietungsunternehmen

Der Wohnungssprecher der PSOE im Kongressausschuss ist laut Vozpópuli Geschäftsführer eines Vermietungsunternehmens. Die Ironie ist unübersehbar.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Wohnungssprecher der PSOE leitet ein Vermietungsunternehmen
Wohnungssprecher der PSOE leitet ein Vermietungsunternehmen

Die Partei, die sich mit Mietpreisdeckeln brüstet, hat ihren Wohnungssprecher im Kongressausschuss gleichzeitig im Verwaltungsrat einer Vermietungsgesellschaft sitzen. Beatriz Jiménez berichtete darüber in Vozpópuli, und die Reaktion kennt keine Nuancen: Gelächter oder Empörung. Der Interessenkonflikt ist keine vage Vermutung; es ist eine Führungsposition, die auf dem Papier durchaus damit vereinbar ist, im Parlament die Mieter zu vertreten.

Die Ironie hat Substanz. Derselbe Verband, der die Begrenzung der Mietpreise vorantreibt, zählt jemanden zu seinen Leuten, der das Geschäft von innen kennt – von der Vermieterseite. Und nicht in irgendeinem Büro: in dem Ausschuss, der genau darüber Gesetze macht.

Welche Position er innehat und warum sie unbequem ist

Es ist die Position eines Geschäftsführers, kein dekorativer Posten. Das bedeutet Entscheidungsbefugnis in der Geschäftsführung eines Unternehmens, dessen Zweck die Vermietung ist. Die rechtliche Vereinbarkeit löst das politische Problem nicht: Wer Regeln für den Sektor verhandelt, ist mit einem seiner Akteure verbunden.

Manche lesen es als eine bloße Anekdote der spanischen Politik, in der sich Ämter ganz selbstverständlich häufen. Andere sehen darin den Beweis, dass das Vermietungsgeschäft das gesamte parlamentarische Spektrum durchzieht. Das anfängliche Gelächter ist in Wahrheit eine Diagnose der Glaubwürdigkeit des Diskurses.

Das Mietgeschäft als branchenübergreifendes Geschäft

Die Reflexion, die in der Debatte am meisten Anklang findet, zielt nicht auf die PSOE, sondern auf das System: Wenn Wohnen der große Wirtschaftszweig des Landes ist, ist es logisch, dass die Gesetzgeber mittendrin stecken. Nach einer Berechnung, die in der Debatte kursiert, lebt mehr als die Hälfte der Bevölkerung von der Miete oder leidet darunter, und ein großer Teil der politischen Klasse hat Interessen am Immobilienmarkt. Der Konflikt hört auf, ein Problem einer Partei zu sein, und wird strukturell.

Daraus ergibt sich die unbequemste These, vertreten von einigen Teilnehmern: Politiken, die künstliche Wohnungsknappheit erzeugen, nützen den Großvermietern. Wenn der Gesetzgeber selbst Vermieter ist, verschwindet der Anreiz, das Angebot zu beschränken und die Preise zu treiben, nicht per Dekret.

Heuchelei als literarische Gattung

Der vorherrschende Ton ist der einer Enzyklopädie der Heuchelei. Weniger diskutiert wird die Rechtmäßigkeit des Postens als die Distanz zwischen Botschaft und Biografie. Eine Partei, die das Recht auf Wohnen zu ihrer Fahne macht und einen Vermietungsmanager in den zuständigen Ausschuss setzt, liefert reichlich Material für Sarkasmus.

Das Gelächter geht jedoch mit Irritation einher. Manchen ist die Sache schlicht nicht lustig, und sie sprechen von Verachtung gegenüber den Wählern. Und eine Minderheitsströmung, aber hartnäckige, behauptet, der eigentliche Plan sei, den kleinen Vermieter einzuschüchtern, damit er unter Wert an die Großvermieter verkauft – dieselben alten Akteure, versteht sich.



Abzuwarten bleibt, ob der Posten gehalten wird, ob die Partei ihn für vereinbar hält oder ob die Nachricht auf der nächsten Titelseite versandet. Die Wohnungspolitik wird weiter im selben Ausschuss beschlossen. Und der Sprecher wird weiter zwei Hüte tragen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (28 Antworten).

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