WhatsApp-Aufrufe zum Anzünden der Straßen: das Narrativ bricht zusammen

WhatsApp-Aufrufe, Straßen anzuzünden, und brennende Müllcontainer in Bilbao während Protesten in Spanien: das Narrativ, wer die Straßen anheizt, bricht zusammen

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

WhatsApp-Aufrufe zum Anzünden der Straßen: das Narrativ bricht zusammen
WhatsApp-Aufrufe zum Anzünden der Straßen: Die Spirale, die auch Spanien erreicht

Woher kommt der Aufruf, Müllcontainer und Motorräder in Brand zu stecken? Laut einer in einem Forum verbreiteten Nachricht aus Messenger-Gruppen. Das ist das Material, das kursiert und den Fokus auf ein Phänomen richtet, das längst nicht mehr auf Frankreich beschränkt ist: die Mobilmachung zu Krawallen per Smartphone, mit brennender Stadtmöblierung als Repertoire und der Straße als Bühne eines Streits, der nicht an der Wahlurne ausgetragen wird. Die Angelegenheit kommt mit einem Eigennamen daher und mit gegenseitigen Vorwürfen darüber, wer das Klima anheizt.

Von den WhatsApp-Gruppen zu den brennenden Containern

Ausgangspunkt ist ein Aufruf, der in Messenger-Gruppen im Corredor del Henares bei Madrid verbreitet wurde, laut einer in einem Forum geteilten Nachricht. Die Nachricht spricht direkt davon, die Straßen anzuzünden. Das ist keine Kneipenmetapher: Es ist ein Handlungsaufruf, der über private Kanäle geteilt wird, außerhalb der öffentlichen Kontrolle und mit der Geschwindigkeit, die ein einziger Weiterleiten-Klick ermöglicht.

Die Szene wiederholt sich an anderen Orten. In Bilbao werden die brennenden Container während der Proteste gegen eine politische Veranstaltung zum Bild des Tages, wie aus einem im Thread geteilten Tweet hervorgeht. Das Repertoire ist bekannt: Feuer, Stadtmöblierung und eine Inszenierung, die mehr auf visuelle Wirkung als auf Debatte abzielt. Die unbequeme Frage, die in der Luft liegt: Wie viel davon ist spontan, und wie viel folgt einer im Chat einstudierten Choreografie?

Der gegenseitige Vorwurf: Wer heizt die Straße an

Das Narrativ gerät ins Wanken, wenn es um die Zuordnung der Verantwortung geht. Ein Teil des verbreiteten Materials behauptet, die Bürgermeisterin von Barcelona habe die Rentenerhöhung mit der Vorbeugung von Stadtbränden in Verbindung gebracht und der Polizei vorgeworfen, die Straßen anzuheizen. Es ist eine Behauptung, die in sozialen Netzwerken kursiert und als Munition im Streit dient. Man sollte sie mit Vorsicht genießen: Es handelt sich um eine Zuschreibung ohne wörtliches Zitat und ohne den vollständigen Kontext.

Die Polizeigewerkschaft JUPOL wiederum trägt das Thema ins Fernsehen und rahmt es als Sorge vor einer Eskalation der Gewalt auf den Straßen, mit Krawallen, die nach ihrer Lesart nach den Ereignissen in Frankreich längst Spanien erreicht haben. Die Verbindung zwischen dem, was auf der anderen Seite der Pyrenäen passiert, und dem, was hier geschieht, ist ein Gemeinplatz der Analyse, aber auch eine Art, den Rahmen des Konflikts zu vergrößern.

Der Brandschutzstreifen, der nicht kommt

Im Hintergrund taucht die Frage nach den Grenzen der institutionellen Reaktion auf. Manche verweisen auf die Asymmetrie zwischen der Überwachung einer privaten Nachricht, die zur Gewalt aufruft, und der Langsamkeit, mit der gegen andere Arten von Aufrufen vorgegangen wird. Der Vergleich mit 1936, in irgendeinem Kommentar ungefiltert hingeworfen, ist die Art rhetorischer Übertreibung, die man dort lassen sollte, wo sie hingehört: als Symptom der Anspannung, nicht als Prognose.

Das Anzünden von Containern ist kein Protest. Es ist ein Spektakel, das öffentliche Ressourcen verbraucht und dabei eine Spur von Schäden hinterlässt, die der Steuerzahler bezahlt. Und währenddessen spaltet sich die öffentliche Debatte zwischen denen, die eine organisierte Verschwörung sehen, und denen, die es als bloßen Ausbruch von Vandalismus abtun. Keine der beiden Lesarten erklärt vollständig, warum die Nachricht auf dem Handy so leicht Feuer fängt.

Am Ende bleibt die unbequemste Frage: Wenn der Aufruf in eine WhatsApp-Nachricht passt, was hindert ihn dann daran, beim nächsten Mal in zwei zu passen?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (23 Antworten).

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