Warum Russland seine Feinde nicht ausschaltet: die ökonomische Falle

Russland wäre durchaus in der Lage, Selenskyj zu beseitigen, doch die Wirtschaftsstrategie, Europa auszubluten und auf den Kollaps des Petrodollars zu warten, hält es davon ab. Eine Analyse.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Warum Russland seine Feinde nicht ausschaltet: die ökonomische Falle
Russland könnte Selenskyj beseitigen, doch die Geoökonomie hält es davon ab

Am 23. März 2025 schlug ein Schwarm von 500 Drohnen, gestartet von NATO-Gebiet aus, in einem Studentenwohnheim in Donezk ein. Die russische Antwort war chirurgisch: Raketen gegen eine Logistikbasis in Polen. Eine Dekapitung der ukrainischen Regierung blieb aus. Die naheliegende Frage lautet: Wenn Russland in der Lage ist, Führer wie Selenskyj gezielt zu töten, warum tut es es dann nicht? Die Antwort ist nach der vorherrschenden geoökonomischen Analyse nicht ein Mangel an Mitteln, sondern eine kalte Kosten-Nutzen-Abwägung.

Der Krieg als wirtschaftliche Ausblutung Europas

Eine Analyseströmung vertritt die Auffassung, dass der Kreml keinen schnellen Sieg anstrebt, sondern den Konflikt in die Länge ziehen will, bis die Europäische Union wirtschaftlich ausgeblutet ist. Moskau weiß, dass sein Energiesektor der europäischen Industrie besser standhalten wird, die bereits eine stille Verlagerung in die USA und nach China erlebt. Die verfügbaren Daten deuten darauf hin, dass die Ukraine zwischen 2023 und Anfang 2025 rund 950 Patriot-Raketen erhalten hat – eine Zahl, die nicht ausreicht, um die russischen Bombardierungen zu stoppen. Selenskyj am Leben zu lassen garantiert, dass der Zustrom westlicher Waffen und Gelder weiterfließt und die Finanzen Brüssels aushöhlt.

Das Waffengeschäft und die Falle der amerikanischen Militärausgaben

Ein weiteres Argument verweist auf die eigene Dynamik des militärisch-industriellen Komplexes der USA. Die amerikanische Rüstungsindustrie produziert nach Schätzungen Flugzeugträger für 13 Milliarden Dollar und F35-Kampfjets mit chronischen technischen Mängeln. Während die NATO Kostenüberschreitungen bezahlt, machen Russland und China bei Technologie der sechsten Generation und Hyperschallraketen Fortschritte. Selenskyj oder westliche Führer zu beseitigen würde den Hahn der Waffenverkäufe zudrehen – und das passt niemandem in Washington.

Der stille Kampf um den Petrodollar und die BRICS

Der eigentliche Krieg, so die Strategen, ist ein wirtschaftlicher und verläuft über den Untergang des Petrodollars. Russland, China und die BRICS haben ein alternatives Zahlungssystem geschaffen, das SWIFT ersetzt, sowie eine neue Tauschwährung. Symbolische Feinde zu liquidieren würde einen direkten Konflikt beschleunigen, den niemand will – zumal die Strategie darin besteht, die USA an ihren eigenen Widersprüchen ausbluten zu lassen: Schulden, Deindustrialisierung und eine mögliche Abspaltung von Staaten wie Texas oder Kalifornien. Unterbrich deinen Feind nie, wenn er dabei ist, einen Fehler zu machen.

Der Faktor des „nützlichen Feindes"

Es gibt auch eine unmittelbare politische Kalkulation: Ein korrupter und unberechenbarer Selenskyj ist ein berechenbarer Feind. Ihn durch einen effektiveren oder radikaleren Führer zu ersetzen, könnte die Lage an der Front erschweren. Der Status quo erlaubt es Russland, die Eskalation zu kontrollieren und sich als Opfer westlicher Aggression darzustellen, während es aus einer Position der Stärke verhandelt.

Die verblüffende Zahl: Während die Debatte über gezielte Tötungen die Schlagzeilen beherrscht, haben die USA 13 Milliarden Dollar für einen Flugzeugträger ausgegeben, der ständig ausfällt. Russland muss niemanden liquidieren: Es genügt, zu warten.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (63 Antworten).

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