Wohnungssanierung in Spanien: 600 bis 1.000 €/m² und der Tischlerposten

Eine Komplettsanierung wird auf 600-1.000 €/m² geschätzt: Eine 80-m²-Wohnung kostet rund 64.000 €. Die Aufschlüsselung von Zimmerei und Maßschränken treibt die Rechnung in die Höhe.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Wohnungssanierung in Spanien: 600 bis 1.000 €/m² und der Tischlerposten
Eine Komplettsanierung kostet zwischen 600 und 1.000 Euro pro Quadratmeter

Zwischen 600 und 1.000 Euro pro Quadratmeter. Das ist die Spanne, die im Thread für eine Komplettsanierung einer Wohnung in Spanien genannt wird, inklusive Mehrwertsteuer und mittlerer Ausstattung – und sie steigt in Madrid oder Barcelona oder sobald gute Fenster und Klimaanlage dazukommen. Übersetzt heißt das: Eine 80-Quadratmeter-Wohnung kostet schnell 50.000-80.000 Euro. Bei 800 Euro pro Quadratmeter sind es 64.000. Und da beginnt der Ärger.

Die Zahl schmerzt, weil sich das Budget nicht so verteilt, wie man es sich vorstellt. Komplettes Badezimmer: zwischen 6.000 und 12.000 Euro. Küche mit mittleren Schränken und Geräten: zwischen 8.000 und 15.000. Die ganze Wohnung streichen: zwischen 1.500 und 3.000. Den Rest fressen Installationen, Böden und Zimmerei – und genau da geht die Aufschlüsselung für den Kunden nicht mehr auf.

Die 10.700 Euro für Zimmerei, die Empörung auslösen

Ein konkretes Angebot für 80 Quadratmeter enthält einen Posten von 10.700 Euro für Zimmerei. Die Reaktion eines Teilnehmers kommt sofort: Laminatboden und Sockelleisten rechtfertigen diese Zahl nicht, und 80 Quadratmeter Laminat mit etwas Zierleiste in den Schlafzimmern dürften selbst im Höchstfall 4.000 Euro nicht überschreiten. Die grobe Überschlagsrechnung kollidiert mit dem Kleingedruckten.

Das Kleingedruckte hat einen Namen: Türen und Maßschränke. Dort geht die Marge weit auf. Es gibt Türen für 100 Euro und Türen für 1.000 Euro, und ein Maßschrank kommt kaum unter 1.000 Euro, wie ein anderer Teilnehmer betont. Die Erfahrung anderer bestätigt das: Ein Schrank für eine Flurecke kostete vor einem Jahrzehnt 1.000 Euro – und wurde perfekt. Die offene Frage ist, ob es sich in einer Neubauwohnung lohnt, Maßschränke zu bestellen, wenn man sie auch fertig kaufen könnte. Geldverschwendung – oder nicht.

Die Vertrauensprämie: drei Angebote und eine Genehmigung

Der immer wiederkehrende Rat: mindestens drei detaillierte Angebote nach Positionen einholen, mit Marke und Modell jedes Materials, und kein Pauschalangebot akzeptieren, das sich später mit Überraschungen füllt. Dazu kommt die Baugenehmigung oder verantwortliche Erklärung, der Papierkram, den niemand will, der aber größeren Ärger erspart.

Das eigentliche Problem ist nicht nur der Preis. Es ist die Asymmetrie, wie ein Teilnehmer sie beschreibt. Wer beauftragt, weiß nichts; wer ausführt, weiß Bescheid – und in einem Markt mit wenig echtem Wettbewerb ist der Spielraum, das Budget aufzublähen, groß: den Beginn um ein paar Monate verzögern, eine stattliche Anzahlung verlangen, tausend Euro mehr fordern. Das Gesetz ist zudem umständlich und schützt eher den, der das Handwerk kennt. Der Drang, die Baustelle wie ein Habicht zu überwachen, ist real – auch wenn er anstrengt.

Abzocke oder der Preis für saubere Arbeit?

Manche halten es für gerechtfertigt, eine verlassene Wohnung mit allen einwandfreien Ausbaustufen bewohnbar zu machen; das Risiko sei nicht das Bezahlen, sondern die nachfolgende Pfuscharbeit. Anders die Gegenseite: Das Handwerk erlebt seine goldene Zeit, mit überhöhten Preisen und Kunden, die zahlen, weil sie es können. Manche hoffen, dass sich der Zyklus wie 2008-2012 dreht und es wieder enger wird. Unterdessen bleibt die Frage unbeantwortet: Wie viel davon ist Arbeit – und wie viel Marge?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (15 Antworten).

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