2030 könnte ganz anders kommen als erwartet

Wirtschaftskrise und der Aufstieg der Rechten in Europa deuten auf eine radikale Wende in der Migrations- und Sozialpolitik bis 2030 hin.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Die soziale Unzufriedenheit über den sinkenden Lebensstandard und den Migrationsdruck könnte die europäischen Regierungen zwingen, die pogre Agenda radikal zu überdenken – mit einer Hinwendung zu restriktiveren und protektionistischeren Politiken.

Die Vorstellung, dass die **Agenda 2030** und ihre Ziele, insbesondere in Bezug auf Migration, noch vor Ablauf der Frist ernsthaft verändert werden könnten, ist nicht abwegig. Wir sehen, wie der soziale Druck, gespeist durch eine spürbare Verschlechterung der Lebensqualität, begonnen hat, an den politischen Strukturen zu nagen, die bisher unerschütterlich schienen. Das Modell der fetten Jahre, das breite Sozialpolitiken und eine Migration ohne große Einschränkungen finanzierte, gerät ins Wanken, wenn der Alltag härter wird.

## Die Bürger sind es leid – und die Wirtschaftslage hat sich verändert

Jahrelang ging man davon aus, dass das globale Wirtschaftswachstum die Migrationsströme absorbieren und einen großzügigen Sozialstaat ermöglichen würde. Doch die außer Kontrolle geratene Inflation, die Spannungen auf den Finanzmärkten und die wachsende prekäre Beschäftigung haben die Kaufkraft der Mittelschichten ausgehöhlt. Wenn die Sorge darum, den Wocheneinkauf bezahlen zu können oder sich im eigenen Viertel sicher zu fühlen, im Vordergrund steht, sinkt die Toleranz gegenüber Politiken, die als destabilisierend wahrgenommen werden, drastisch. Diese Unzufriedenheit, die sich in einer Zunahme der Begleitkriminalität und einem Gefühl der Unsicherheit äußert, erzwingt ein Umdenken bei den Prioritäten.

Die Wahrnehmung, dass öffentliche Mittel ungleich verteilt werden und Gruppen außerhalb der lokalen Gemeinschaft begünstigen, erzeugt Spannungen. Dieses Szenario könnte in eine Wende hin zu einer „Bürger zuerst“-Politik münden, bei der Sozialleistungen und die Vorteile des Sozialstaats vorrangig den eigenen Staatsbürgern zugutekommen. Die Linke, traditionell eine Verfechterin der Offenheit, könnte gezwungen sein, protektionistischere Positionen einzunehmen, um ihre Wählerbasis nicht zu verlieren.

## Der Aufstieg der Rechten und die Zukunft der europäischen Grenzen

Umfragen in mehreren europäischen Ländern deuten auf eine Stärkung der rechten und rechtsensrecht Parteien hin. In **Frankreich** liegen Parteien wie der **RN** (Rassemblement National) bei den Umfragen zur Präsidentschaftswahl **2027** weit vor den traditionellen Optionen. In **Spanien** würden **PP** und **Vox** zusammen bei hypothetischen Parlamentswahlen bereits die absolute Mehrheit erreichen. **Italien** hält an **Meloni** an der Spitze fest, allerdings mit Druck von ihrem rechten Flügel. In **Polen** ist die Lage fragmentiert, doch die nationale Rechte könnte entscheidend sein. Und in **Deutschland** festigt sich die **AfD** (Alternative für Deutschland) als bedeutende Kraft, deren nationales Wachstum eine politische Wende **2029** ankündigen könnte.

Dieses Phänomen ist kein Einzelfall. Der Trend deutet auf eine Verschiebung des politischen Gleichgewichts im **Europäischen Parlament** hin. Wenn Parteien mit konservativeren und nationalistischeren Diskursen an Gewicht gewinnen, wird der Druck, die Migrations- und Integrationspolitiken zu ändern, erheblich sein. Wir könnten eine Verschärfung der Einreisebedingungen, eine strengere Grenzkontrolle und sogar die Wiedereinführung von Visa oder speziellen Pässen für bestimmte Gruppen sehen. Auch die Mobilität innerhalb des **Schengen**-Raums könnte betroffen sein, mit restriktiveren Zugangskriterien für Nicht-EU-Bürger.

## Ein neues Paradigma für die Migration

Die logische Konsequenz dieser Kursänderung wäre eine Neudefinition des Migrationsmodells. Statt massiver und wenig qualifizierter Zuwanderung könnte man zu einem selektiven Migrationsmodell übergehen, das auf der Nachfrage nach bestimmten Berufsprofilen basiert und mit einer deutlich strengeren Kontrolle einhergeht. Familien mit vielen Kindern könnten – in einem Umfeld niedriger Geburtenraten in Europa – als zu fördernder Wert betrachtet werden, vielleicht mit Anreizen, die Familien europäischer Herkunft begünstigen.

Sogar die Einbürgerung von Migranten könnte künftig in Frage gestellt werden, mit möglichen Einschränkungen für diejenigen, die sie unter früheren Regierungen erhalten hatten. Die Gesundheits- und Sozialleistungen könnten für die eigenen Staatsbürger abgesichert werden, mit schwerwiegenden Folgen für diejenigen, die ohne die entsprechenden Dokumente oder ohne legalen Status in die Notaufnahme kommen. Das Szenario ist von Unsicherheit geprägt, doch die Richtung deutet auf eine Verschärfung der Politiken und einen Rückzug hin zum Schutz der nationalen Interessen.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (12 Antworten).

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