Wohin fahren Europas verschmutzende Autos? Die Universität Oviedo hat die Antwort

Eine Studie der Universität Oviedo zeigt, dass die EU Millionen Gebrauchtwagen nach Afrika exportiert und dabei ihre Emissionen auslagert – während sie ihre grüne Transition feiert.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Das grüne Paradox: Europa exportiert Millionen Schmutz-Autos nach Afrika

Eine Studie der Universität Oviedo bestätigt, was jeder, der schon einmal durch den Hafen von Algeciras gekommen ist, längst wusste: Die Europäische Union exportiert Millionen gebrauchter Benzin- und Dieselfahrzeuge in Entwicklungsländer, vor allem nach Afrika. Während die europäischen Hauptstädte mit Umweltzonen den Zugang zu ihren Innenstädten einschränken und die HU (in Spanien ITV, die gesetzliche Fahrzeuguntersuchung) verschärfen, fahren die in Europa als "Schadstofffahrzeuge" geltenden Autos auf anderen Kontinenten noch jahrelang weiter. Die Emissionsminderung, die sich die EU in ihren Statistiken gutschreibt, ist zum großen Teil eine buchhalterische Illusion: CO2 kennt keine Verwaltungsgrenzen.

Die Falle der territorialen Buchführung

Die Studie, veröffentlicht von Forschern der Universität Oviedo, quantifiziert den Strom gebrauchter Fahrzeuge, die Europa in Richtung Marokko, Nigeria oder Ghana verlassen. Autos, die die ITV in Europa nicht bestehen oder durch Umweltvorschriften ausgeschlossen werden, werden von Zwischenhändlern aufgekauft und in den Süden verschifft. "Das Problem verschwindet nicht, es wird nur verlagert", fasst eine der Analysen in der Diskussion zusammen. Das Paradox liegt auf der Hand: Europa rühmt sich einer grünen Transition, während es die unangenehmste Phase des Lebenszyklus des Autos auslagert. Während die inländischen Emissionen in den offiziellen Berichten sinken, bleiben die globalen fast unverändert, weil dieselben Autos anderswo weiter Kraftstoff verbrennen.

Der wiederkehrende Einwand lautet, dass die Grünpolitik zu einer Übung in "territorialer Buchführung" geworden ist: den eigenen Gehweg fegen und den Dreck zum Nachbarn schieben. Verschärft wird das dadurch, dass den Empfängerländern strenge Umweltvorschriften fehlen und die Fahrzeuge in vielen Fällen ohne grundlegende technische Kontrollen ankommen. Einige Stimmen aus der Schrottplatzbranche berichten, dass Autos, die in Europa noch fahren dürften, ohne Demontage direkt nach Marokko verschifft werden, weil die dortige Nachfrage hoch ist und der gezahlte Preis über dem des örtlichen Schrottplatzes liegt.

Umweltzonen und die ländliche Verbannung

Die Debatte beleuchtet auch ein paralleles Phänomen innerhalb Spaniens: Die ältesten Autos werden nicht nur exportiert, sie wandern auch in Dörfer und ländliche Gebiete ab, wo die Regeln laxer durchgesetzt werden. "Es gibt zwei Spanien auf gesetzlicher Ebene", heißt es dort. Während in den Großstädten die Umweltzonen Fahrzeuge ohne Plakette bestrafen, fällt die ITV-Untersuchung in kleinen Gemeinden milder aus und die Einschränkungen sind kaum spürbar. So konzentriert sich der schadstoffreiche Fahrzeugbestand in den am dünnsten besiedelten Gebieten, wo der öffentliche Verkehr knapp ist und das Privatauto unverzichtbar. Die aufkommende Frage lautet, ob diese Politiken darauf ausgelegt sind, die Luft in den Hauptstädten zu verbessern – auf Kosten der Mobilität und der Wirtschaft ohnehin benachteiligter Regionen.

Geschäft oder Heuchelei?

Hinter diesem Strom steckt ein lukratives Geschäft. Zwischenhändler, Spediteure und korrupte Politiker werden als Profiteure des Auto-Warenflusses genannt. Die Oviedo-Studie geht den Motiven nicht nach, doch die Skepsis gegenüber der offiziellen Erzählung ist weit verbreitet. Wollte man die globalen Emissionen tatsächlich senken, würde man die Verschrottung der schadstoffreichsten Fahrzeuge erzwingen, statt deren Export zu erlauben. Die Realität ist aber, dass die Gebrauchtwagenbranche Milliarden umsetzt und im Süden Arbeitsplätze schafft, während Europa die Fassade wahrt.



Die Studie der Universität Oviedo offenbart niemandem, der die südlichen Häfen frequentiert, etwas Neues, aber sie beziffert ein Phänomen, das die offizielle Erzählung der grünen Transition zerlegt. Die Frage, die in der Luft bleibt: Wie lange wird Europa noch seine Verschmutzung an diejenigen verkaufen, die es sich nicht leisten können, sie zu ignorieren?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (76 Antworten).

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