Weihnachten für Singles: Das Fest endet am 6. Januar

Alleinstehende erleben Weihnachten zwischen wenigen Familienessen, kinderorientierten Plänen und der Hoffnung auf den Dreikönigstag.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Weihnachten für Singles: Das Fest endet am 6. Januar
Vierzehn Weihnachtsfeste allein vor dem Licht des Nachbarn

Was macht jemand, der allein lebt, wenn Weihnachten mit kaum mehr als einer Woche Vorlauf über ihn hereinbricht? Die Aktivitäten in seiner Stadt sind für Kinder gedacht. Gleichaltrige haben Partner oder Kinder, sodass gemeinsame Pläne oft auf einem Spielplatz enden. Familienessen gibt es zwei oder drei, immer dieselben Gäste und wenig Gesprächsstoff. Kein Schnee, Skifahren fällt aus. Sportausrüstung wurde im Sommer gekauft, und man hat keine Lust, Geld für Kleidung auszugeben. Das Ergebnis kommt pünktlich jeden Dezember: die Sehnsucht nach dem 6. Januar.

Das Muster ist nicht neu. Es wiederholt sich, mit kleinen Variationen, in jedem Weihnachtszyklus, immer mit demselben Nachbarn gegenüber: dem beleuchteten Balkon.

Warum wiegt Weihnachten für Alleinstehende schwerer?

Die häufigste Erklärung hat drei Säulen. Erstens füllt sich der Kalender mit kindgerechten Aktivitäten und schließt Menschen ohne Kinder aus. Zweitens schrumpft das soziale Netz: Ab einem bestimmten Alter drehen sich Gruppenpläne um Partner oder Kinder. Drittens fehlt dem leeren Haus eine Erzählung, die das Feiern rechtfertigt.

Einige behaupten, die Lösung sei einfach: sich mit Menschen umgeben, an allem teilnehmen, was angeboten wird, und wenn das Leben nicht gefällt, einen radikalen Wandel vollziehen und professionelle Hilfe suchen. Das klingt vernünftig, aber wie ein Rezept, das das Offensichtliche ignoriert: Unerwünschte Einsamkeit lässt sich nicht durch einen vollen Terminkalender beheben. Auf der anderen Seite steht das unbequemere Argument, dass jedes Jahr schlimmer wird, weil sich der Kreis von selbst verengt. Niemand hat Letzteres bewiesen, aber es erklärt, warum diese Tage mehr Diskussionen auslösen als fast jeder andere Termin im Kalender.

„Weihnachten ist für Kinder von 0 bis 11 Jahren“

Die verbreitetste Diagnose bei Menschen ohne Nachkommen lautet, dass Weihnachten zu einem Fest rund um die Kindheit geworden ist. Die radikalste Formulierung, die kursiert: Das Fest gehört Kindern von 0 bis 11 Jahren; darüber hinaus bleibt nur Konsumismus und gesellschaftlicher Infantilität.

Wer Nichten und Neffen hat, sieht es anders. Er versammelt die Familie an Heiligabend und Silvester, genießt die Begeisterung der Kleinen und beschreibt dies als das Beste, was er hat – „die Unterstützung, die man in Zukunft haben wird“. Aber auch Eltern sind nicht immun gegen Niedergeschlagenheit: Manche haben dieses Jahr einen Angehörigen beerdigt und blicken den Feiern ohne Freude entgegen; andere beschreiben die Elternschaft als eine Form des unegoistischen Lebens, gewidmet dem Wohlbefinden anderer. Das Problem liegt also nicht am Tisch, sondern darauf, was serviert wird.

Konsumwahn, Pose und ein Countdown ab dem 25. Dezember

Der Vorwurf der Kommerzialisierung ist einstimmig, sogar unter denen, die das Fest genießen. „Weihnachten war schön, als die Leute es von Herzen feierten“, fasst eine Haltung zusammen, die hinzufügt, es sei nun ein entchristlichtes und kommerzialisiertes Fest. Eine andere Sichtweise betrachtet es als reine Geschäftsoperation: Alles inszeniert, um Gewinn zu machen, mit vollen Einkaufswagen und extrem hohen Preisen in der Gastronomie.

Parallel dazu zirkuliert eine weniger melancholische und nützlichere These: Weihnachten als Wendepunkt der Kälte. Der 25. Dezember markiert den Moment, ab dem die Tage länger werden, und startet den Countdown zum Frühling, zum Strand und zu den Fallas im März. Unter diesem Blickwinkel sind die Feiertage ein jährliches schwarzes Loch, aus dem man auf der anderen Seite herauskommt. Auch taucht, zugeschrieben und ohne stützende Zahlen, die Idee auf, dass der Konsum von Beruhigungsmitteln und Antidepressiva in dieser Zeit steigt. Der heidnische Ursprung – Saturnalien, Sol Invictus, die Wintersonnenwende – vervollständigt das Bild: tausend Jahre Diskussion darüber, was eigentlich gefeiert wird.

Vom VR-Chat zum Ehrenamt: Vorgeschlagene Alternativen

Die vorgeschlagenen Alternativen reichen vom billigen Rat bis zur sinnvollen Option. Ein Virtual-Reality-Set, um einen Chat mit Avataren und Stimmfilter zu betreten. Ausgehen mitten in der Nacht, weil die Leute in dieser Zeit offener für neue Bekanntschaften sind. Flucht nach Punta Cana. 40 Kilometer Bergwandern bis drei Uhr morgens, ohne Begleitung außer dem Echo der eigenen Schritte, und feststellen, dass die Dummheit mit der Kälte verschwindet.

Zwei Ideen wiederholen sich mit mehr Substanz: Gemeinschaftsessen für Einsame – sie existieren, werden aber kaum beworben – und ehrenamtliche Arbeit, die zudem zu eigenen Feiern führt. Und eine Warnung vor allem anderen: Lerne zuerst, allein zu leben; sich zu beschweren ist Schritt zwei. Die vollständigen Details dieser Pläne, mit Namen und Formaten, sind das, was übrig bleibt, wer die gesamte Diskussion liest.

Allein essen aus Wahl: Billiger Wein, Überfüllung und Preise

Es gibt eine Strömung, die das Problem umkehrt: Heiligabend und Silvester sind die besten Nächte, um zu Hause zu bleiben. Billiger Fusel, exorbitante Preise, Gedränge, Leute, die das ganze Jahr nicht ausgehen und nicht trinken können, Streitigkeiten wegen Kleinigkeiten und Gefahren auf der Straße. Der Rest des Jahres bleibt für Geselligkeit. Unter diesem Blickwinkel wird die weihnachtliche Isolation kein Schicksal, sondern ein taktischer Vorteil.

Den gegenteiligen Trost liefert, wer seine verheirateten Freunde anruft, um festzustellen, dass sie schlechter dran sind. Und über allem steht eine Binsenweisheit: Als Jugendlicher verstand man das Leben der Älteren nicht und nahm an, man würde die dreißig nie erreichen; später stellt man fest, dass alles Kopfsache ist. Fast das Einzige, wofür wir hier sind, sagen sie, ist, den Kopf zu beherrschen.

Der 6. Januar wird kommen, wie jedes Jahr. Und dann wird das Drama ein anderes sein: dass man zurück ins Büro muss.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (238 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver