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Warum innoviert Spanien so wenig?
Spanien versagt bei der Innovation wegen von Vetternetzwerken, recycelten ENISA-Krediten und etablierten Unternehmen, die jeden blockieren, der ihr Geschäft bedroht. Wir erklären, warum.
Das spanische Innovationssystem scheitert nicht an fehlendem Talent oder öffentlichem Geld, sondern daran, dass es darauf ausgelegt ist, die Etablierten zu schützen: Beziehungsnetzwerke, Großkonzerne, die jeden neutralisieren, der ihnen Konkurrenz macht, und Gründer, die subventioniertes Kapital recyceln, ohne ein echtes Risiko einzugehen.
Die Frage, warum in Spanien so wenig innoviert wird, hat eine unbequeme Antwort: Das System ist nicht kaputt, es funktioniert genau so, wie es entworfen wurde. Und was es hervorbringt, sind keine Startups, die skalieren, sondern Strukturen, die etablierte Positionen perpetuieren.
## Das Kriterium lautet: „Nutzt das mir oder meinen Leuten?“
In vielen spanischen Unternehmensumgebungen entscheidet bei der Frage, ob ein Projekt unterstützt wird, nicht, ob es funktioniert, sondern wer dahintersteht. Gehört der Initiator nicht zum Kreis – ein Verwandter, ein Kollege, ein Freund, ein Klientelnetzwerk oder die jeweilige Regierungspartei –, wird das Projekt nicht gefördert, nicht gekauft, nicht investiert oder schlicht blockiert. Das praktische Ergebnis ist ein Markt, der in Feudalherrschaften zersplittert ist, in denen Beziehungstreue den Wettbewerb ersetzt. Das ist keine sarracena Anomalie: Es ist ein messbarer wirtschaftlicher Schaden bei Projekten, die nicht am fehlenden Markt scheitern, sondern am fehlenden Gönner.
## Der IBEX schützt seinen Marktanteil, statt zu konkurrieren
Etablierte Unternehmen – und praktisch der gesamte **IBEX 35** agiert nach dieser Logik – reagieren auf fremde Innovation, indem sie das bestehende Geschäftsmodell schützen. Wir sprechen nicht nur von legitimer Konkurrenz: Es gibt regulatorischen Druck, Ausschluss von Lieferanten, Blockade von Vertriebskanälen oder schlicht die Weigerung, bei jemandem zu kaufen, der den Status quo infrage stellen könnte. Innovation wird geduldet, solange sie die etablierten Machtverhältnisse nicht verändert. Tut sie das, wird sie neutralisiert. Das erklärt, warum viele hier entstandene technologische Lösungen am Ende ins Ausland verkauft werden oder im Versuch sterben.
## ENISA-Kredite und das Risiko, das der Steuerzahler trägt
Es gibt ein wiederkehrendes Muster: Seriengründer, die dasselbe Kapital über aufeinanderfolgende Projekte recyceln, finanziert mit partiarischen Darlehen der **ENISA** (ein spanisches Staatsunternehmen, das geförderte Kredite an Startups vergibt), häufig zu **50 %**. Scheitert das Projekt, haben sie ihr Investment und mehr bereits über Gehälter, Tagessätze und die Struktur des unbürgschaftlichen Darlehens selbst zurückgeholt. Das nächste Projekt steht bereit, bevor das vorherige abgewickelt ist. Das echte Risiko tragen Steuerzahler und Lieferanten; der Gründer arbeitet mit begrenztem Risiko und garantiertem Gewinn. Das ist kein Systemfehler: Es ist der Anreiz, den das System schafft.
## Schöne Coworking-Spaces, Projekte, die nicht skalieren
Die Verwaltungen haben die Ästhetik der Innovation kopiert – Industrieflächen, Designermöbel, Specialty-Coffee-Bars, englische Namen – in der Annahme, dass die äußeren Zeichen allein erfolgreiche Startups hervorbringen. Dasselbe gilt für Technologieparks, Forschungszentren und Institute „der Exzellenz“. Man kopiert die Hülle und ignoriert den Inhalt: dichtes Talent, echtes Risikokapital, Fehlertoleranz und offene Märkte. Das übliche Ergebnis sind subventionierte Räume ohne Projekte, die skalieren. Talent und öffentliches Geld sind vorhanden; was fehlt, ist ein institutionelles Design, das die Zugehörigkeit zum Kreis nicht belohnt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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