Spanien: Auseinandersetzung mit „Abertzales“ und „getarnten Mauren“ – Verletzte

Ein Beitrag auf X, der Demonstranten als „Gesindel“ bezeichnet und Einwanderung mit Gewalt vermengt, zeigt, wie der Diskurs der Konfrontation in sozialen Medien funktioniert.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Ein Beitrag auf X bezeichnet eine Gruppe von Menschen als „Gesindel“ und deutet an, dass sich unter den Demonstranten „getarnte Maure“ befänden – ohne jeden Beleg. Er ist ein Beispiel dafür, wie das Narrativ der diffusen Bedrohung in sozialen Medien konstruiert wird.

Der Beitrag ist kurz und liefert keinen Kontext. Ein X-Nutzer teilt ein Bild und schreibt ein einziges Wort: „Gesindel“. Der Text, der den Link begleitet, geht jedoch weiter: Er spricht von „Bürgern“, die sich „Abertzales und getarnten Mauren“ (baskischen Nationalisten und angeblich verkleideten Migranten) entgegenstellen, und erwähnt Verletzte. Kein Ort, kein Datum, keine Quelle, die die Behauptungen stützt. Es ist eine Botschaft, die nicht informiert: Sie zeigt mit dem Finger.

## Das Wort, das die ganze Arbeit macht

„Gesindel“ beschreibt keinen Sachverhalt. Es rahmt ihn. Es ist ein Begriff, der im umgangssprachlichen Spanischen eine ganze Gruppe abwertet, ohne dass irgendetwas begründet werden müsste. In Verbindung mit „Abertzales“ und „getarnten Mauren“ baut die Botschaft eine Konfrontationsszene auf, in der der Leser schon weiß, wer der Böse ist, bevor er ein einziges Bild sieht. Das Fehlen konkreter Daten ist kein Versehen: Es ist das Format. Ein solcher Tweet will nicht informieren, er will geteilt werden.

## die Hoax vom Unterwanderer

Die Idee des „Getarnten“ erfüllt eine ganz bestimmte Funktion: Sie macht jeden, der an einer Demonstration teilnimmt, verdächtig. Wenn jemand verkleidet sein könnte, dann kann es jeder sein. Es ist ein Mechanismus, der in sehr unterschiedlichen Kontexten verwendet wurde und keine Beweise braucht, weil er sich aus dem bestehenden Misstrauen speist. In diesem Fall vermischt er zudem zwei Fronten: den baskischen Konflikt und die Einwanderung. Zwei Themen, die nichts miteinander zu tun haben müssen, aber zusammen mehr Alarmglocken auslösen.

## Warum es wichtig ist, obwohl es nicht überprüfbar ist

Eine solche Botschaft lässt sich nicht überprüfen, weil sie nichts bietet, was man prüfen könnte. Und genau deshalb ist sie wirksam. Sie kursiert, wird geteilt und hinterlässt einen Eindruck: das Gefühl, dass etwas Schlimmes passiert ist und dass jemand es vertuscht. Die Verletzten, die der Text erwähnt, tauchen in keiner Quelle namentlich auf. Die Aufmerksamkeitsökonomie belohnt, was Empörung auslöst – und diese Botschaft weiß das.

## Ein Markt, der vom Misstrauen lebt

Man muss den Tweet nicht glauben, damit er funktioniert. Es reicht, wenn er Zweifel erzeugt. Und in einem Ökosystem, in dem sich Informationen schneller verbreiten als Korrekturen, zahlt sich Zweifel aus. Jedes Mal, wenn eine solche Botschaft geteilt wird, wird die Vorstellung gestärkt, dass es verfeindete Gruppen gebe und dass die offizielle Version nicht vertrauenswürdig sei. Das hat einen Preis: Es untergräbt das Vertrauen in die Institutionen und in die Medien, die tatsächlich Fakten überprüfen.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (2 Antworten).

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